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ILA Berlin:Ringen um die Mittelstrecke

Die Luftfahrtmesse in Berlin mit ihren 1150 Ausstellern steht ganz im Zeichen der Forderung nach wirtschaftlicheren Flugzeugen.

Wenn man Airbus-Produktionschef Tom Williams glauben darf, dann ist das alles gar kein Problem. "Wir werden dafür sorgen, dass es für die C-Serie keinen Markt gibt", verkündete der gewöhnlich freundliche Spitzenmanager jüngst wenig diplomatisch. Der kanadische Hersteller Bombardier werde es schwer haben, sich mit seinem neuen Mittelstreckenflugzeug durchzusetzen, das 2013 auf den Markt kommen soll und das auch die Lufthansa bestellt hat.

ILA 1909-1968

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Klare Worte in einer Situation, in der es für alle Beteiligten um viel geht. Denn erstmals seit Jahrzehnten ist das Duopol von Airbus und Boeing ernsthaft in Gefahr, weil neue Anbieter in Kanada, Brasilien, China und Russland Flugzeuge bauen, die den Bestsellern Airbus A320 und Boeing 737 Konkurrenz machen werden - Jets mit voraussichtlich 130 bis knapp 200 Sitzen und damit in dem Segment, in dem die meisten Maschinen verkauft werden. Und die C-Serie ist nur der Anfang.

Wie Airbus und Boeing auf die neue Konkurrenz und immer lautere Forderungen der Airlines nach wirtschaftlicheren Flugzeugen antworten werden, dürfte auch die Diskussion während der Luftfahrtmesse ILA beherrschen, die am morgigen Dienstag auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld beginnt.

Denn Airbus und Boeing stecken in einem strategischen Dilemma. Einerseits scheinen die neuen Konkurrenten die Etablierten zur Reaktion zu zwingen, weil der A320 und die aktuelle Version der 737 in den Jahren 1988 und 1996 auf den Markt gekommen sind und damit trotz stetiger Überarbeitung langsam in die Jahre kommen.

Andererseits wollen die beiden Marktführer derzeit am liebsten gar keine neuen Entwicklungsprojekte angehen und begründen das vor allem damit, dass die technologischen Fortschritte nicht so groß seien, um dies wirklich rechtfertigen zu können. Zudem sind beide Unternehmen durch die laufenden Projekte bis an die Grenze belastet und können sich weitere Milliardeninvestitionen kaum leisten. Also hofft man bei Airbus und Boeing darauf, mit einem Zwischenschritt Zeit zu gewinnen: Die Flugzeuge sollen bald neue Triebwerke bekommen.

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