Um zwölf Uhr heulen in Warschau die Sirenen, dann läuten Glocken. Die Menschen sollen innehalten. An diesem 19. April ist es 80 Jahre her, dass die jüdischen Gefangenen des Ghettos gegen die deutschen Besatzer zu den Waffen griffen. Im Wissen, dass sie damit nicht ihr Leben retten werden, aber selbst entscheiden, wie sie es beenden. Die Erinnerung an die Juden, die von den Deutschen in das Ghetto gesperrt und fast alle ermordet wurden, und an ihren mutigen Widerstand spielt in Polen eine wichtige Rolle. Zeitschriften veröffentlichen Sonderausgaben, Medien bringen seit Tagen Berichte und Interviews. Gelbe Narzissen sind das Symbol des Gedenkens, sehr viele Menschen heften sich eine gelbe Papierblüte ans Revers, schon auf dem Weg zur U-Bahn bekommt man sie von Schülerinnen in die Hand gedrückt.
Gedenken in WarschauIm Zeichen der Narzissen
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Andrzej Duda rühmt den Heldenmut der Aufständischen. Isaac Herzog ehrt die Polen, die Juden halfen. Frank-Walter Steinmeier bittet auf Jiddisch um Vergebung - wie drei Präsidenten an den Ghettoaufstand erinnern.
Von Viktoria Großmann und Robert Roßmann, Warschau
