Deutschland besiegt Israel:Boateng macht Boden gut

Boateng machte auf dem rechten Flügel im Verbund mit Thomas Müller ebenfalls Boden gut im Kampf um Turniereinsätze. Nicht zuletzt deshalb, weil es hinten wenig zu tun gab, interpretierte er seine Rolle frisch offensiv, so wie es Löw gerne hat. Sein Pfostenschuss nach knapp 20 Minuten fügte sich vorzüglich ins Gesamtbild. Gewiss, Israel verlangte den Deutschen nicht halb so viel ab wie die Schweiz am vergangenen Samstag.

Aber die DFB-Elf durfte sich allemal anrechnen, dass sie einen harmlosen Gegner vom Anpfiff weg souverän einkesselte. Lediglich die entscheidenden Geistesblitze ließen eine Weile auf sich warten.

40 Minuten, um genau zu sein. Dann bediente Müller seinen Münchner Spielkameraden Mario Gomez mit der Hacke. Und der machte das, was er im Champions-League-Finale auch mal besser hätte machen sollen - er drosch den Ball ohne viel Aufhebens unter die Latte. Dem Vernehmen nach war Gomez der erste Bewohner Münchens, dem seit Schweinsteigers historischem Pfostenschuss ein Lächeln über die Lippen ging.

Manuel Neuer war natürlich auch wieder dabei. Vor der Pause hatte er etwa so viel zu tun wie in den ersten 87 Minuten gegen Chelsea. Unmittelbar nach dem Wechsel herrschte etwas mehr Betrieb vor seinem Tor. Nach einem strammen Warnschuss von Gil Vermouth und einer formvollendeten Neuer-Parade übernahmen die Deutschen aber wieder die Kontrolle. Ein Sonderlob gebührte dabei dem neuen und alten Linksverteidiger Lahm, der hartnäckig versuchte, sein Costa-Rica-Tor von der WM 2006 nachzustellen.

Mit dem Toreschießen tat sich dieses Team jedoch weiterhin erstaunlich schwer. Müller etwa zielte nach einer fröhlichen Tanzeinlage aus fünf Metern neben das Tor von Keeper Ariel Harush. Es vergingen 81 Minuten, bis der eingewechselte Leverkusener Andre Schürrle mit einem beherzten Fernschuss das einseitige Spiel entschied.

Nicht zuletzt wegen dieses Treffers dürfte es die Spaßfussballfraktion aus Dortmund einstweilen schwer haben, sich wieder in die Startelf zu spielen. Kurz vor dem Ende wurde immerhin noch Mario Götze eingewechselt. Es war ein klitzekleines Signal, das besagte: Der BVB ist auch noch da!

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