Games im August:Schalke schlägt Dortmund, und die Gamescom macht Vorfreude

In "Pro Evolution Soccer 2019" verliert der BVB das Revierderby. Auf der Gamescom gibt es interessante Ankündigungen und ein überraschendes Comeback. Das war der August aus Gamer-Sicht.

Von Caspar von Au und Daniel Wüllner

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The Banner Saga 3

Banner Saga 3

Quelle: Stoic

Das Ende der Welt naht. Im dritten Teil der "Banner Saga" stemmen sich Menschen, Zantauren und sogenannte Jarle - eine Mischung aus Oger und Ochse - gegen das drohende Unheil. Eine riesige Schlange droht, ihre Welt zu verschlingen. Wie die Vorgänger wurde auch das Ende der Saga mittels Crowdfunding finanziert. 8000 Unterstützer wollten wissen, wie die Reise zu Ende geht. "The Banner Saga 3" knüpft mit rundenbasiertem Kampf und Rollenspielelementen an das Spielprinzip der ersten beiden Teile an.

Die Alleinstellungsmerkmale der Vorgänger sind die sauber erzählte Geschichte und die Ungewissheit, die den Trek stets begleitet. Der Spieler wacht über die stets wachsende Karawane und trifft Entscheidungen für Figuren, die ihm ans Herz gewachsen sind. Doch niemand kann genau sagen, wohin es geht. Der letzte Teil greift dieses Konzept auf, doch spielt sich dieses Road Movie auf engem Terrain ab, die große Freiheit ist vorbei. Zeitweise fühlt sich der letzte Teil wie ein Sprint an, der besser in Teil zwei gepasst hätte, als daraus ein eigenständiges Spiel zu machen.

"The Banner Saga 3" ist am 26. Juli 2018 für Mac, Nintendo Switch, PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

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Pocket City

Pocket City

Quelle: Codebrew Games

Keine Werbung, keine In-App-Käufe, keine Timer oder ähnlich nervende Spielereien. "Pocket City" hat das Potential, endlich die Sim-City-Adaption für Smartphone und Tablet zu sein, die Spieler herbeisehen. Die App funktioniert denkbar einfach: Man bekommt einen Streifen Land und ein bisschen Geld. Wohngebiete lassen sich mit einem Fingertipp bauen und fügen sich perfekt zwischen den bereits geplanten Straßen ein. Mit den ersten Schritten in "Pocket City" lernt der Spieler die Grundideen und sammelt dabei Erfahrungspunkte. Je mehr er lernt, desto mehr Gebäude werden freigeschaltet: Bank, Park, Feuerwehr und Atomkraftwerk.

Verständliche Grafiken zeigen die aktuelle Arbeitslosigkeit, die Verschmutzung und das Einkommen pro Spielsekunde der eigenen Stadt. Dabei wird Pocket City nie zu komplex. Verkehrsstaus werden rot dargestellt und können mit einer Umgehungsautobahn vom Wohnviertel zum Arbeitsplatz umfahren werden. Bei den ersten Partien motiviert das Spiel mit kleinen Aufgaben, die mehr Erfahrungspunkte bringen. Was noch fehlt, ist eine nahtlose Übergabe zwischen Tablet und Smartphone. Die halbfertige Stadt kann bislang nur mittels Download auf ein anderes Gerät übertragen werden.

"Pocket City" ist am 31. Juli 2018 für Android und iOS erschienen.

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We Happy Few

we happy few screenshot

Quelle: Compulsion Games / PR

Wer wenig Zeit mitbringt, kann das dystopische Action-Adventure "We Happy Few" in ein paar Minuten durchspielen. Allerdings sieht er dann auch nichts von der Spielwelt. Gleich zu Beginn wird der Spieler vor die Wahl gestellt: Soll Protagonist Arthur Hastings seine tägliche Dosis der Droge Joy schlucken oder sie verweigern? Entscheidet sich der Spieler für die Pille, erinnert sich Arthur nicht an seinen verschollenen Bruder und der Abspann wird abgespielt.

Joy ähnelt in ihrer Wirkung der Droge Soma aus Aldous Huxleys Roman "Schöne neue Welt" (1932). Wer sie zu sich nimmt, führt ein glückliches, sorgenloses Leben im fiktiven Großbritannien der Sechzigerjahre, nachdem die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Wer sie verweigert, nimmt die Probleme wahr. Allerdings wird er dann von der Gesellschaft ausgestoßen und von der Polizei verfolgt. Der spannende Ansatz von We Happy Few leidet darunter, dass das Computerspiel spielerisch nicht viel hergibt. Viel zu häufig irrt der Spieler durch die Gegend, ohne genau zu wissen, was er eigentlich zu tun hat. Meist muss Arthur irgendwelche Gegenstände finden. Der Kitzel, das Spiel ohne Wiederbelebungsmöglichkeit zu spielen, scheitert am trägen Beginn.

"We Happy Few" ist am 10. August 2018 für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

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Not Tonight

Not Tonight

Quelle: Panic Barn / No More Robots

"Du komms' hier nich' rein." Als Türsteher entscheidet der Spieler in "Not Tonight", wer in den angesagten Club kommt und wer draußen bleibt. Das Spiel vermittelt die Erfahrung, wie Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden. Denn der Club hat nicht die ganze Nacht geöffnet, und der Besitzer will zahlende Kunden sehen. Zu Beginn sind die Entscheidungen einfach: Wer noch nicht 18 Jahre alt ist, kommt nicht rein. Wer mit kurzen Hosen in den angesagtesten Club will, bleibt draußen.

Die Entwickler von "Not Tonight" haben sich ein besonderes Setting für das Spiel ausgesucht: England nach dem Brexit. Europäer werden geduldet. Sie wohnen in speziellen Lagern und bekommen Jobs zugeteilt, wie den des Türstehers. Clubs dürfen sie aber nicht besuchen, Franzosen, Iren und Deutsche müssen draußen bleiben. Das Konzept von "Not Tonight" basiert auf dem Independent-Spiel "Papers Please" und verpackt die einfachen Entscheidungen in eine zeitgemäße Hintergrundgeschichte, die an einigen Stellen aber etwas langatmig ist.

"Not Tonight" ist am 17. August 2018 für PC erschienen.

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Gamescom 2018

Gamescom 2018

Quelle: dpa

So voll war es auf der Gamescom noch nie. Rund 370 000 Menschen haben die Computerspielmesse in Köln dieses Jahr besucht. Seit Jahren macht sich der Andrang in den Schlangen bemerkbar. Um einen kurzen Blick auf das Lieblingsspiel zu erhaschen, müssen Besucher teilweise mehrere Stunden anstehen. Das scheint sie jedoch nicht abzuschrecken. Viele bringen einfach einen Campingstuhl mit und harren stoisch aus.

Link-Tipps:

Auch die Politik hat Computerspiele entdeckt: Man müsse sich ein anderes Thema suchen, um die Abgeordneten im Bundestag noch zu erschrecken, sagt die Digital-Staatsministerin Dorothee Bär bei der Eröffnung.

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E-Sport

The International 2018 - Day 6

Quelle: AFP

Seit einigen Jahren nutzen E-Sport-Veranstalter das Sommerloch im August, wenn Bundesliga, Premier League und NFL pausieren, um die Weltmeisterschaften in den jeweiligen Computerspielen auszutragen. Vor allem die Dota-2-WM "The International" mit seinen mehr als 20 Millionen US-Dollar Preisgeld und das Kampfspiel-Turnier "EVO" haben längst Tradition. So sind die Turniere ausgegangen:

Der neue Fifa-Weltmeister heißt Mossad Aldossary und kommt aus Saudi Arabien. Die acht deutschen Teilnehmer beim "Fifa eWorld Cup" waren am Ende chancenlos. Immerhin zwei (Michael "MegaBit" Bittner vom VfL Bochum und Mohammed "Mo_Aubameyang" Harkous von Werder Bremen) erreichten das Viertelfinale.

Die "2018 Evolution Championship Series" oder kurz EVO wird traditionell in mehreren Spielen ausgetragen. Der Sieger in "Street Fighter V" ist der Brite Benjamin Simon, in "Tekken 7" setzte sich der Koreaner Sun-woong Youn durch.

Das "Rainbow Six Major" in Paris hat das Team "G2 Esports" gewonnen, dessen Spieler erst wenige Tage vor dem Turnier zu dem Team gewechselt sind.

Bei den Weltmeisterschaften in "Call of Duty" hat das US-Team "Evil Geniuses" den Titel geholt.

11,2 Millionen US-Dollar haben die Spieler des Teams "OG" bei der Dota-2-WM in Seattle gewonnen. In einem knappen Finale besiegten sie das chinesische Team "LGD", das unter dem Namen des Fußballklubs Paris Saint-Germain antrat.

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Pro Evolution Soccer 2019

pes 2019 schalke arena screenshot

Quelle: Konami / PR

In der Welt von Schalke 04 und Borussia Dortmund gibt es ein Gesetz: Macht ein Fußballklub das eine, entscheidet sich der andere für das Gegenteil. Dortmund hat seinen Vertrag mit Konami im Sommer gekündigt, Erzrivale Schalke wurde wenige Tage später Lizenzpartner für "Pro Evolution Soccer 2019" (PES). Die Arena auf Schalke ist daher detailgetreu in der neuen Fußballsimulation nachgebaut. Allerdings hat der japanische Spielehersteller die Lizenzrechte an der Champions League an Konkurrent EA Sports ("Fifa") verloren.

Obwohl Fifa den Markt in Deutschland beherrscht, schwören immer noch genug Fans auf die PES-Reihe - vor allem spielerisch soll es besser sein als der Marktführer. PES legt mehr Wert auf Realismus. Ballannahmen und Steilpässe funktionieren nicht auf Knopfdruck. Im neuen Teil ermüden die Spieler auf dem Rasen zudem deutlich sichtbarer. Ab der 80. Minute oder spätestens in der Verlängerung schleppen sie sich nur noch über den Platz und müssen sogar mit Krämpfen ausgewechselt werden. Auch die Pässe kommen noch seltener an. Bei den Lizenzen bleibt Fifa aber weiter klar im Vorteil. Immerhin können Schalke-Fans ihren Lieblingsverein jetzt auch in PES spielen.

"Pro Evolution Soccer 2019" ist am 28. August 2018 für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

© SZ.de/sih
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