Seit mehr als einem Jahr wehrt sich die Ukraine gegen den russischen Angriff. Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von der ukrainischen oder der russischen Regierung und lassen sich oftmals nicht sofort unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
AKW Saporischschja: Stromleitung repariert
Ukraine entschuldigt sich bei Griechenland für Drohnenvorfall
Putin: Sehe derzeit keinen Sinn für Treffen mit Selenskij
Ukrainische Drohne explodiert im rumänischen Hafen Constanța
Russland und die Ukraine tauschen je 185 Gefangene aus
Ukraine greift erneut Sankt Petersburg an
Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenmetropole erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten die Menschen über einen „großangelegten Angriff durch militärische Drohnen“. Die Flugabwehr sei aktiv. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij trafen ukrainische Drohnen eine Militärbasis nahe Sankt Petersburg.
Gouverneur Beglow teilte am Morgen mit: „Gemäß den Empfehlungen des Einsatzstabs bitte ich die Einwohner von Sankt Petersburg, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen.“ Es könne zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen, schrieb er auf Telegram. Der Zivilschutz setzte auch per SMS einen Drohnenalarm ab. Auf dem für die internationalen Gäste des Forums wichtigen Flughafen Pulkowo gab es am frühen Morgen zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr.
Im Leningrader Gebiet um Sankt Petersburg (früher Leningrad) meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Drosdenko informierte auch über die Evakuierung von Wohnhäusern nahe einem Militärobjekt, in dem nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen sei. Es handle sich um eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme, sagte der Gouverneur. Er hoffe auf die baldige Rückkehr der Menschen in ihre Wohnungen. Sankt Petersburger Medien meldeten, dass in dem Ort Bolschaja Ischora am Finnischen Meerbusen 600 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Ein Verletzter sei ins Krankenhaus gebracht worden.
Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt habe es Angriffe gegeben, hieß es. Dort seien Arsenale für Raketen und Munition und Stützpunkte der Kriegsflotte getroffen worden, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU in Kiew mit. In der Region Krasnodar sei in der Stadt Ust-Labinsk ein Öllager getroffen worden – etwa 500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Es handle sich um ein für die russischen Streitkräfte wichtiges Treibstofflager, so der SBU.
Gouverneur Beglow teilte am Morgen mit: „Gemäß den Empfehlungen des Einsatzstabs bitte ich die Einwohner von Sankt Petersburg, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen.“ Es könne zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen, schrieb er auf Telegram. Der Zivilschutz setzte auch per SMS einen Drohnenalarm ab. Auf dem für die internationalen Gäste des Forums wichtigen Flughafen Pulkowo gab es am frühen Morgen zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr.
Im Leningrader Gebiet um Sankt Petersburg (früher Leningrad) meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Drosdenko informierte auch über die Evakuierung von Wohnhäusern nahe einem Militärobjekt, in dem nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen sei. Es handle sich um eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme, sagte der Gouverneur. Er hoffe auf die baldige Rückkehr der Menschen in ihre Wohnungen. Sankt Petersburger Medien meldeten, dass in dem Ort Bolschaja Ischora am Finnischen Meerbusen 600 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Ein Verletzter sei ins Krankenhaus gebracht worden.
Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt habe es Angriffe gegeben, hieß es. Dort seien Arsenale für Raketen und Munition und Stützpunkte der Kriegsflotte getroffen worden, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU in Kiew mit. In der Region Krasnodar sei in der Stadt Ust-Labinsk ein Öllager getroffen worden – etwa 500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Es handle sich um ein für die russischen Streitkräfte wichtiges Treibstofflager, so der SBU.
Berichte über Drohnenschläge gab es zudem aus anderen Teilen Russlands, darunter im Gebiet um die Hauptstadt Moskau. Auch der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei betroffen, hieß es. Nach Explosionen seien Öldepots in Brand geraten, berichteten Medien. In sozialen Netzwerken kursierten von unabhängiger Seite bisher nicht überprüfbare Videos, auf denen große Feuer und Rauchwolken zu sehen waren.
Die ukrainischen Drohnenattacken gegen die russische Ölindustrie und militärische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum. Kremlchef Wladimir Putin räumte in Sankt Petersburg am Freitagabend ein, dass es durch die Angriffe einen „gewissen Schaden“ für die Wirtschaft gebe. „Diese Attacken führen natürlich zu nichts Gutem“, sagte er. Wichtig sei eine Stärkung der Flugabwehr; Risiken für die Wirtschaft Russlands gebe es aber nicht. Das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu einem Treffen für Friedensverhandlungen lehnte er ab.
Die ukrainischen Drohnenattacken gegen die russische Ölindustrie und militärische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum. Kremlchef Wladimir Putin räumte in Sankt Petersburg am Freitagabend ein, dass es durch die Angriffe einen „gewissen Schaden“ für die Wirtschaft gebe. „Diese Attacken führen natürlich zu nichts Gutem“, sagte er. Wichtig sei eine Stärkung der Flugabwehr; Risiken für die Wirtschaft Russlands gebe es aber nicht. Das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu einem Treffen für Friedensverhandlungen lehnte er ab.
Merz, Macron und Starmer treffen Selenskij in London
Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die stockenden Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder in Gang bringen. Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer treffen sich an diesem Sonntagabend mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij in London, um die Chancen für neue Verhandlungen mit Russland auszuloten.
Selenskij hatte Putin am Donnerstag ein Treffen angeboten, um die „Schlüsselfragen“ auf dem Weg zu einer Friedensvereinbarung direkt zu klären. Er sprach sich dafür aus, dass neben den USA als Vermittler auch die europäischen Alliierten der Ukraine eingebunden werden. Putin hatte den Vorstoß tags drauf abgelehnt.
Die Europäer gehen trotzdem davon aus, dass sich Russland Verhandlungen langfristig nicht verweigern kann und sie mit am Tisch sitzen, wenn der Prozess wieder in Gang kommt. „Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland“, heißt es aus deutschen Regierungskreisen. Das Treffen in London soll dazu dienen, sich darauf vorzubereiten.
Selenskij hatte Putin am Donnerstag ein Treffen angeboten, um die „Schlüsselfragen“ auf dem Weg zu einer Friedensvereinbarung direkt zu klären. Er sprach sich dafür aus, dass neben den USA als Vermittler auch die europäischen Alliierten der Ukraine eingebunden werden. Putin hatte den Vorstoß tags drauf abgelehnt.
Die Europäer gehen trotzdem davon aus, dass sich Russland Verhandlungen langfristig nicht verweigern kann und sie mit am Tisch sitzen, wenn der Prozess wieder in Gang kommt. „Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland“, heißt es aus deutschen Regierungskreisen. Das Treffen in London soll dazu dienen, sich darauf vorzubereiten.
AKW Saporischschja: Stromleitung repariert
Am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine ist eine wichtige externe Stromleitung wiederhergestellt worden. Nach 15 Stunden Ausfall sei die Versorgung zurück, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. In der Zwischenzeit habe das AKW zur Kühlung der sechs abgeschalteten Reaktoren Notstrom-Dieselgeneratoren genutzt.
Laut IAEA ist es bereits der 18. Ausfall der externen Stromversorgung seit Beginn des russischen Angriffskriegs und einer der längsten. IAEA-Chef Rafael Grossi warnte vor der extremen Anfälligkeit des Netzes.
Für die Reparaturen hätten sich Ukraine und Russland auf eine begrenzte Waffenruhe geeinigt, die IAEA habe vermittelt. Das von Russland besetzte AKW ist nun wieder an zwei Leitungen angeschlossen – vor dem Krieg waren es zehn.
Laut IAEA ist es bereits der 18. Ausfall der externen Stromversorgung seit Beginn des russischen Angriffskriegs und einer der längsten. IAEA-Chef Rafael Grossi warnte vor der extremen Anfälligkeit des Netzes.
Für die Reparaturen hätten sich Ukraine und Russland auf eine begrenzte Waffenruhe geeinigt, die IAEA habe vermittelt. Das von Russland besetzte AKW ist nun wieder an zwei Leitungen angeschlossen – vor dem Krieg waren es zehn.
Ukraine entschuldigt sich bei Griechenland für Drohnenvorfall
Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. „Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf X. Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung im Krieg.
Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme.
Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. Demnach wurde Anfang März östlich von Malta ein russischer Flüssiggastanker auf dem Weg nach Ägypten von ukrainischen Seedrohnen angegriffen. Das schwer beschädigte Schiff driftete anschließend ohne Besatzung mehrere Wochen im Mittelmeer.
Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme.
Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. Demnach wurde Anfang März östlich von Malta ein russischer Flüssiggastanker auf dem Weg nach Ägypten von ukrainischen Seedrohnen angegriffen. Das schwer beschädigte Schiff driftete anschließend ohne Besatzung mehrere Wochen im Mittelmeer.
Selenskij: Russland wählt erneut den Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bedauert die Ablehnung eines direkten Treffens durch Kremlchef Wladimir Putin. „Leider wählt die russische Seite erneut den Krieg“, sagte Selenskij in einer Videobotschaft. Die Antwort sei schwach und enttäusche sicherlich viele in der Welt.
Als Ausweg forderte der Ukrainer erneut stärkere internationale Maßnahmen gegen den Kriegsgegner. „Russland muss weniger Geld haben und der Druck auf Russland muss steigen“, betonte Selenskij und dankte den Unterstützern seines Landes.
Tags zuvor hatte Selenskij Kremlchef Putin in einem Schreiben direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat für ein Ende des seit 2022 währenden Krieges angeboten. Putin lehnte ein solches Treffen als verfrüht ab und bezeichnete Teile des offenen Briefes als „unverschämt“.
Der Kreml erneuerte zudem die von dem Ukrainer bereits mehrfach abgelehnte Aufforderung zu einer Reise nach Moskau. „Wenn Selenskij möchte, kann er nach Moskau kommen und unser Präsident wird mit ihm in Moskau reden“, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow laut russischen Nachrichtenagenturen.
Als Ausweg forderte der Ukrainer erneut stärkere internationale Maßnahmen gegen den Kriegsgegner. „Russland muss weniger Geld haben und der Druck auf Russland muss steigen“, betonte Selenskij und dankte den Unterstützern seines Landes.
Tags zuvor hatte Selenskij Kremlchef Putin in einem Schreiben direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat für ein Ende des seit 2022 währenden Krieges angeboten. Putin lehnte ein solches Treffen als verfrüht ab und bezeichnete Teile des offenen Briefes als „unverschämt“.
Der Kreml erneuerte zudem die von dem Ukrainer bereits mehrfach abgelehnte Aufforderung zu einer Reise nach Moskau. „Wenn Selenskij möchte, kann er nach Moskau kommen und unser Präsident wird mit ihm in Moskau reden“, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow laut russischen Nachrichtenagenturen.
Kreml: Putin und Altkanzler Schröder haben zusammen gesprochen
Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach Angaben des Kremls „gut und freundschaftlich“ verlaufen. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Kreml-Berater Juri Uschakow.
Putin hatte Schröder gestern als möglichen Vermittler zwischen Russland und Europa ins Spiel gebracht. Der 82-Jährige ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag stieß in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.
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Putin hatte Schröder gestern als möglichen Vermittler zwischen Russland und Europa ins Spiel gebracht. Der 82-Jährige ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag stieß in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.
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Putin: Sehe derzeit keinen Sinn für Treffen mit Selenskij
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das in einem offenen Brief seines ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenskij angebotene persönliche Treffen abgelehnt. „Ich sehe darin noch keinen Sinn“, sagte der Kremlchef auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg. Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des Krieges getroffen werden.
Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin. Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: „An die Arbeit, Brüder!“ Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könnten, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.
Tags zuvor hatte Selenskij Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten. In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland.
Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin. Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: „An die Arbeit, Brüder!“ Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könnten, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.
Tags zuvor hatte Selenskij Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten. In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland.
Newsdesk
Ukrainische Drohne explodiert im rumänischen Hafen Constanța
Eine fehlgeleitete ukrainische Seedrohne ist im rumänischen Hafen Constanța explodiert. Das bestätigte ein ukrainischer Außenamtssprecher in Kiew auf der Plattform X. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums wurde niemand verletzt oder getötet, als sich das mit Sprengstoff beladene unbemannte Seefahrzeug selbst in die Luft sprengte. Nach Darstellung des ukrainischen Sprechers sei die Drohne infolge von russischen Störsignalen unsteuerbar geworden und von ihrem Weg abgekommen. Die ukrainische Marine habe die rumänischen Partner rechtzeitig verständigt.
Die Behörden in Constanța gaben Alarm und veranlassten die Räumung des Hafens am Schwarzen Meer, nachdem die Seedrohne entdeckt worden war. Die Explosion erfolgte, als das rumänische Militär dabei war, sie unschädlich zu machen, hieß es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums.
Drohnen dieser Art würden sich selbst in die Luft sprengen, wenn sie die Verbindung zu ihrem Drohnen-Operator verlieren, zitierte die Nachrichtenagentur Mediafax einen Militärexperten. Durch die Explosion entstanden Schäden an einer Lagerhalle und an einem Schiff, sagte der Präfekt des Kreises Constanța, Adrian Picoiu, zu Mediafax.
In der Vergangenheit waren des Öfteren russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Beim bisher schwersten Zwischenfall schlug eine von ihnen in einem Wohnhaus in Galați nahe der ukrainischen Grenze ein. Sie löste einen Brand aus, zwei Bewohner erlitten Verletzungen. Mehrfach fielen seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine Trümmer russischer Drohnen auf rumänisches Territorium.
Die Behörden in Constanța gaben Alarm und veranlassten die Räumung des Hafens am Schwarzen Meer, nachdem die Seedrohne entdeckt worden war. Die Explosion erfolgte, als das rumänische Militär dabei war, sie unschädlich zu machen, hieß es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums.
Drohnen dieser Art würden sich selbst in die Luft sprengen, wenn sie die Verbindung zu ihrem Drohnen-Operator verlieren, zitierte die Nachrichtenagentur Mediafax einen Militärexperten. Durch die Explosion entstanden Schäden an einer Lagerhalle und an einem Schiff, sagte der Präfekt des Kreises Constanța, Adrian Picoiu, zu Mediafax.
In der Vergangenheit waren des Öfteren russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Beim bisher schwersten Zwischenfall schlug eine von ihnen in einem Wohnhaus in Galați nahe der ukrainischen Grenze ein. Sie löste einen Brand aus, zwei Bewohner erlitten Verletzungen. Mehrfach fielen seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine Trümmer russischer Drohnen auf rumänisches Territorium.
Russland und die Ukraine tauschen je 185 Gefangene aus
Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Moskau habe 185 eigene Soldaten zurückgeholt und Kiew im Gegenzug eine gleich große Anzahl gefangener Ukrainer übergeben, teilte das russische Verteidigungsministerium der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Moskau bedankte sich bei den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Austauschs. Die Übergabe fand demnach erneut an der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus statt.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte die Rückkehr von 185 ukrainischen Soldaten. Daneben sei auch ein Zivilist freigekommen, schrieb Selenskij auf Telegram. Einige der Rückkehrer waren seinen Angaben nach seit 2022 in russischer Gewalt.
Immer wieder tauschen Russland und die Ukraine Kriegsgefangene miteinander aus. Es ist das einzige Feld, in dem der Dialog zwischen den beiden Konfliktparteien mehr als vier Jahre nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs funktioniert. Die vorherige Runde fand am 15. Mai statt, als die beiden Kriegsgegner einander jeweils 205 gefangene Soldaten übergaben.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte die Rückkehr von 185 ukrainischen Soldaten. Daneben sei auch ein Zivilist freigekommen, schrieb Selenskij auf Telegram. Einige der Rückkehrer waren seinen Angaben nach seit 2022 in russischer Gewalt.
Immer wieder tauschen Russland und die Ukraine Kriegsgefangene miteinander aus. Es ist das einzige Feld, in dem der Dialog zwischen den beiden Konfliktparteien mehr als vier Jahre nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs funktioniert. Die vorherige Runde fand am 15. Mai statt, als die beiden Kriegsgegner einander jeweils 205 gefangene Soldaten übergaben.
Ukrainische Kriegsgefangene in einem Reisebus. . Alina Smutko/Reuters
Der Gefangenenaustausch fand an einem geheimen Ort in der Ukraine statt. Alina Smutko/Reuters
Nach Angebot an Putin: Europäer planen Treffen mit Selenskij
Nach der Initiative des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij für direkte Friedensgespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin soll es in den kommenden Tagen ein weiteres Spitzentreffen führender europäischer Politiker mit Selenskij geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro, es gebe eine enge Abstimmung zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen werde man Selenskij sehen. Bundeskanzler Merz, Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt vor rund zwei Wochen in einer Videokonferenz ausgetauscht.
Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: „Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.“ Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe. „Deshalb halte ich das für eine gute Initiative“, sagte er.
Selenskij hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenskij zuvor schon mehrfach abgelehnt.
Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: „Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.“ Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe. „Deshalb halte ich das für eine gute Initiative“, sagte er.
Selenskij hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenskij zuvor schon mehrfach abgelehnt.
Ukraine: Angriff auf Schiffe in russisch besetzten Gewässern
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben mit Drohnen fünf Schiffe in den Häfen von Mariupol und Berdjansk sowie in Küstengewässern der von Russland besetzten Gebiete angegriffen. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, teilt auf Telegram mit, es handele sich um Trockenfrachtschiffe und einen Tanker. Diese seien am „Diebstahl“ von ukrainischem Getreide und dem Umschlag von Militärgütern und Treibstoff beteiligt gewesen. Die Namen der Schiffe seien übermalt und ihre Radargeräte abgeschaltet worden.
Das aserbaidschanische Außenministerium teilte auf Medienanfragen mit, dass bei einem Drohnenangriff auf die Frachtschiffe „Natra“ und „Zirkon“ in der Bucht von Taganrog im Asowschen Meer fünf Aserbaidschaner getötet wurden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Auf den beiden Schiffen würden sich insgesamt 25 aserbaidschanische Staatsbürger befinden. Das Ministerium stellte jedoch klar, dass die Schiffe nicht zu Aserbaidschan gehörten.
Das Asowsche Meer ist Teil des Schwarzen Meeres, mit dem es über die Straße von Kertsch verbunden ist. Anrainer des Asowschen Meeres sind die Ukraine und Russland. Allerdings hat die Ukraine seit der russischen Invasion keinen Zugang mehr zur Küste.
Das aserbaidschanische Außenministerium teilte auf Medienanfragen mit, dass bei einem Drohnenangriff auf die Frachtschiffe „Natra“ und „Zirkon“ in der Bucht von Taganrog im Asowschen Meer fünf Aserbaidschaner getötet wurden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Auf den beiden Schiffen würden sich insgesamt 25 aserbaidschanische Staatsbürger befinden. Das Ministerium stellte jedoch klar, dass die Schiffe nicht zu Aserbaidschan gehörten.
Das Asowsche Meer ist Teil des Schwarzen Meeres, mit dem es über die Straße von Kertsch verbunden ist. Anrainer des Asowschen Meeres sind die Ukraine und Russland. Allerdings hat die Ukraine seit der russischen Invasion keinen Zugang mehr zur Küste.
Bundesregierung begrüßt Selenskij-Brief an Putin
Die Bundesregierung begrüßt den Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij an den russischen Staatschef Wladimir Putin. Es brauche jetzt aufseiten Russlands eine „ernsthafte Bereitschaft“, Verhandlungen über einen Frieden aufzunehmen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Diese sei allerdings nicht in Sicht. Klar sei auch, dass an solchen Gesprächen auch Europa und die USA beteiligt sein müssten, erklärte der Sprecher. In dem Brief schlägt Selenskij ein persönliches Treffen mit Putin vor, um über einen Frieden zu verhandeln.
Lilly Zerbst
Tote nach russischem Angriff nahe Kiew
Bei einem russischen Drohnenangriff sind im Kreis Browary nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens vier Menschen getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur der Region Kiew, Mykola Kalaschnyk, bei Telegram. Russland habe ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie attackiert. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter. Teile des Gebäudes seien zerstört, es sei zu einem Brand gekommen, schrieb Kalaschnyk. Unter den Trümmern könnten sich noch zwei weitere Menschen befinden.
Der angegriffene Lebensmittelbetrieb nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew. UKRAINIAN EMERGENCY SERVICE/AFP
Internationale Atomenergiebehörde: Feuerpause nahe AKW Saporischschja für Reparaturen
Eine von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgehandelte Feuerpause in der Nähe des ukrainischen Atomkraftwerkes Saporischschja ist in Kraft getreten. Dies ebne den Weg für dringend notwendige Reparaturen an der Stromleitung zum AKW, teilte die IAEA mit. Die Reparaturen seien erforderlich, um die Gefahr eines atomaren Unfalles zu verhindern. Techniker beider Seiten würden in den kommenden Tagen mit den Arbeiten beginnen.
Das AKW mit seinen sechs Reaktoren ist das größte Europas. Im März 2022, kurz nach Beginn der groß angelegten russischen Invasion der Ukraine, brachten russische Truppen das Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle. Immer wieder gab es rund um das nahe der Front gelegene AKW Kämpfe, auch auf dem Gelände selbst schlugen wiederholt Geschosse ein und verursachten Schäden. Das AKW ist aus Sicherheitsgründen nicht in Betrieb. In der Anlage befindet sich allerdings radioaktives Material.
Das AKW mit seinen sechs Reaktoren ist das größte Europas. Im März 2022, kurz nach Beginn der groß angelegten russischen Invasion der Ukraine, brachten russische Truppen das Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle. Immer wieder gab es rund um das nahe der Front gelegene AKW Kämpfe, auch auf dem Gelände selbst schlugen wiederholt Geschosse ein und verursachten Schäden. Das AKW ist aus Sicherheitsgründen nicht in Betrieb. In der Anlage befindet sich allerdings radioaktives Material.
Das AKW Saporischschja wurde in der Vergangenheit immer wieder von Geschossen getroffen, die kritische Schäden verursacht haben (Archivbild). AFP
US-Repräsentantenhaus billigt Paket für Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen
Das US-Repräsentantenhaus hat ein umfangreiches Gesetzespaket zu Ukraine-Hilfen und Sanktionen gegen Russland verabschiedet. Die Kammer stimmte mit 226 zu 195 Stimmen dafür, unterstützt von fast 20 Republikanern aus dem Lager von Präsident Donald Trump. Das von demokratischer Seite eingebrachte Gesetz muss noch vom Senat gebilligt werden und würde Trump danach zur Unterschrift vorgelegt – er könnte allerdings ein Veto einlegen.
In dem Gesetz bekennt sich das Repräsentantenhaus zudem ausdrücklich zur Nato und zu Artikel 5. Russland wird zum sofortigen und bedingungslosen Abzug aus allen besetzten ukrainischen Gebieten einschließlich der Krim sowie Donezk und Luhansk aufgefordert. Vorgesehen sind außerdem Sanktionsmöglichkeiten unter anderem gegen Banken, den Energiesektor und hochrangige Politiker bis hin zu Präsident Wladimir Putin.
In dem Gesetz bekennt sich das Repräsentantenhaus zudem ausdrücklich zur Nato und zu Artikel 5. Russland wird zum sofortigen und bedingungslosen Abzug aus allen besetzten ukrainischen Gebieten einschließlich der Krim sowie Donezk und Luhansk aufgefordert. Vorgesehen sind außerdem Sanktionsmöglichkeiten unter anderem gegen Banken, den Energiesektor und hochrangige Politiker bis hin zu Präsident Wladimir Putin.

