Koalitionsverhandlungen in Berlin:Union und SPD planen Mindestlohn für Praktikanten

70 Stunden Arbeit in der Woche für 300 Euro im Monat, damit soll bald Schluss sein. Union und SPD haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, dass Praktikanten künftig vom Mindestlohn profitieren sollen. Eine Bedingung aber müssen sie erfüllen.

Praktikanten sollen nach dem Willen von Union und SPD künftig ebenfalls von geltenden Mindestlöhnen in ihren Branchen profitieren. Das teilte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nach der zweiten Verhandlungsrunde der Koalitions-Arbeitsgruppe Arbeit/ Soziales mit.

Eine Bedingung müssen die Praktikanten aber erfüllen: Wenn ihre Zeit im Unternehmen nicht Teil von Schule oder Studium sei, sondern nach einer abgeschlossenen Ausbildung stattfinde, dann müsse es auch eine "angemessene Vergütung" geben, sagte Nahles. Da, wo ein Mindestlohn gelte, müsse in diesem Fall auch einer für die Praktikanten gezahlt werden. Deren finanzielle Situation solle so verbessert werden.

Nach Angaben der amtierenden Arbeitsministerin und Verhandlungsführerin der Union, Ursula von der Leyen (CDU), soll zudem für junge Menschen der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf "nahtloser gestaltet" werden. Für 1,5 Millionen junge Menschen ohne Schul- und Berufsausbildung sollten finanzielle Mittel eingesetzt werden, um sie "konsequent nachzuschulen".

© Süddeutsche.de/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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