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Tipps für die Schiffsreise:Trinkgeld, Föhn und andere heikle Dinge auf Kreuzfahrt

Wie viel Trinkgeld plane ich ein?

Pro Tag und Erwachsenem etwa fünf bis zehn Euro. Manche Reedereien buchen diesen Betrag, genannt Trinkgeldempfehlung, gleich täglich vom Bordkonto ab - wem die Höhe nicht passt, kann sie bei Reiseantritt ändern. Bei All-Inclusive-Reisen ist das Trinkgeld meist schon im Preis enthalten. Diese Anbieter verweisen darauf, dass weiteres Trinkgeld an Bord nicht mehr erwartet wird. Bleibt das Spendieren ganz den Passagieren überlassen, sind zehn bis fünfzehn Prozent des Rechnungsbetrags auch auf See üblich. Nur: Die hart arbeitenden Kollegen zum Beispiel im Maschinenraum gehen dabei leer aus.

Weitere Tipps finden Sie hier.

Wie ist eigentlich die Crew untergebracht?

"Geht die Crew abends von Bord?", hatte mal eine etwas naive Touristin gefragt. Nein, die Mitarbeiter müssen auch nach Dienstende nicht in Schlauchboote umsteigen, nur weil sie nicht für Kabinenkomfort bezahlt haben ... Auf den Schiffen gibt es eigene Crew-Bereiche, zu denen nur Angestellte Zutritt haben. Dort stehen je nach Rang Einzel- oder Doppelkabinen zur Verfügung sowie Essens- und Aufenthaltsräume. Bei manchen Anbietern gibt es sogar Café, Trainingsräume und eine Disco nur für die Crew. Ob diese Zeit hat, dort auszuspannen, ist eine andere Frage.

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Warum darf ich keinen Föhn mit an Bord bringen?

Eine der größten Gefahren an Bord ist Feuer. Dass Rauchen und Kerzen in der Kabine daher verboten sind, leuchtet ein. Aber der eigene Föhn, das Reisebügeleisen oder Mehrfachsteckdosen? Auch das ist zu riskant, finden die Reedereien wohl zu Recht. Überhitzung und Kurzschlüsse könnten zu Schwelbränden führen - mitten auf hoher See.

Im Notfall: Wie verhalte ich mich bei einer Havarie?

Bereiten Sie sich vor: Passen Sie bei der Notfallübung auf und gehen Sie selbst noch einmal die Rettungswege zu Ihrem Sammelplatz ab. Wo finden Sie Rettungswesten, - boote und -inseln? Sollte der Ernstfall eintreten, hilft gegen Panik dieses Wissen: Moderne Kreuzfahrtschiffe sinken selbst mit Leck sehr langsam. Müssen Sie auf dem Weg zum Sammelpunkt (wo ebenfalls Schwimmwesten sind) durch Rauch, bewegen Sie sich dicht am Boden und folgen Sie den Leuchtstreifen, die wie im Flugzeug den Fluchtweg markieren. Vorgeschrieben ist übrigens, dass für vier Passagiere fünf freie Plätze in den Rettungsbooten zur Verfügung stehen - die Angst vor überfüllten Booten ist also unbegründet.

Weitere Informationen zum Verhalten im Notfall finden Sie hier.

Die Gewissensfrage: Wie sehr verschmutzen Kreuzfahrtschiffe die Umwelt?

Den Preis für nachhaltiges Reisen bekommen Sie so leider nicht: Der Umwelt tun die Kreuzfahrtriesen nicht gut - und auch Lungenkranken, die auf frische Seeluft hoffen, wird empfohlen, den Bereich hinter dem Schornstein und das Heck besser zu meiden. Die Mischung aus Schwefeldioxid, Ruß und Stickoxiden könnte gerade Asthmatikern gefährlich werden. Der Naturschutzbund Deutschland kritisiert, dass selbst in zahlreichen neuen Luxuslinern keine innovative Umwelttechnik eingebaut wird, um die Werte zu senken - außer neue gesetzliche Bestimmungen zwingen dazu. Lieber wollen die meisten Reedereien weiterhin mit äußerst giftigem Schweröl fahren. Dabei gäbe es umweltfreundlicheren Marine-Diesel - nur kostet der mehr. Immerhin steigen Aida und Costa bei ihren neuen Schiffen von 2019 an auf Flüssiggas um, das beinahe schadstofffrei verbrannt werden kann.

Mehr Informationen finden Sie hier, das Kreuzfahrt-Ranking 2015 des NABU hier.

Kreuzfahrt "Wunderbar, auf Kreuzfahrt zu gehen" Bilder

Bildband über historische Schiffsreisen

"Wunderbar, auf Kreuzfahrt zu gehen"

In ihren frühen Jahren waren Kreuzfahrten einem elitären Publikum vorbehalten. Ein Bildband zeigt, was die Passagiere damals von einer Schiffsreise erwarteten. Und dass sie nicht mit der Neugier der Offiziere gerechnet hatten.