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Geschlechterklischees:Wer sich traut, kann rechnen

In der Schule haben Jungen oft die besseren Noten in Mathematik als Mädchen. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch besser in Mathe sind. An den schlechteren Noten der Mädchen sind nämlich oft die Lehrer schuld, weil sie die Jungen von vornherein einfach für besser halten. Deshalb geben sie ihnen bessere Noten. Und sie geben ihnen auch grundsätzlich das Gefühl, besser zu sein. Dadurch gehen die Jungs lieber in den Mathe-Unterricht.

Allein das reicht schon aus, dass sie dort auch leichter lernen und bessere Klassenarbeiten schreiben. Denn wenn es jemanden gibt, der an einen glaubt, dann glaubt man auch selbst an sich. Und schon wird man richtig gut.

Nur ein bisschen sind also auch die Mädchen schuld daran, dass sie in Mathe schlechter abschneiden: Sie lassen sich von den Jungen und den Lehrern und den ganzen Vorurteilen ins Bockshorn jagen. Sie lassen sich einreden, weniger gut zu sein; und schon schneiden sie in Tests auch schlechter ab.

Vor einigen Jahren haben Psychologen an einer amerikanischen Universität das einmal in einer lustigen Studie getestet: Sie haben die besten Mathe-Absolventen der Universität zum Mathe-Test eingeladen. Darunter waren männliche und weibliche Studenten. Die Mädchen waren genauso erfolgreich wie die jungen Männer - bis die Psychologen die Studenten aufforderten, auf den Testbögen ihr Geschlecht anzugeben. Das genügte, um die Mädchen schlechter abschneiden zu lassen.

Nur wegen dieses einen Kreuzchens, das sie am Anfang des Tests bei "weiblich" setzten, fielen die Leistungen der jungen Frauen dramatisch ab. Als hätten sie mit dem Kreuzchen auch ihr Mathetalent durchgekreuzt. Genau umgekehrt ist es beim Lesen. Da schneiden fast immer die Mädchen besser ab - und zwar erheblich besser, nicht nur ein bisschen wie die Jungs bei Mathe.

In der Pisa-Studie, in der getestet wurde, wie gut Schüler aus verschiedenen Ländern sind, zeigte sich das immer wieder: Die Mädchen lesen sogar so viel besser, als hätten sie im Vergleich zu den Jungen eine ganze Klasse übersprungen. Allerdings liegt auch das wahrscheinlich nicht daran, dass Jungen und Mädchen grundsätzlich anders denken oder andere Gehirne haben.

Es ist wohl eher so, dass Eltern ihre Töchter häufiger vorlesen lassen oder dass zu Hause die Mama häufiger und vielleicht auch schöner die Gute-Nacht-Geschichten vorliest als der Papa. Dann denken die Jungen, dass Lesen wohl etwas ist, was Frauen besser können. Und schon verlieren sie die Lust daran und sind nicht mehr so gut.

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