bedeckt München
vgwortpixel

Promi-Trennungen:"Die Liebe ist ein Prozess"

Aus nach zwölf Tagen: Pamela Anderson und Hollywood-Produzent Jon Peters.

(Foto: AP)

Mit wolkigen Worten hat Pamela Anderson das Ende ihrer zwölftägigen Ehe bekannt gegeben. Zehn weitere Beispiele für die hohe Kunst der Trennungserklärung.

Sich in Würde zu trennen, ist eine Kunst. Mindestens eine genauso große Kunst: als prominente Person eine ebenso würdevolle öffentliche Bekanntgabe der Trennung hinzubekommen. Die Wahl des richtigen Mediums ist dabei nicht das Problem. Manche lassen Presseerklärungen herausgeben, andere geben Interviews, einige verkünden es über Instagram. Die Schauspielerin Pamela Anderson hat nun in einem Statement bereits nach zwölf Tagen das Ende ihrer Ehe mit dem Filmproduzenten Jon Peters bekannt gegeben und wird darin fast philosophisch: "Das Leben ist eine Reise, und die Liebe ist ein Prozess", schreibt die frühere "Baywatch"-Darstellerin. Daher werde sie die "offizielle Bestätigung" der Heiratsurkunde fürs Erste verschieben. Anderson schaffte damit gleich dreierlei: wohlklingende Worte zu verwenden, die äußere Form zu wahren und sich ein Hintertürchen offen zu lassen. Wir haben zehn weitere Beispiele für ähnlich kunstvolle Trennungserklärungen gesammelt.

Die Metaphernsucher

"Irgendwann kommt der Moment, wo das Ende der Autobahn in Sicht ist. Es gibt noch zwei Abfahrten. An der ersten bist du gerade vorbei. Dann nimmst du die letzte und fährst noch einmal querfeldein. Natürlich kann man sagen, ich hätte mit 50 die Ausfahrt nehmen sollen, aber damals wollte ich das weder, noch gab es dafür einen Anlass. (...) Das Dümmste, was ich lesen musste, waren Sätze wie: 'Ach, die paar Jahre hätte er jetzt auch noch durchhalten können.' Ich war kein Leidender, der etwas durchzuhalten hatte, und 'die paar Jahre' sind der Rest meines Lebens." (Thomas Gottschalk im August 2019, ein halbes Jahr nach der Trennung von seiner Frau Thea, in einem Spiegel-Interview)

"Ich denke zu heiraten, war irgendwie der Todeskuss für uns, weil es gewissermaßen der letzte Sargnagel war. Ich fühlte mich sozusagen verpflichtet, die Zeremonie durchzuziehen." (Burlesque-Künstlerin Dita von Teese im März 2016 zehn Jahre nach der Scheidung von Musiker Marilyn Manson in der US-amerikanischen Talkshow "Kocktails with Khloé")

"Im Pulsschlag der Gezeiten hab ich mein Herz verloren! Dank euch, meinen lieben Fans, kann ich Berge versetzen, die größten Stadien füllen und Millionen von Menschen mit meiner Musik verbinden! Das Wichtigste jedoch habe ich leider nicht geschafft und das zerreißt mir mein Herz." (Schlagersänger Andreas Gabalier im September 2019 auf Facebook nach der Trennung von seiner Freundin kurz zuvor)

Die Fatalisten

"Was ich dir jetzt sagen will, ist nichts anderes als eine au fond sehr nüchterne Schilderung der Situation. Ich liebe Dich wie am ersten Tag - das weißt Du -, und das habe ich immer, auch vor diesem Wiedersehen, gewusst. Der Weg, den Du mir zeigtest, ist länger und schwerer, als ich dachte. Er verlangt ein ganzes langes Leben. Die Einsamkeit dieses Weges ist selbstgewählt und ist die einzige Lebensmöglichkeit, die mir zukommt." (Hannah Arendt, eine der wichtigsten politischen Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts, in einem Brief von 1928 an den Philosophen Martin Heidegger, mit dem sie zeitlebens eine, heute würde man es On-off-Beziehung nennen, verband)

"Ich verstehe nicht, wieso die britische Regierung bis Oktober braucht, um zu entscheiden, ob sie den Scheidungsbrief nach Brüssel schicken wollen oder nicht. Ich hätte den gern sofort (...) Es ist keine einvernehmliche Scheidung. Aber es war ja auch nie ein enges Liebesverhältnis." (Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach dem Brexit-Referendum im Juni 2016)

Die Nachtreter

"Lothar hat mich zu sehr eingeengt. Er wollte mich jeden Tag sehen, jede Minute mit mir verbringen. Ich habe ihm gesagt, dass ich die nächsten Monate keine Zeit habe, weil ich mich auf mein Abitur konzentrieren muss." (Liliana Matthäus im Februar 2008 in einem Interview mit der Bild-Zeitung über die Trennung von Fußballer Lothar Matthäus)

"Eine Scheidung ist sehr schmerzhaft, aber wie Winston Churchill einst sagte: 'Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter.'" (Ex-Beatle Paul McCartney im Oktober 2007 im Radio Times Magazine über die Scheidung von Heather Mills, mit der er vier Jahre verheiratet war)

"Er präsentierte sich als Mann, der die Reichen nicht mag. In Wirklichkeit mag der Präsident die Armen nicht. Er, der Linke, nennt sie privat die ,Zahnlosen' und er ist auch noch stolz auf diese Art von Humor." (Valérie Trierweiler 2014 in ihrem Buch "Danke für diese Zeit" über ihre Trennung vom früheren französischen Präsidenten François Hollande im gleichen Jahr)

Die Versöhnlichen

"Ich bin auf ewig von den Göttern gestraft, weil mir das Feuer gegeben wurde, das ich zu löschen versuche. Und dieses Feuer bist du." (Schauspieler Richard Burton im Jahr 1974 in einem Brief an Liz Taylor, von der er sich kurz zuvor zum zweiten Mal hatte scheiden lassen)

"Uns verbindet nach wie vor eine große Lebensliebe. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht andere Partner haben und lieben. Wir leben Tür an Tür in zwei getrennten Wohnungen und sind beruflich nach wie vor ein Bombenteam." (Cornelia Scheel, frühere Partnerin der Komikerin Hella von Sinnen 2015 nach der Trennung des Paares)

© SZ/moge
Beziehung "Wir wissen alle nicht, wie Beziehung geht"

Partnerschaft

"Wir wissen alle nicht, wie Beziehung geht"

Sexualtherapeut Christoph Joseph Ahlers erklärt, warum sich fast alle Paare zu viel Druck machen, was Sex in der Beziehung wirklich bedeutet und wie echte Nähe entsteht.   Interview von Lisa Frieda Cossham

Zur SZ-Startseite