Festival:Feiern im schönsten Renaissance-Hof Münchens

Festival: Herzkasperlzelt-Musik in Renaissance-Ambiente: Im Innenhof der Alte Münze, wo Bayerns Denkmalschützer residieren, wird jetzt gefeiert.

Herzkasperlzelt-Musik in Renaissance-Ambiente: Im Innenhof der Alte Münze, wo Bayerns Denkmalschützer residieren, wird jetzt gefeiert.

(Foto: Catherina Hess)

Bayerns Denkmalpfleger begehen gemeinsam mit dem Wirtshaus im Fraunhofer den "Münchner Denkmalsommer".

Von Franz Kotteder

Wer das Wirtshaus im Fraunhofer kennt, der fragt sich, warum es nicht schon längst komplett unter Denkmalschutz steht. Und zwar nicht nur die Innenausstattung, die einer typischen Münchner Gaststätte der Prinzregentenzeit entspricht, sondern auch das gesamte Personal vom Wirt Beppi Bachmaier über den stets schweigsamen Schankkellner Hans und den Oberkellner Harald bis hin zu allen Bedienungen - und das keineswegs aus Altersgründen, sondern als Gesamtkunstwerk.

Insofern passt es natürlich wunderbar, dass sich das Landesamt für Denkmalpflege und das Fraunhofer-Wirtshaus zusammengetan haben, um den ersten Münchner "Denkmalsommer" zu feiern. An diesem Samstag, 1. Juli, um 14 Uhr ist Eröffnung im prächtigen Innenhof der Alten Münze am Hofgraben. Hier haben die bayerischen Denkmalschützer ihren Amtssitz, und einen besseren Ort hätten sie gar nicht finden können, denn der Hof stammt aus der Renaissance und ist natürlich selbst ein Denkmal. Dann geht es weiter, und zwar fast bis zum Ende der Sommerferien.

Das zeigt, wie aus einem eher nüchternem Anlass - 50 Jahre bayerisches Denkmalschutzgesetz - eine recht bunte Veranstaltung entstehen kann. Es gibt nämlich nicht nur die Jubiläumsausstellung "Moment mal - Denkmal!" in der Säulenhalle der Alten Münze, die über die Arbeit der Denkmalpfleger und Archäologen informiert. Sondern auch einen großen Kulturbiergarten im Münzhof, in dem auch regelmäßig kostenlose Konzerte stattfinden. Das Programm hat Martin Jonas vom Theater im Fraunhofer zusammengestellt. Und wer in den vergangenen Jahren im Herzkasperlzelt auf der Oiden Wiesn gewesen ist (sofern eine Oide Wiesn stattfand, natürlich), der wird einigen alten Bekannten aus der neuen Volksmusikszene begegnen. Denn auch für das Kulturprogramm des Wiesnzelts ist Jonas verantwortlich.

Die Musik aber ist alles andere als denkmalschutzreif, im Gegenteil: Vieles davon basiert zwar auf althergebrachten Formen und Formeln, die dann aber ganz neu interpretiert werden und so noch nicht gehört wurden. Seien das nun am Eröffnungswochenende der gebürtige Partenkirchener Loisach Marci alias Marcel Engler mit seinem Alphorn-Techno (Samstag, 19.30 Uhr) oder die multikulturelle Unterbiberger Hofmusik (Sonntag, 19.30 Uhr).

Gespannt darf man auch sein, was die Münchner Ausnahme-Geigerin Evi Keglmaier am darauf folgenden Sonntagabend (19.30 Uhr) mit Matze Brustmann von der Indie-Band Balloon Pilot anstellt. Keglmaier ist auch Mitglied der gefeierten Hochzeitskapelle um die beiden Notwist-Brüder Micha und Markus Acher (Freitag, 28. Juli), und womöglich spielt sie zum Abschluss des Festivals auch mal wieder bei G. Rag & die Landlergschwister an der Tuba mit (Sonntag, 10. September, 19.30 Uhr). Weitere Höhepunkte sind die Konzerte mit Maria Hafner und Theresa Loibl (Samstag, 29. Juli, 19.30 Uhr), das Münchner Abschiedskonzert von Hans Well und seiner Wellbappn (Sonntag, 30. Juli, 19.30 Uhr) sowie das neue Duo-Projekt von Maxi Pongratz (Koflgschroa) und Simon Ackermann.

Denkmalsommer in der Alten Münze, Hofgraben 4, 1. Juli bis 10. September, Ausstellung: Montag bis Freitag 8-16 Uhr, Biergarten: Donnerstag/Freitag 17-23 Uhr, Samstag/Sonntag 11-23 Uhr, www.blfd.bayern.de/denkmalsommer

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