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Skigebiet Großer Arber:Kurz und knackig

Am Arber geht es eher gemütlich zu, könnte man meinen. Aber Wagemutige finden in knapp 1500 Metern Höhe anspruchsvolle Abfahrten. Den Vergleich mit größeren Skigebieten muss der Arber nicht scheuen.

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Arber Bayerischer Wald

Quelle: Stefan Herbke

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Am Arber geht es eher gemütlich zu, könnte man meinen. Aber Wagemutige finden in knapp 1500 Metern Höhe anspruchsvolle Abfahrten. Den Vergleich mit größeren Skigebieten muss der Arber nicht scheuen.

Der überaus schneesichere Arber bietet das mit Abstand abwechslungsreichste Pistenangebot des Bayerischen Waldes und zählt zu den modernsten Skigebieten Deutschlands. Entsprechend beliebt ist das Areal auch, besonders an sonnigen Wochenenden. Dann erreicht das Skigebiet auch mal seine Kapazitätsgrenzen.

Dann kann dem Skifahrer schon an der Talstation alles ein bisschen viel werden. Denn über dem Parkplatz ist quasi die komplette Infrastruktur des Skigebietes platziert: Neben der Gondelbahn Richtung Arbergipfel starten auch die beiden kuppelbaren Sechsersesselbahnen. Das ist zweckmäßig, denn einerseits werden die Gäste so morgens ruckzuck auf den Berg geschaufelt. Andererseits laufen hier fast alle Pisten wieder zusammen. Entsprechend groß ist das Gedränge.

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Quelle: Stefan Herbke

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Unter der Woche ist es ruhiger. Ein wenig Zeit sollte man sich gönnen, um die Pisten für ein paar Meter zu verlassen und von der Bergstation des Osthang-Schlepplifts oder der Gondelbahn-Bergstation auf den Arber-Gipfel (1456 m) zu gehen. Von hier aus hat der Besucher einen 360-Grad-Panoramablick über den gesamten Bayerischen Wald und den benachbarten Böhmerwald. Die verkrüppelten Fichten, die an der Baumgrenze gegen das Klima anwachsen, muten bizarr an. Wie Geister mit einem Panzer aus Schnee und Eis.

Rodelbahn Arber

Quelle: Stefan Herbke

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Genussfahrer wechseln lieber auf den sogenannten Schmugglerweg (er verbindet die Bergstation der Gondelbahn mit den leichteren Pisten) Richtung Nordhang mit seinen breiten mittelschweren Hängen, an die beide Sechsersesselbahnen führen. Am einfachsten sind die Pisten im Bereich der Sechsersesselbahn am Sonnenhang - jeweils mittwochs und freitags ist hier von 18 bis 21 Uhr Nachtskilauf möglich - und den Thurnhofliften, an denen auch das ArBär Kinderland und die Rodelbahn liegen. Letzere kann man auf 1200 Metern genießen und anschließend mit dem Rodelbus zurück zur Talstation der Sesselbahn fahren.

Großer Arber, Ski, Skigebiet

Quelle: Stefan Herbke

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Wer hingegen die Aussicht genießen möchte, der sucht sich eine Hütte ganz weit oben am Berg: etwa die Eisensteiner Hütt'n oder das altehrwürdige Arberschutzhaus, in dem man auch übernachten kann, gleich unterhalb der Bergstation der Gondelbahn. Eine Alternative ist das Gasthaus an der Talstation. Auf den Tisch kommt typisch bayerische Küche wie Schweinebraten mit Kraut, Knödeln und Biersoße, und das zu vernünftigen Preisen.

Sechsersesselbahn Sonnenhang Arber

Quelle: Stefan Herbke

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Aber zurück auf die Pisten (hier finden Sie den Pistenplan): Trotz des für Mittelgebirgsverhältnisse mit knapp 400 Metern beachtlichen Höhenunterschieds zwischen Berg- und Talstation sind die Hänge eher kurz, dafür sehr steil. Egal ob die rasante Osthangstrecke oder die tiefschwarze Weltcupstrecke unter der Gondelbahn - auf einem Viertel der insgesamt knapp elf Kilometer langen Pisten geht es sportlich zu.

Berghaus Sonnenfels Arber

Quelle: Stefan Herbke

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Außer dem Arberschutzhaus (im Bild das Berghaus Sonnenfels) gibt es leider keine Hotels nahe den Pisten, so dass man nach dem Frühstück in Bayerisch-Eisenstein oder Bodenmais ein paar Kilometer fahren muss. Von Bayerisch-Eisenstein sind es rund neun Kilometer, von Bodenmais vorbei am schneesicheren Langlaufgebiet Bretterschachten mit seinen mehr als 100 Loipenkilometern sind es 14 Kilometer bis zum Skivergnügen.

Die legt man am Morgen möglichst im Skibus zurück, den man sich am Ende des Tages sparen kann: Ein schöner Abschluss ist die einfache, acht Kilometer lange, präparierte Afahrt vom Gipfel hinab nach Bodenmais (im Pistenplan nicht eingezeichnet, wer sich unsicher ist, fragt am besten beim Personal) - die längste Abfahrt Deutschlands außerhalb der Alpen.

Eine Ski-Tageskarte am Großen Arber kostet für Erwachsene 30 Euro, Kinder zahlen 22 Euro.

© Süddeutsche.de/cag/bavo
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