In Neu-Delhi ist bei einem Bombenanschlag die Frau eines israelischen Diplomaten und dessen Fahrer verletzt worden. Ein weiteres Attentat in Georgien konnte vereitelt werden. Für Israels Premier Netanjahu sind die Drahtzieher klar: "Iran ist der größte Terrorexporteur der Welt."
US-Präsident Obama verschärft die Sanktionen gegen Iran. Damit setzt er in dem exkalierenden Streit um Teherans Atomprogramm vorerst auf eine diplomatische statt eine militärische Lösung. Trotzdem hält er sich alle Optionen offen.
Fatah und Hamas verkünden ihre Versöhnung - wieder einmal: Palästinenser-Präsident Abbas und der Exil-Führer der Hamas Meschal haben sich auf ein politisches Programm verständigt. Begleitet wird der Einigungsversuch jedoch von Störfeuern aus Israel - und dem Westen, wo man nur auf ein Scheitern hoffen kann.
Von
Peter Münch, Tel Aviv
Selbst die USA warnen vor dieser Entwicklung: Israel beschließt antidemokratische Gesetze, die sich gegen Frauen, Medien und Aktivisten richten. Der Widerstand in der Bevölkerung wächst.
Von
Peter Münch, Tel Aviv
Israel zeigt sich bei den Nahost-Gesprächen so kompromissbereit wie lange nicht - und versucht damit, den geplanten Antrag der Palästinenser auf UN-Vollmitgliedschaft abzuwenden. Während auf Palästinenser-Präsident Abbas der Erwartungsdruck aus der Heimat steigt, brodelt es in der israelischen Regierung.
Von
Peter Münch
Pessimismus pur von Avi Primor: Israels Ex-Botschafter in Deutschland warnt im Gespräch mit sueddeutsche.de vor einer Negativspirale durch die Ausrufung eines Palästinenserstaates, beklagt die rapide verschlechterten Beziehungen seines Landes zur Türkei und schimpft über die Rechts-rechts-Regierung unter der Führung des Likud.
Interview:
Oliver Das Gupta
In ihrem Bericht listen die internationalen Atomwächter in Wien detaillierte Belege auf, dass Teheran zumindest bis 2010 an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet hat - auch Tests seien durchgeführt worden. Hat Iran die Schwelle zur Atommacht bereits schon überschritten? Welchen Druck löst der Bericht aus? Und: Steigt die Gefahr eines israelischen Präventivschlags? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Von
Kathrin Haimerl
Bei Kämpfen zwischen syrischen Sicherheitskräften und Regimegegnern sind erneut mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Staatsfernsehen spricht von 13 Toten, die Aktivisten geben die Opferzahl jedoch mit 34 an - und erheben schwere Vorwürfe.
Kurzmeldungen im Überblick
Wegen der schleppenden Versorgung der Erdbebenopfer haben türkische Behörden Unterstützung aus dem Ausland angefordert - selbst Israel soll helfen. Aus den Trümmern im Osten den Landes wurden inzwischen mehr als 450 Tote geborgen, doch immer wieder finden Rettungskräfte auch Überlebende.
Nur knapp zwei Wochen nach dem großen Gefangenenaustausch in Nahost ist neue Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern ausgebrochen. Israel wird vom Gazastreifen aus mit Raketen beschossen - und bombardiert zurück
Der türkische Ministerpräsident Erdogan will Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen künftig von Kriegsschiffen sichern lassen - und droht Israel mit einer "angemessenen Antwort", sollten diese angegriffen werden. Israel reagiert zurückhaltend. Man wolle den Streit nicht zusätzlich anheizen.
Die Türkei will Hilfslieferungen in den Gazastreifen künftig militärisch bewachen. Die Retourkutsche aus Israel folgt umgehend: Außenminister Lieberman will Ankara damit treffen, dass sich Jerusalem verstärkt für die Minderheiten der Kurden und Armenier einsetzt.
Der Showdown in New York naht: Die Palästinenser streben seit Monaten eine Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen an, die USA und Israel lehnen das ab. Die Zeitung "Haaretz" berichtet nun, dass Palästinenserpräsident Abbas deshalb seine Strategie ändern will. Offenbar spielt Deutschlands Außenminister Westerwelle dabei eine Rolle als Vermittler.
Von
Matthias Kolb
Weil Israel sich im Streit um die Gaza-Flotte stur stellt, droht der türkische Premier Erdogan mit militärischen Maßnahmen - Israels Außenminister Lieberman provoziert ungerührt weiter. Nur wer von blinder Selbstgerechtigkeit erfüllt ist, kann solches Zündeln für klug halten. Israel sollte sich besser entschuldigen - und die Türkei sich mäßigen.
Ein Kommentar von
Kai Strittmatter, Istanbul
Israel reagiert ungewöhnlich zurückhaltend auf die Vertreibung seines Botschafters aus Ägypten - denn das Land ist immer stärker isoliert. Premier Netanjahu zeigt sich außergewöhnlich konziliant und findet warme Dankesworte. Doch die beweisen nur, wie dringlich er einen Rettungsanker sucht.
Von
Peter Münch, Tel Aviv
Die israelische Regierung versucht einen eigenen Palästinenserstaat mit allen Mitteln zu verhindern; auch die USA und Deutschland stellen sich quer. Doch Ausreden hören die Palästinenser seit mehr als 40 Jahren. Genug: Sie haben längst die Voraussetzungen für eine UN-Vollmitgliedschaft erfüllt.
Ein Gastbeitrag von
Helmut Schäfer, ehemals Staatsminister im Auswärtigen Amt
Hamas und Fatah wollen ihren Streit beenden und eine Übergangsregierung bilden. Der israelische Außenminister Lieberman fürchtet, dass jetzt die radikalislamische Hamas auch im Westjordanland die Macht übernimmt - und Hamas-Terroristen aus den Gefängnissen entlassen werden.
Israel bekommt ein Generalkonsulat in der Landeshauptstadt. Lange war unbekannt, wo es enstehen soll. Jetzt ist klar: Die neue Adresse ist die Brienner Straße.
Es waren die schwersten Kämpfe seit dem Gaza-Krieg, doch jetzt soll sich Israel mit den Palästinensern auf eine Waffenruhe geeinigt haben. Der israelische Außenminister nennt das jedoch einen Fehler.
Papst Benedikt wird bei seinem Deutschlandbesuch wohl doch im Berliner Olympiastadion eine Messe feiern. Das Erzbistum Berlin hatte zunächst viele leere Plätze in der Arena befürchtet.
Kurzmeldungen
im Überblick
Live
Ein DNS-Test soll die Identität der Leiche mittlerweile einwandfrei bestätigen: Der vom US-Militär getötete Mann war Osama bin Laden. US-Offizielle widersprechen Meldungen, nach denen die Operation von Anfang an die Tötung Bin Ladens vorsah - und Altkanzler Schmidt bezeichnet die Kommandoaktion als "völkerrechtswidrig".
Reaktionen und aktuelle Entwicklungen
im Ticker
Der Raum Ulm ist berüchtigt für seine extremistische Islamisten-Szene. Jetzt durchsuchten LKA und Polizei mehrere Wohnungen. Gegen zwei Verdächtige wird ermittelt. Meldungen im Überblick
Die Verurteilung Mosche Katzavs wegen Vergewaltigung ist ein Beleg für die funktionierende Justiz in Israel. Doch zugleich zeugt sie davon, wie verkommen es in der Politik des Landes zugehen kann.
Ein Kommentar von
Peter Münch
In den nächsten Tagen sticht eine neue "Friedensflotte" mit Israel-Gegnern in See, die die Blockade des Gaza-Streifens durchbrechen wollen. Während Israel sich auf das Unternehmen vorbereitet, halten viele Palästinenser den materiellen Nutzen für überschaubar. Denn in Gaza hat sich im vergangenen Jahr viel verändert.
Von
Sonja Zekri