Verschiedene Fettarten Warme Haut statt Übergewicht

Wie man Menschen von schwerem Übergewicht befreien kann, beschäftigt Forscher seit Jahrzehnten.

(Foto: Jessy Asmus)
  • Forscher unterscheiden zwischen weißem, beigem und braunem Fett.
  • Während weiße Fettzellen als Energiespeicher in Zeiten der Mangelernährung dienen und deshalb nur schwer abzutrainieren sind, kann braunes und beiges Fettgewebe sehr schnell verbrannt werden.
  • Würde es Forschern gelingen, weißes in beiges Fett umzuwandeln, könnte dies der Schlüssel zu einer schlanken Figur sein.
Von Felix Hütten

Wenn Menschen im Winter im eiskalten Wasser schwimmen, klingt das verrückt. Nur: Das Bad im Eiswasser macht womöglich schlank. Denn Kälte, das haben Studien an Mäusen gezeigt, kurbelt über Botenstoffe im Körper die Fettverbrennung an. Wissenschaftler sind hellhörig geworden: Wenn Kälte die Verbrennung von Kalorien bewirkt, könnte das auch eine Pille schaffen? Ein Medikament, das es erlaubt, so viel zu essen wie man will - und dann beim Abnehmen hilft?

Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler zu der Frage, wie man Menschen von Übergewicht befreien kann. Doch so richtig fangen sie erst heute an zu verstehen, wie genau der Körper Fettpolster anlegt. Dazu mussten sie zuallererst lernen, dass es das eine Fett gar nicht gibt, wie die Kälteversuche gezeigt haben.

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Der vielen Menschen aus der eigenen Bauch- und Hüftregion bekannte Speck besteht aus sogenannten weißen Fettzellen, sie geben bei anhaltender Mangelernährung Energie frei. In Zeiten, in denen der Mensch durch Wälder streifen und Nahrung finden musste, waren diese Reserven eine Überlebensversicherung gegen das Verhungern.

Das braune Fett wurde erst bei Nagern, dann bei Säuglingen entdeckt

Doch der Körper kennt noch eine weitere Art, das braune Fett. Es wurde bereits im 16. Jahrhundert bei der Obduktion von Nagern gefunden, später dann auch bei Säuglingen, und doch in der medizinischen Forschung lange Zeit vernachlässigt. Neugeborene können noch nicht richtig mit den Muskeln zittern, um Wärme zu produzieren. Um den kleinen Körper vor Unterkühlung zu schützen, hat die Natur braunes Fettgewebe vorgesehen, das im Notfall schnell verbrannt werden kann.

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Lange dachte man, dass dieses braune Fettgewebe kurz nach der Geburt wieder verschwindet. Um die Jahrtausendwende aber wurde braunes Fett auch bei Erwachsenen entdeckt - und plötzlich Wissenschaftler auf der ganzen Welt neugierig. Die große Frage der Forschung lautet seitdem: Wenn es dem Säugling gelingt, zügig Fett zu verbrennen, warum nicht auch dem Erwachsenen? Statt also lästigen Hüftspeck anzulegen, könnte man überschüssige Kalorien schlicht zum Verdampfen bringen?