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Der Wahlabend im Landkreis Ebersberg zum Nachlesen:Uli Proske steht vor dem Triumph

Wahlabend - SPD Uli Proske

Bürgermeister-Kandidat Uli Proske (SPD) am Sonntagabend im Artesano in Ebersberg.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)
  • Direkt zum Liveticker zur Stichwahl 2020 im Kreis Ebersberg.
  • Uli Proske (SPD) holt bei der mit Spannung erwarteten Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt 46,7 Prozent der Stimmen und geht als Favorit in die Stichwahl gegen Alexander Gressierer (CSU).
  • In Grafing trennen Amtsinhaberin Angelika Obermayr (Grüne) und Herausforderer Christian Bauer (CSU) am Ende nur 70 Stimmen und 0,9 Prozent.
  • Landrat Robert Niedergesäß (CSU) feiert einen deutlichen Wahlsieg mit knapp zwei Drittel der Stimmen.
  • Die Frauenquote steigt: In Steinhöring, Anzing und Emmering gibt es künftig Bürgermeisterinnen.

16.12 Uhr: Herzlich Willkommen zum Liveticker zur Kommunalwahl an diesem sonnigen Sonntagnachmittag - hier der Link zum Stichwahl-Liveticker. Sie sind hier falsch, falls Sie sich über Viren informieren wollen. Aber richtig, für die Wahl im Landkreis Ebersberg. Goldrichtig sogar, denn unsere Reporter und Fotografen sind bereits zwischen Gaststätten, Rathäusern und Amtsstuben unterwegs, um das zu sammeln, was das Leben spannender macht: Ergebnisse und Fakten, aber auch die Emotionen, Stimmen und kleinen Geschichten, die so ein Wahlabend schreibt. Hier aus der Redaktion der Ebersberger SZ am Wahl-Liveticker begrüßt Sie Korbinian Eisenberger. Lassen sich gerne von meiner Wahl-Begeisterung anstecken, und von nichts anderem.

16.20 Uhr: Man muss es fast so sehen: Die Kommunalwahl heute ist der letzte große gesellschaftliche Event, ehe dieses Land in einen wochenlangen Quarantänezustand versinken wird. Freuen Sie sich also auf diesen vorapokalyptischen Wahlabend, bei dem es um sehr viel mehr geht als nur um Prozentzahlen.

16.25 Uhr: Eindrücke aus der Kreisstadt, wo unsere Reporterin Franziska Langhammer heute im Whallokal an der Realschule unterwegs war.

Ebersberg Realschule

Auf die Hörner genommen: Eine junge Frau hat einen Tierschädel zur Wahl mitgebracht, was auch sonst, und natürlich mit Mundschutz.

(Foto: Franziska Langhammer)
Ebersberg Realschule

Wahllokal in Ebersberg in der Realschule: Die Stimmung ist gut, mehr Menschen als erwartet geben sich die Klinke in die Hand. Dafür gibt es Desinfektionsspray für alle, die es wollen, neben den Urnen. Sie werden laut Wahlhelfer nur ab und zu benutzt.

(Foto: Franziska Langhammer)

16.32: Eine Frage dieses Abends: Wird dieser Liveticker viral gehen?

16.34: Weitere wichtige Fragen an diesem Wahlabend: Bleibt Angelika Obermayr die einzige Frau auf den Chefposten in den Landkreis-Radthäusern? Und bleibt sie die einzige von den Grünen? Setzen die Grünen ihren bundes- und landesweiten Aufwärtstrend fort? Und setzt sich der Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung fort. Bis heute Abend um 23 Uhr sollten wir diese Fragen hoffentlich alle geklärt haben.

16.39 Uhr: In Grafing ging die AfD am Samstagvormittag nochmal in die Offensive, handelte sich allerdings mit ihrem Wahlstand am Marienplatz prompt mehere Konter ein. Grafinger Bürger stellten sich dagegen.

Grafing

Grafing AfD-Proteste

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

16.43 Uhr: Wer wo gegen wen antritt? Zur Vorbereitung des Wahlabends von Grafing bis Emmering empfehlen wir ihnen dieses Servicestück.

16.46 Uhr: Wenn Sie diese packende Lektüre bis zu Ende gelesen haben, sind Sie nun darüber informiert, dass heute überall in Bayern gewählt wird außer in Baiern. Die zweitkleinste Gemeinde im Ebersberger Landkreis hat diesen Akt bereits vor zwei Jahren bewältigt und Josef Riedl von der Liste "Einigkeit" gewählt.

17.00 Uhr: Da wir noch etwas Zeit haben, bis es hier um die Wurst geht, eine kleine Anekdote zu Baierns Bürgermeister Josef Riedl, der 2018 ohne Gegenkandidat gewählt wurde. So wie heute auch in Frauenneuharting, Oberpframmern, Aßling, Forstinning und Glonn. Interessant an Riedls Wahlergebnis: Er holte nicht hundert, sondern nur 91 Prozent. "Es gab einzelne, die einen leeren Zettel abgegeben haben oder andere Vorschläge draufgeschrieben haben", wie Riedl am Freitag vor der Wahl berichtet. Diese Möglichkeit besteht auch heute in den fünf Gemeinden mit nur einem Kandidaten. Es geht also auch dort um etwas.

17.04 Uhr: Riedl hat heute dennoch zu tun, und zwar als Wahlhelfer in seiner Gemeinde. Schließlich wird auch dort gewählt, so wie in den 20 anderen Kommunen im Landkreis: Gemeinderat, Kreisrat und Landrat.

17.09: Eindrücke aus Ebersberg, wo in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule um 15 Uhr damit begonnen wurde, die Briefwahl auszuzählen.

Sonntagnachmittag in der Ebersberger Turnhalle der Grund- und Mittelschule.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

17.13 Uhr: Eine Wahlhelferin bei der Auszählung, die in Kürze operiert wird, und trotzdem gekommen ist.

Kommunalwahl 2020: EIne Wahlhelferin in Grafing.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

17.20 Uhr: So, langsam wird's ernst. In einer halben Stunde schließen die Wahllokale, wagen wir also eine kleine zeitliche Prognose. Zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr dürften die ersten Auszählungen bekannt gegeben werden. Welche Gemeinde wann fertig ist, und wann die Landratswahl ausgezählt ist, bleibt jedoch eine Überraschung.

17.25 Uhr: Widmen wir uns der aus Sicht dieses Livetickers spannendsten Wahl in ganz Bayern: Die Bürgermeisterwahl in Ebersberg. Die Kreisstadt muss nach 26 Jahren Regentschaft einen Nachfolger für Walter Brilmayer von der CSU finden. Wobei sich hier zwei entscheidende Fragen stellen: Wie geht die Wahl heute aus? Und: Wie verlässt man einen Chefsessel, mit dem man praktisch verwachsen ist? Gerüchteweise wurde bereits ein Räumungskommando bestellt um Brilmayer im April aus dem Rathaus zu tragen.

17.30 Uhr: Lassen wir den Klamauk - kurz - beiseite und werfen einen Blick aufs Tableau. Fünf Männer kandidieren für Walter Brilmayers Nachfolge in Ebersberg, was zeigt, dass der Bürgermeisterberuf auch im Jahr 2020 noch attraktiv genug ist, um sich dafür zu bewerben. Uli Proske, 48, der für die SPD kandidiert, würde dafür gar seinen Posten als Feuerwehrkommandant aufgeben. Toni Ried (Freie Wähler) ist bereit, mit 65 Jahren sein Rentnerdasein zu unterbrechen. Und der 23 Jahre alte Alexander Gressierer (CSU) würde die wilden Jahre des Jungseins opfern. Wobei noch zwei Kandidaten fehlen: Josef Peis, 46, von Pro Ebersberg und Bernhard Spötzl, 57, von der FDP, denen der Liveticker mindestens Außenseiterchancen einräumt. Bei so viel lokalpolitischer Kompetenz legt sich der Liveticker in seiner Prognose fest: In Ebersberg wird es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen.

17.31 Uhr: Hier der Überblick über die fünf Kandidaten von Wieland Bögel.

17.33 Uhr: Nochmal ein Blick ins Wahllokal im Grafinger Gymnasium, wo unser Fotograf Peter Hinz-Rosin heute Nachmittag Eindrücke gesammelt hat: Thomas Schaal, ein Mitarbeiter der Stadt Grafing, desinfiziert die Wahlkabinen dort stündlich.

Thomas Schaal von der Stadt Grafing desinfiziert stündlich die Wahlkabinen im Grafinger Gymnasium.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

17.35: Der Liveticker muss sich hier nochmal kurz den Wahlplakaten der AfD von gestern am Grafinger Marktplatz widmen. "Heimat made in Germany", stand u.a. auf den Bannern. Dies wirft die Frage auf, ob die Partei die deutsche Sprache womöglich nicht zur Heimat dazu zählt. Ein anderer Schluss: Die AfD zählt neuerdings auch englischsprachige Länder zur Heimat dazu, zum Beispiel Nigeria oder Uganda. Ganz im Sinne von: Die Welt ist unsere Heimat.

17.40 Uhr: Zur Wahl des Landrats: Amtsinhaber Robert Niedergesäß hat vier Herausforderer: Waltraud Gruber (Grüne), Omid Atai (SPD), Vincent Kalnin (Linke) und Robert Böhnlein (Bayernpartei). Niedergesäß ist als Amtsinhaber und CSU-Mitglied bei so einer Wahl in Bayern naturgemäß Favorit, weswegen eine Viertelstunde vor Stimmabgabeschluss erwähnt sein darf, wie man dem Vaterstettener bei Bedarf eine einschenkt. Man erwähne das Stichwort "Sparkassensaal" und erhoffe sich eine Reaktion, wie von einem Corona-Hypokonder, der gerade von einer Schar hustender Asiaten umringt ist.

Grafing

Samstagfrüh am Grafinger Marktplatz.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

17.45 Uhr: Apropos Hamsterkäufe: Die SZ Ebersberg hat sich an diesem Massenphän schon beteiligt, als dies noch gar kein Massenphänomen war. Das Ergebnis: Manni II., der Nachfolger des Anfang Januar verstorbenen Redaktionshamsters Manni I. Er ruhe in Frieden.

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Manni II. in seinem Reich in der Ebersberger SZ.

(Foto: SZ)

17.50 Uhr: Würde Hamster Manni II. ein Nagebuch führen: Heute stünde drin: Wow, so viele Menschen habe ich hier in der Redaktion schon lange nicht mehr gesehen. Für Sie, liebe Leser, sind heute so gut wie sämtliche Kräfte der SZ Ebersberg im Einsatz: Barbara Mooser ist im Landratsamt für die Landratswahl vor Ort, Alexandra Leuthner hält in Vaterstetten die Stellung, Wieland Bögel kümmert sich in Ebersberg um die Bürgermeisterwahl, Johanna Feckl verfolgt das Geschehen in Poing, Andreas Junkmann ist in Kirchseeon unterwegs, Elisabeth Urban in Markt Schwaben (Danke für die Vertretung Elli!), Franziska Langhammer ist in Zorneding vor Ort, Philipp Schmitt in Anzing und (!) Hohenlinden, Thorsten Rienth hält in Grafing die Stellung, Simon Groß in Emmering und Annika Kessel in Steinhöring.

Redaktion

17.15 Uhr in der Redaktion der Ebersberger SZ: Aufbruchstimmung bei unseren Reportern und Fotografen, die nun in der Region ausströmen.

(Foto: Korbinian Eisenberger)

17.55 Uhr: Fünf Minuten noch, und dann ist es tatsächlich geschafft: Trotz der kompliziertesten Umstände seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Menschen im Landkreis Ebersberg diese Wahl ganz unhysterisch gewuppt. Gut so, denn wir hatten schon Szenarien wie diese befürchtet.

18.00 Uhr: Die Wahllokale sind zu. Anpfiff. Pack ma's. Wenn schon alle Fußballspiele abgesagt werden, dann wenigstens hier und heute Abend: Spannung pur! Zum Beispiel in Markt Schwaben und Poing, wo jeweils vier Kandidaten bereit stehen, die sich nicht ganz zu unrecht allesamt Chancen auf die Stichwahl ausrechnen. Der Liveticker legt sich in beiden Fällen fest: In die Stichwahl wird es sowohl in Poing als auch in Markt Schwaben gehen.

18.05 Uhr: Was wir bei den spannenden Bürgermeisterwahlen nicht unterschlagen wollen. Natürlich wurden heute auch die Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte gewählt. In Kirchseeon darf sich das frisch gewählte Gremium dann auf einen neuen Rathaussitzungssaal freuen.

Kirchseeon

Der neue Sitzungssaal im Kirchseeon befindet sich noch in der Entstehungsphase.

(Foto: Andreas Junkmann)

18.13 Uhr: Robert Böhnlein (rechts) ist der erste Landratskandidat, der am Sonntagabend im Sitzungssaal des Landratsamts auftaucht, (hier mit Peter Speckmaier aus Hohenlinden). Der Kandidat trinkt Wasser.

18.18 Uhr: Erstes Ergebnis aus dem Landratsamt Ebersberg: Landrat Robert Niedergesäß bei 66 Prozent.

18.25 Uhr: Waltraud Gruber von den Grünen kommt auf 20,75 Prozent, Omid Atai von der SPD auf 13,2.

Robert

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) kurz nachdem er das Wahlergebnis erfahren hat.

(Foto: Barbara Mooser)

18.30 Uhr: In Vaterstetten ist das Bayerische Fernsehen zu Gast. Dem Fernsehteam geht es um die Frage, ob dort Kandidaten gewählt wurden, die unfreiwillig kandidiert haben. Also Personen, die über AfD-Gemeinderat Manfred Schmidt auf die Listen der AfD gelangt sind, ohne dies zu wollen. Die Hintergründe hierzu.

18.37 Uhr: Erste Zahlen aus Grafing: Offenbar hat die einzige Bürgermeisterin im Landkreis Ebersberg Angelika Obermayr von den Grünen hier die Nase vorn, berichtet unser Reporter Thorsten Rienth. Es könnte aber zu einer Stichwahl kommen.

18.44 Uhr: Update aus Grafing, dort sind die Hälfte der Stimmbezirke ausgezählt, Stand jetzt hätte Amtsinhaberin Angelika Obermayr (Grüne) dort hauchdünn die absolute Mehrheit.

18.48 Uhr: Erste Nachrichten aus Zorneding meldet unserer Reporterin Franziska Langhammer. Dort liegt AMtsinhaber Piet Mayr (CSU) derzeit mit 54 Prozent vor Herausforderin Bianka Poschenrieder (SPD), die auf 30 Prozent kommt. Peter Pernsteiner (FDP) liegt bei 9,7 Prozent, für die Linke liegen noch keine Zahlen vor.

18.50 Uhr: Hammer in Ebersberg, wo gerade die Auszählung der knapp 4500 Briefwähler beginnt. Das Zwischenergebnis spricht eine deutliche Sprache: 48 Prozent für Uli Proske von der SPD, 28 Prozent für Alexander Gressierer vond er CSU. Die Frage ist: Hat der Liveticker mit seiner Prognose unrecht und es kommt doch nicht zur Stichwahl. Proske fehlen dafür noch gut zwei Prozent...

18.53 Uhr: Das ganze ist nicht so weit entfernt von Gänsehaut-Feeling. Man muss sich das als Leser so vorstellen: Für einen Lokaljournalisten ist die Kommunalwahl so etwas wie für einen Fußball-Fan die Weltmeisterschaft. Mit dem Unterschied, dass man auf die Wahlen zwei Jahre länger warten muss. Noch ein Unterschied: Wenn die WM für Deutschland zu Ende ist, fließen bisweilen Tränen. Wenn diese Redaktion heute um 23 Uhr die Zeitung fertig gestellt hat, fließen eher Freudentränen.

18.55 Uhr: Beenden wir den emotionalen Exkurs und schauen nach Vaterstetten, wo es harte Fakten gibt. Die erste Meldung: Leonhard Spitzauer (CSU) 39,3 Prozent, Maria Wirnitzer (SPD) 26,4 Prozent, David Göhler (Grüne) 17,4 Prozent, Roland Meier (FW) 9,7 Prozent, Klaus Willenberg (FDP) 7,1 Prozent.

19 Uhr: In Grafing kommen die ersten Briefwahl-Bezirke rein, Christian Bauer (CSU) holt auf.

19.03 Uhr: In Markt Schwaben wird noch ausgezählt.

Markt SChwaben

Auszählung am Wahlsonntag in Markt Schwaben.

(Foto: Elisabeth Urban)

19.13 Uhr: Poings scheidender Bürgermeister Albert Hingerl checkt erste Zahlen. Gerade ist das Poinger Endergebnis gekommen: Was für eine enge Kiste. Thomas Stark (CSU) liegt mit 35,4 Prozent knapp vor Reinhard Tonollo (SPD) mit 33,9 Prozent. Das wird eine spannende Stichwahl in zwei Wochen.

Hingerl

Albert Hingerl (SPD) am Sonntag der Wahl seines Nachfolgers, er ist noch bis Mai Bürgermeister von Poing.

(Foto: Johanna Feckl)

19.15 Uhr: Sorry, aus Poing war das nur ein Zwischenergebnis, jetzt liegt Tonollo hauchdünn vor Stark. Ein Krimi!

19.17 Uhr: Aus Moosach erfahren wir, dass es dort eine Stichwahl zwischen Michael Eisenschmid (CSU und Moosacher Bürger) und Norbert Probul (UWG und AMB) geben wird, genaueres folgt.

19.21 Uhr: Auf der Webseite des Landratsamtes gibt es Probleme mit den Zahlen zur Wahl. Das könnte zum Problem für die gedruckte SZ aus Ebersberg werden - weswegen wir uns in der Redaktion gerade so fühlen: Zum Video.

19.26 Uhr: Im Landratsamt Ebersberg sind die Häppchen bei dieser Kommunalwahl so gut verpackt wie nie zuvor (Foto: Barbara Mooser). Wobei die Frage ist, worauf die Besucher in diesen Zeiten mehr abfahren: Die Happen, oder die Servietten. #wischenimpossible

Landratsamt

Wahl-Häppchen im Landratsamt Ebersberg am Sonntagabend.

(Foto: Barabra Mooser)

19.30 Uhr: Wahlleiter Andreas Wenzel hat mittlerweile übrigens wegen schlechter Datenübertragung der Wahlergebnisse auf der Landratsamts-Webseite bei der Firma AKDB nachgefragt, die das Programm zur Verfügung stellt. Manni II denkt sich in seinem Hamster-Radhaus: Macht hinne!

Manni II

Unser Redaktionshamster Manni II. in seinem Rad-Haus. Er wird - auch an diesem Sonntag - vor allem Nachts aktiv.

(Foto: Korbinian Eisenberger)

19.35 Uhr: Der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber ist hier im Ebersberger Landratsamt die beste Informationsquelle. Er verrät: Amtsinhaber Roland Frick in Pliening hat 58,2 Prozent, Piet Mayr in Zorneding 56 Prozent, Kathrin Alte in Anzing 66 Prozent.

19.41 Uhr: Update vom Krimi in Poing. Derzeit liegt Im Moment liegt Thomas Stark für die CSU mit 35 Prozent knapp vor Reinhard Tonollo (SPD) mit 33,3 Prozent. Zwei Stimmbezirk fehlen noch. Trommelwirbel.

19.47: Wir schauen nach Kirchseeon, wo Kollege Andreas Junkmann vor Ort die Stellung hält. Dort warten alle weiter auf das Endergebnis. CSU-Kandidat Jan Paeplow und Klaus Seidinger von der FreienWählergemeinschaft haben sich bereits darauf geeinigt, in den nächsten zwei Wochen bis zur Stichwahl auf die üblichen Wahlkampf-Rituale zu verzichten und reinen Internet- und Post-Wahlkampf zu führen. Keine Infostände - dieser Virus hat also auch sein Gutes.

19.54 Uhr: Und noch eine Bürgermeisterin für den Landkreis Ebersberg. Vor sechs Jahren scheiterte Martina Lietsch in Steinhöring noch haarscharf an Anton Hofreiter (CSU), dieser Wahlabend ist nun ihr großer Triumpf. Mit 59,9 Prozent wird sie für die Freie Liste ins Steinhöringer Rathaus einziehen. Christian Schächer (CSU) liegt mit 24,1 Prozent abgeschlagen dahinter. Zur Vollständigkeit: Robert Wagner (PWG): 9,3 Prozent, Caren Lipp (Bürgerliste): 6,7 Prozent.

20.02 Uhr: Aus Grafing ist zu erfahren, dass es für Amtsinhaberin Angelika Obermayr nicht reicht. Sie liegt nach der Auszählung des letzten von 26 Wahlbezirken mit etwas über 70 Stimmen leicht vor Christian Bauer (CSU).

20.07 Uhr: Klar ist, dass der Landkreis Ebersberg seine Frauenquote mindestens verdoppelt. Mit Kathrin Alte in Anzing und Martina Lietsch in Steinhöring sind zwei Bürgermeisterinnen sicher. In Grafing entscheidet sich am Sonntag in zwei Wochen, ob Obermayr ihren Posten verteidigt.

20.13 Uhr: Triumpf für Uli Proske in der Kreisstadt: Das Endergebnis aus Ebersberg sieht den 48-Jährigen mit 46,7 Prozent klar vor CSU-Kandidat Alexander Gressierer, der mit seinen 23 Jahren immerhin auf 30,8 Prozent kommt. Ein respektables Ergebnis für den jüngsten Bürgermeisterkandidat bei dieser Wahl 2020 im Kreis Ebersberg.

20.19 Uhr: Für Toni Ried war es bei seiner zweiten und letzten Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Ebersberg hingegen ernüchternd: Platz drei mit 11,0 Prozent. Am Telefon nimmt er es gelassen: "Ich sehe es gelassen, demokratische Entscheidungen muss man akzeptieren". Josef Peis (9,4 Prozent für Pro Ebersberg): "Ich bin enttäuscht, als neue Gruppierung waren wir zu wenig bekannt." Bernhard Spötzl (2,0 Prozent für die FDP) haben wir noch nicht für ein Statement erreicht.

20.25 Uhr: Dafür die beiden, die nun in die Stichwahl gehen: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut ist. Jetzt ärgert es mich sogar, dass es so knapp war", sagt Uli Proske. Sein Kontrahent Alexander Gressierer von der CSU erklärt: "Bei vier Bewerbern aus dem bürgerlichen Lager war ein solches Ergebnis zu erwarten."

20.27 Uhr: Was ist denn hier los? Überraschung auch in Emmering: Claudia Streu-Schütze (Freie Wählergemeinschaft) heißt die neue Bürgermeisterin in der Gemeinde im Südosten des Ebersberger Landkreises. Streu-Schütze hat sich bereits im ersten Wahlgang mit 55,1 Prozent gegen ihre Mitbewerber Hubert Rüegg (CSU) mit 35,1% und Josef Stocker (Bürger für Emmering) mit 9,8% aller Stimmen durchgesetzt und somit eine Stichwahl verhindert. "Ich bin echt überwältigt, ich freue mich total über das Vertrauen der Bürger", sagt die neue Bürgermeisterin.

20.29 Uhr: Es geht hier Schlag auf Schlag. Fertig sind übrigens seit einiger Zeit auch die Poinger. Das Endergebnis dieses Krimis: Thomas Stark (CSU) holt 35,1 Prozent und geht in die Stichwahl gegen Reinhard Tonollo (SPD), der knapp dahinter bei 33,1 Prozent landet. Das wird spannend. Nicht weit dahinter: Günter Scherzl (Freie Wähler) holt 25,8 Prozent, Marc Salih (FDP) liegt am Ende bei 6,1 Prozent.

20.35 Uhr: Zwischenstand aus dem Landratsamt nach 139 von 207 ausgezählten Stimmbezirke. Bei der Landratsawahl liegt Amtsinhaber Robert Niedergesäß (CSU) mit 62,7 Prozent klar vor Waltraud Gruber (Grüne) mit 24,6 Prozent. Dahinter bahnt sich ein bitteres Ergebnis für den 27 Jahre alten SPD-Kandidat Omid Atai (SPD) an, der derzeit nur bei 5,7 Prozent liegt, vor Robert Böhnlein (Bayernpartei) mit 5,1 Prozent und Vincent Kalnin (Linke) mit 2,0 Prozent.

20.41 Uhr: Das Endergebnis aus Vaterstetten: Leonhard Spitzauer holt mit 39,1 Prozent klar die meisten Stimmen, muss aber in die Stichwahl am 29. März. Seine Kontrahentin: Maria Wirnitzer von der SPD, sie kommt im ersten Wahlgang auf 27,8 Prozent. Dahinter: David Göhler von den Grünen (14,8 Prozent), Roland Meier von den Freien Wählern (11,7 Prozent) und Klaus Willenberg

20.43 Uhr: Und weil es so schön ist,liefert mein Kollege Thorsten Riehnt das knappste Ergebnis im Landkreis Ebersberg gleich hinterher. Das gab's in Grafing: Die Amtsinhaberin Angelika Obermayr von den Grünen (bisher die einzige Frau und einzige Grüne im Landkreis Ebersberg) hat einen minimalen Vorsprung von 79 Stimmen. In Zahlen sieht das Ergebnis so aus: 43,97 Prozent oder 3096 Stimmen für Obermayr, 42,85 Prozent respektive 3017 Stimmen für CSU-Herausforderer Christian Bauer. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen der SPD-Kandidat Christian Kerschner-Gehrling mit 5,92 Prozent, Claus Eimer (FDP) mit 3,83 und Walter Schmidtke (Bayernpartei) mit 3,42 Prozent. Einen Sprung machte die Grafinger Wahlbeteiligung: Hatten bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2014 noch 58,87 Prozent der Wahlberechtigten den Bürgermeister-Stimmzettel abgegeben, waren es am Sonntag 64,94 Prozent. Trotz Virus. Da gönnt sich Manni II in seinem Hamster-Radhaus erstmal eine getrocknete Heuschrecke.

21.00 Uhr: Da wäre mir doch glatt eine der spannendsten Gemeinden durchgerutscht. Markt Schwaben ist ausgezählt. Dies ist das Ergebnis: Michael Stolze, der Doppelkandidat von SPD und Freien Wählern, holt mit 38,9 Prozent klar die meisten Stimmen. Dahinter liegt Frank Eichner von der CSU mit 26,4 Prozent, der Stolze in zwei Wochen in der Stichwahl herausfordern wird. Sascha Hertel (Zukunft Markt Schwaben) kommt auf 17,8 Prozent, Raphael Brandes (Grüne) auf 17,0. Wahlbeteiligung: 55,2 Prozent.

21.10 Uhr: Wir begeben uns jetzt weiter auf Stimmenfang und beginnen bei Martina Lietsch (Freie Liste) in Steinhöring, die vor sechs Jahren noch so knapp unterlegen war und nun mit 59,9 Prozent triumphiert. "Ich bin überwältigt, ich hätte nicht gedacht, dass wir hier mit so einem klaren Ergebnis ohne Stichwahl rauskommen", so Lietsch. Sie wünscht sich für ihre Amtszeit, dass sie "alles was ansteht, und es steht viel an, gemeinsam gut schaffen und alles zusammen gut über die Bühne bringen."

21.15 Uhr: In Poing haben wir mit Thomas Stark (Parteilos für die CSU) gesprochen, der mit 35,1 Prozent die meisten Stimmen holte: "Super, jetzt gibt's erst mal ein Bier - oder zwei", so Stark. Mit dem Einzug in eine Stichwahl sei das "Zwischenziel" erreicht, sagte Stark nach der Verkündung des vorläufige Ergebnisses in der Aula der Anni-Pickert-Schule in Poing.

Schnipsel

Thomas Stark (CSU) mit seiner Frau nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Poing.

(Foto: SZ)

21.20 Uhr: Starks Herausforderer Reinhard Tonollo (SPD), 33,1 Prozent: "Mir ist jetzt erst einmal ein großer Stein vom Herzen gefallen." Er sei "froh und stolz" über den Ausgang, sagte Tonollo nam Abend am Telefon - er verfolgte die Auszählung online mit seinem Wahlkampf-Team bei sich zuhause.

Tonollo

Reinhard Tonollo feierte das Poinger Wahlergebnis bei sich zuhause.

(Foto: Privat)

21.25 Uhr: Der Ebersberger SPD-Bürgermeister-Kandidat Uli Proske feiert das Wahlergebnis im Gasthaus Artesano in Ebersberg.

Wahlabend - SPD Uli Proske

Uli Proske am Wahlabend.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

21.30 Uhr: Sein Stichwahl-Gegner Alexander Gressierer von der CSU analysiert das Ergebnis. Noch hat der 23-Jährige die Chance, als jüngster Bürgermeister in die Geschichte einzugehen, den es je im Landkreis Ebersberg gab.

Wahlabend - EBE CSU Gressierier

CSU-Kandidat Alexander Gressierer am Wahlabend bei der Analyse.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

21.40 Uhr: Dieser Schnappschuss unseres Fotografen Peter Hinz-Rosin macht bereits Vorfreude auf die kommenden beiden Wahlkampfwochen in Grafing.

Wahlabend - Bgm Wahl Grafing Obermayr / Bauer

Wahlabend - Bgm Wahl Grafing Obermayr / Bauer (c)HR ArchivNr: 20hr0255_03 / 15.03.2020 / Grafing, Gymnasium, Bürgermeisterwahl, CSU Kandidat Christian Bauer und amtierende Bgm Angelika Obermayr schauen gespannt auf die Wahlergebnisse.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

21.50 Uhr: Je länger dieser Abend dauert, desto langsamer wird hier in der Ebersberger Redaktion die Internetverbindung. Mein Wunsch an den künftigen Bürgermeister: Ich hätte es gerne anders herum.

21.55 Uhr: Die Moosacher haben sich mit einer Wahlbeteiligung von 77 Prozent in das Herz eines jeden Demokratieverfechters gewählt. Das ist bei einer Kommunalwahl nahezu sensationell.

21.57 Uhr: Stolze Frau: Der gemeinsame Kandidat von SPD und Freien Wählern Michael Stolze empfängt erste Gratulationen von seiner Ehefrau Sabine. Mit 38,9 Prozent der Stimmen geht er als Favorit in die Stichwahl gegen CSU-Kandidat Franke Eichner (26,4 Prozent).

Am Sonntagabend im La Piazza beim Italiener im Unterbräu: Sabine und Michael Stolze.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

22.03 Uhr: Dahm's Danke: Die Ortsvorsitzende der Markt Schwabener CSU Valentina Dahms bedankt sich mit Aufklebern bei den Wählern, die für die CSU und ihren Spitzenkandidaten Frank Eichner gestimmt haben. In zwei Wochen fällt dann die Entscheidung, wer dem aus Altergründen scheidenden Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) nachfolgen wird.

Dahm's Danke: Die Ortsvorsitzende der Markt Schwabener CSU Valentina Dahms bedankt sich mit Aufklebern bei den Wählern.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

22.08 Uhr: Der Livetickerer muss kurz ins Finale der Zeitungsproduktion mit einsteigen, quasi das WM-Finale für Lokaljournalisten. Hier im Liveticker geht's dann aber gleich weiter.

22.41 Uhr: Weiter geht's mit dem Endergebnis bei der Landratswahl: 61,2 Prozent nimmt Amtsinhaber Robert Niedergesäß (CSU) fast schon bescheiden entgegen: "Das ist mehr als erfreulich, damit hätte ich nicht gerechnet." Doch auch Waltraud Gruber von den Grünen, die ebenfalls in den Sitzungssaal des Landratsamts zum Wahl-Watching gekommen ist, wirkt nicht unglücklich - warum auch: Sie ist klar Zweite im Wettbewerb und hat 24,1 Prozent der Stimmen auf sich vereint: "Das ist sehr zufriedenstellend für mich und freut mich total", sagt sie.

22.45 Uhr: Weit abgeschlagen hinter ihnen landen Omid Atai von der SPD mit 7,5 Prozent der Stimmen, Robert Böhnlein von der Bayernpartei mit 5,4 und Vincent Kalnin von der Linken mit 1,9 Prozent.

22.57 Uhr: Noch ein Ergebnis, das diese Wahl und ihren Tenor gut abrundet: In Egmating holt Inge Heiler von der Bürgerliste 49 Prozent der Stimmen und steht damit kurz davor, Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) nach 26 Jahren im Amt abzulösen. Das ist, fürwahr, eine faustdicke Überraschung, um diese Floskel heute Abend auch noch zu bemühen.

23.00 Uhr: Zwei Stimmen die meine Kollegen Alexandra Leuthner in Vaterstetten gesammelt hat, wo Leonhard Spitzauer (CSU) gegen Maria Wirnitzer (SPD) in die Stichwahl geht. "Mein Ziel war immer die Stichwahl. Das werden jetzt noch einmal zwei harte Wochen, wir werden uns jetzt erst einmal mit dem Team zusammensetzen und sehen, was wir machen können", sagte Wirnitzer am Abend. Spitzauer erklärte: "Mit 40 Prozent hatte ich ja nicht gerechnet, aber wenn ich es schaffe, hab ich mir gedacht, dann wär das schon eine Sache. Jetzt gilt's natürlich für die nächsten zwei Wochen. Über Social Media können wir schon auch was machen, aber natürlich nicht alle Gruppen Leute erreichen."

23.03 Uhr: Bevor ich mich mit einigen Funfacts verabschiede, hier das Tableau dieses Abends mit den Wahlgewinnern und den Stichwahl-Teilnehmern, heimlich aus der (jetzt im übrigen fertigen) Zeitung gescreenshottet.

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(Foto: SZ)

23.10 Uhr: Die Kollegen stoßen gerade an, deswegen muss ich mich nun von diesem Livelticker wahl oder übel trennen. Was zu kurz kam kommt nun zum Schluss: Der jüngste Bürgermeister bleibt vorerst der 41 Jahre alte Rupert Ostermair in Forstinning. Genau wie Ostermair hatte auch der nächste Rekordhalter keinen Gegenkandidaten: Andreas Lutz (CSU), der in Oberpframmern 92,5 Prozent geholt hat, so viel wie kein anderer Bürgermeisterkandidat im Landkreis Ebersberg (sogar noch mehr als Martin Riedl 2018 in Baiern). Und, trotz Virus: Die Wahlbeteiligung war an diesem Sonntag bei 63 Prozent, und damit acht Prozentpunkte höher als 2014. Da darf sich der Demokrat freuen.

Ende

Redakteur Wieland Bögel (links) und Redaktionshamster Manni II. (gut versteckt).

(Foto: Korbinian Eisenberger)

23.15 Uhr: Das Hamsterrad hat sich ausgedreht, Manni II schlummert, selbst Kollege und Tierflüsterer Wieland Bögel vermag ihn nicht mehr zu wecken. Das Rad-Haus steht still, und die Tastatur nun auch. Herzlichen Dank fürs Mitlesen, Anregungen, Kritik nehmen wir gerne unter lkr-ebersberg@sueddeutsche.de an. Eine gute Nacht wünscht Korbinian Eisenberger.

© sz.de/koei
Kommunalwahl 2020

Kommunalwahl in Ebersberg
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Von Korbinian Eisenberger

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