Rochaden im Merkel-Kabinett – Franz Josef Jung (Ex-Arbeitsminister)

Nur 33 Tage, nachdem ihn Kanzlerin Merkel im Oktober 2009 ins Amt des Arbeitsministers gehoben hatte, musste Franz Josef Jung auch schon wieder abtreten. In seiner kurzen Erklärung hieß es, mit dem Rücktritt übernehme er "die politische Verantwortung für die interne Informationspolitik" im Verteidigungsministerium nach einem verheerenden Luftangriff im afghanischen Kundus: Der CDU-Politiker war von 2005 bis 2009 Verteidigungsminister und noch im Amt, als Oberst Klein Anfang September 2009 befahl, zwei Tanklaster zu bombardieren. Dabei wurden bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt.

Jung war vor allem wegen der Informationspolitik seines Ministeriums in die Kritik geraten. Die Bundeswehr hatte früh Angaben zu zivilen Opfern, legte diese aber nicht offen. Auch Jungs Nachfolger im Verteidigungsministerium, Karl-Theodor zu Guttenberg, brachte die Affäre in Bedrängnis.

Bild: REUTERS 9. Februar 2013, 14:132013-02-09 14:13:42 © Süddeutsche.de/vks//mko/betz/lala