Wirtschaft kompakt:Kartell to go

Kaffeehersteller am Pranger: Wegen illegaler Preisabsprachen verhängt das Kartellamt wieder saftige Geldstrafen. Außerdem: Amazon hat Ärger.

Fairer Markt? Die führenden Kaffeehersteller interessiert das nicht die Bohne: Erneut verhängt das Bundeskartellamt Geldbußen gegen acht Kaffeeröster, Manager und den Branchenverband von insgesamt rund 30 Millionen Euro. Hintergrund seien illegale Preisabsprachen bei der Belieferung von Großverbrauchern wie etwa der Gastronomie, teilten die Wettbewerbshüter mit.

Kaffeeroester muessen erneut Strafe wegen Preisabsprachen zahlen

Das Bundeskartellamt hat erneut hohe Geldstrafen gegen die führenden Kaffeehersteller verhängt. Die Begründung: illegale Preisabsprachen.

(Foto: ag.ddp)

Betroffen sind unter anderem Kraft, Tchibo, J.J. Darboven, Melitta und Lavazza. Die Unternehmen kooperierten allerdings mit den Kartellwächtern. Dallmayr entging so einem Bußgeld, die Strafen für Melitta und Darboven wurden gesenkt. Durchatmen können aber noch nicht alle Hersteller. Denn das Amt ermittelt noch wegen des Verdachts abgesprochener Cappuccino-Preise.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Bonner Wettbewerbshüter ein Bußgeld von insgesamt 159,5 Millionen Euro gegen die Kaffeeröster Tchibo, Melitta und Dallmayr verhängt. Dabei ging es um Röstkaffeeprodukte wie Filterkaffee. Die Absprachen hätten sich unmittelbar zu Lasten der Verbraucher ausgewirkt, da der Lebensmitteleinzelhandel die Preiserhöhungen in der Regel unmittelbar an die Verbraucher weitergegeben habe.

Allein durch zwei Erhöhungen aus den Jahren 2004 und 2005 seien die Preise für eine 500-Gramm-Packung um etwa 1,20 Euro gestiegen, hieß es. Diese Preisabsprachen wurden mit Hilfe des Nahrungsmittelriesen Kraft aufgedeckt. Damit entging der Hersteller von Jacobs Kaffee, Cafe Hag und Onko, einer Millionenstrafe. "Absprachen über Preiserhöhungen bei Konsumgütern wie Kaffee spürt der Verbraucher ganz unmittelbar in seinem Portemonnaie", betonte Kartellamtschef Andreas Mundt. Kartelle müssten "konsequent verfolgt" werden, betonte er.

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