Wer Russland heute verstehen will, muss auf die Doktorarbeit Wladimir Putins schauen. Sie zu lesen ist inzwischen zwar unmöglich - das Werk, vermutlich ein Plagiat und noch dazu eine Auftragsarbeit, liegt unter Verschluss. Aber der Titel - "Die strategische Planung regionaler Ressourcen bei der Bildung von Marktbeziehungen" - ist die Verklausulierung dessen, was an diesem 21. Juli in Lubmin am Endpunkt der Pipeline Nord Stream 1 zu beobachten ist: Russland gestaltet "Marktbeziehungen" - freilich nicht nach Regeln der Marktwirtschaft, sondern nach denen der Geopolitik und der strategischen Interessen.
MeinungEnergiekriseEuropa in Gas-Geiselhaft

Kommentar von Stefan Kornelius
Lesezeit: 3 Min.

Russland liefert wieder so viel wie vor der Wartung, 40 Prozent der Leitungskapazität: Ankunftsort von Nord Stream 1 in Lubmin.
Markus Schreiber/APWie viel jetzt aus der Pipeline kommt ist Nebensache: Putin hat Energie zur geopolitischen Waffe gemacht. Europa muss sich nun dringend schweren Fragen stellen - es geht um den Frieden auf dem Kontinent.
