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Deutschland besiegt Israel:Ordentliche Abschlussprüfung

Kein rauschendes Fest, aber ein solider Arbeitssieg: Die deutsche Nationalelf gewinnt den letzten Test vor der EM gegen Israel durch Tore von Mario Gomez und André Schürrle mit 2:0. Joachim Löw sieht, dass die Bayern-Akteure dem Spiel der Mannschaft gut tun - dennoch läuft gegen einen schwachen Gegner noch nicht alles nach Plan.

Ein weit verbreiteter Aberglaube besagt, eine Generalprobe sei nur dann gut, wenn sie richtig schlecht verlaufe. Allerdings sind EM-Generalproben offenbar nicht abergläubisch. Bevor die deutsche Nationalmannschaft 1996 in England ihren bislang letzten Titel gewann, war die Abschlussprobe sogar furchterregend gut. Das Team von Berti Vogts siegte damals 9:1. Wenn es an diesem Spiel überhaupt etwas zu bemängeln gab, dann vielleicht die Tatsache, dass der Gegner Lichtenstein hieß.

Länderspiel Deutschland - Israel

Bemüht, aber nicht immer glücklich: Die DFB-Elf gewinnt gegen Israel - aber noch klappt nicht alles. 

(Foto: dpa)

Im Jahr 2012 hat sich die Elitetruppe des DFB bekanntlich ganz fest vorgenommen, endlich wieder einmal einen EM-Pokal zu berühren. Und auch wenn es diesmal kein rauschendes 9:1 wurde, sondern nur ein solides 2:0 gegen Israel, darf man diesen Abschlusstest als weitestgehend geglückt betrachten. Bei der Generalprobe zur Generalprobe in Basel war ja am Samstag auch schon genug schief gegangen, die Deutschen hatten 3:5 gegen die Schweiz verloren.

"Mit einem Sieg in die letzte Trainingswoche zu gehen, das tut schon gut", lautete das lakonische Fazit von Bundestrainer Joachim Löw. Ein 2:0 hebt die Stimmung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. So sah das auch Kapitän Philipp Lahm: "Es hat noch nicht alles funktioniert, aber wichtig ist, dass wir zum EM-Start gegen Portugal topfit sind." Torhüter Manuel Neuer ordnete die Partie ebenfalls positiv ein: "Es war eine konzentrierte Leistung, auch defensiv war das heute gut. Jetzt ist unser Fokus natürlich auf der EM."

Es war ja aus vielerlei Gründen zu erwarten gewesen, dass Löw seine Startelf radikal umbauen würde. Eine kleine Restüberraschung war es aber doch, dass nach den Bauarbeiten kein Dortmunder mehr übrig blieb. Der im Schweiz-Test ziemlich indisponierte Per Mertesacker durfte den Stamm-Innenverteidiger neben Holger Badstuber geben, der recht indisponierte Double-Gewinner Mats Hummels saß nur auf der Bank.

Dahinter könnte sich durchaus eine erste Richtungsentscheidung hinsichtlich der EM-Abwehr verbergen. Dass Kapitän Philipp Lahm auf links verteidigte, war schon die nächste. Auf der rechten Seite vervollständigte dessen Bayern-Kollege Jerome Boateng die Viererkette. So könnte der Verteidigungsverbund auch im ersten EM-Spiel gegen Portugal aussehen.

Überhaupt stand dieses Spiel im Zeichen der Re-Integration der Münchner Trauergemeinde. Abgesehen vom wadenverletzten Bastian Schweinsteiger standen alle Vizebayern nach ihrer ausgedehnten Selbstfindungsphase wieder auf dem Rasen. Vorschriftsmäßig trugen sie kurze Hosen in dezentem schwarz, ansonsten gaben sie aber ein einigermaßen lebensfrohes Bild ab. Toni Kroos etwa tat dem Mittelfeldspiel gut, er harmonierte jedenfalls deutlich besser mit Sami Khedira als das in Basel dem Dortmunder Mario Götze gelungen war.

Analyse des DFB-Kaders

Astreine Anstöße vom Mittelpunkt