Bundestagswahl:SPD knapp vorne, Union verliert deutlich, Grüne drittstärkste Kraft

Im vorläufigen amtlichen Endergebnis sind die Sozialdemokraten stärkste Partei, knapp dahinter landet die Union. Die Grünen kommen auf Platz drei.

Die SPD mit Spitzenkandidat Olaf Scholz wird laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bei der Bundestagswahl 2021 stärkste Kraft, die Union mit Armin Laschet folgt auf Platz zwei. Die Grünen mit Spitzenkandidatin Annalena Baerbock landen auf dem dritten Platz.

Das Ergebnis im Überblick:

Für den Bundestag ergeben sich damit mehrere mögliche Regierungskonstellationen. Möglich wäre eine SPD-geführte Ampel-Koalition mit Grünen und FDP, Rot-Grün-Rot hätte Stand jetzt keine Mehrheit. Doch auch die Union könnte eine Regierung bilden. Eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Schwarz, Grün und Gelb hätte auch eine Mehrheit.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz äußerte sich hocherfreut über das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl. "Natürlich freue ich mich über das Wahlergebnis", sagte Scholz am Sonntagabend in Berlin. "Das ist ein großer Erfolg." Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will trotz der Verluste eine unionsgeführte Bundesregierung erreichen. "Wir werden alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden", sagte er und wählte erneut das Wort "Zukunftskoalition". Damit deutete er ein Bündnis mit FDP und Grünen an. Das Wahlergebnis stelle aber eine große Herausforderung dar. "Deshalb bedarf es jetzt einer großen Kraftanstrengung aller Demokratinnen und Demokraten", sagte er. "Wir müssen Deutschland zusammenhalten."

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock lobte das mutmaßliche Abschneiden ihrer Partei als das "historisch beste Ergebnis". Baerbock zeigte sich aber auch selbstkritisch: "Wir sind erstmals angetreten, um als führende Kraft dieses Land zu gestalten", so die Grünen-Co-Parteivorsitzende bei der Wahlparty ihrer Partei in Berlin. "Wir wollten mehr", räumte sie ein.

FDP-Chef Christian Lindner regte mit Blick auf eine mögliche neue Regierungskonstellation Vorab-Klärungen seiner Partei mit den Grünen an. Es könnte ratsam sein, dass die Parteien, die gegen den Status quo der großen Koalition Wahlkampf gemacht hätten, zuerst miteinander sprächen, um all das, was danach komme, zu strukturieren, sagte Lindner am Sonntagabend in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

© SZ/lalse/bix/rroi
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