"Spider-Man":Diese Spinne ist eine Milliarde Dollar wert

Lesezeit: 2 min

"Spider-Man": Tom Holland als Spider-Man.

Tom Holland als Spider-Man.

(Foto: Matt Kennedy/AP)

"Spider-Man: No Way Home" zieht so viele Zuschauer an, als gäbe es keine Pandemie. Der Blockbuster ist der erfolgreichste Film des Jahres.

Von David Steinitz

Der Superhelden-Blockbuster "Spider-Man: No Way Home" ist der kommerziell erfolgreichste Kinofilm des Jahres 2021. Das ist nach einem Jahr, in dem die Kinos mal zu, mal auf waren, mal härteren, mal schwächeren Auflagen unterlagen und immer noch sehr, sehr weit vom Regelbetrieb entfernt sind, mehr als erstaunlich. Denn der Film generiert Summen, bei denen man fast denken könne, es gäbe keine Pandemie.

Mitte Dezember kam er ins Kino und hat in weniger als zwei Wochen weltweit mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt. Das ist seit Beginn der Pandemie keinem Film gelungen und auch ohne Virus eine schwer zu knackende Hürde. Nicht mal der Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" konnte diese Marke knacken. Er steht derzeit bei etwas über 774 Millionen Dollar und auf Platz vier der weltweiten Kinojahrescharts.

"Spider-Man" ist auch an "The Battle at Lake Changjin", vorbeigezogen, einem chinesischen Kriegsfilm, der bislang vor allem im asiatischen Raum erfolgreich war und mit gut 900 Millionen Dollar auch mehr eingespielt hat als Bond. Insofern dürfte man in Hollywood insgesamt froh sein, dass man in den letzten Tagen des Jahres noch so gerade eben die wachsende chinesische Filmindustrie überholt hat.

Kein anderer Marvel-Film spielte dieses Jahr so viel Geld ein, auch James Bond nicht

Zumindest ein bisschen eifersüchtig auf den Erfolg von "Spider-Man" könnte man aber vermutlich bei der Walt Disney Company sein. Der Firma gehört die Comic-Maschine Marvel, zu der wiederum auch der Superheld Spider-Man gehört. Aber noch bevor Disney Marvel schluckte, sublizenzierte der Comic-Verlag den Spinnenmann fürs Kino an den Disney-Konkurrenten Sony. Der lässt die "Spider-Man"-Filme seit einigen Jahren zwar von Marvel produzieren, bringt sie aber selbst ins Kino und dürfte als Verleih den Großteil der Gewinne einstreichen.

Für Disney muss das ärgerlich sein, weil das Unternehmen sonst genug eigene Marvel-Filme hat, um die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde zu knacken. Nicht aber 2021. Von den Disney-eigenen Marvel-Starts "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings", "Eternals" und "Black Widow" konnte laut Box Office Mojo keiner auch nur die Hälfte des Geldes einspielen, das "Spider-Man" jetzt eingefahren hat.

Auch wenn ein paar vereinzelte Zuschauer mittlerweile am Superhelden-Durchfall leiden, scheint die Botschaft des Großteils aller Kinofans an Hollywood also zu lauten: Nervt uns nicht mit irgendeinem Quatsch, verschont uns mit dem ollen Bond - wir wollen Spider-Man, noch mehr Spider-Man, und am liebsten nur Spider-Man.

Zur SZ-Startseite
Spiderman No Way Home

"Spider-Man: No Way Home" im Kino
:Pfui Spinne

Auf dem Weg in den gefühlt 425. "Spider-Man"-Film beschleicht unseren Kritiker eine entsetzliche Müdigkeit. Droht der Blockbuster-Burn-out?

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB