Wolfratshausen Maro übernimmt "Altes Krankenhaus"

Das "Alte Krankenhaus" an der Sauerlacher Straße soll saniert werden. In einem Neubau auf dem Grundstück sollen zusätzliche Wohnungen entstehen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der Wolfratshauser Stadtrat legt der Genossenschaft den Vertrag für das denkmalgeschützte Gebäude vor. Mit der Sanierung und einem Neubau sollen dort 20 Wohnungen entstehen. Baubeginn könnte 2020 sein.

Von Konstantin Kaip

Die Grundmauern der beiden Mehrfamilienhäuser, die die Stäwo auf der sogenannten Coop-Wiese errichtet, sind auf der Baustelle in Waldram schon sichtbar. Nun nimmt auch das zweite städtische Bauprojekt für bezahlbare Wohnungen Gestalt an: Die Maro-Genossenschaft will das "Alte Krankenhaus" in der Sauerlacher Straße sanieren und auf dem Grundstück einen Neubau errichten. Etwa 20 Wohnungen für Wolfratshauser jeden Alters sollen dort entstehen. Der Stadtrat hat der Genossenschaft bereits einen Erbpachtvertrag vorgelegt, den die Maro-Genossenschaft noch in diesem Jahr unterzeichnen will. Baubeginn könnte im Frühjahr 2020 sein.

Laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) war die Maro-Genossenschaft der einzige Bewerber für das Projekt, das - wie die Coop-Wiese - aus einem gemeinsamen Antrag von BVW, SPD und Grünen hervorging. Die "Gesellschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen", wie sich die Ohlstädter nennen, war jedoch auch so etwas wie der Wunschkandidat des Stadtrates. Schließlich war es Auflage der Stadt, auf dem Grundstück ein Mehrgenerationenhaus zu errichten. Und darauf ist die Maro spezialisiert, wie zahlreiche realisierte Projekte zeigen, unter anderem in Penzberg und Dietramszell. In den Erbpachtvertrag, der ihnen nun vorliege, habe der Stadtrat bereits erste Änderungswünsche der Genossenschaft eingearbeitet, sagt Ralf Schmid, Projektentwickler bei der Maro. Zwar müsse es noch "ein paar Abstimmungen" geben. "Im Grundvertrag sind wir uns aber einig."

Die Planungen der Ohlstädter sehen vor, das denkmalgeschützte "Alte Krankenhaus" an der Sauerlacher Straße 15 aus der Biedermeierzeit zu sanieren. Im Obergeschoss sollen Wohnungen, im Erdgeschoss gemäß der Auflagen gewerbliche Räume für den Nachbarschaftshilfeverein "Bürger für Bürger" entstehen. Auf dem Grundstück wird zudem ein Neubau mit Tiefgarage errichtet, der vom Hammerschmiedweg aus erschlossen werden soll. Etwa 20 Wohnungen seien insgesamt geplant, sagt Schmid - jeweils zu einem Drittel Zweizimmer-, Dreizimmer- und so genannte Familienwohnungen mit vier bis fünf Zimmern. Dadurch ergebe sich automatisch eine Mischung aus mehreren Generationen, sagt Schmid: mit alleinstehenden Senioren, älteren Paaren, deren Kinder schon ausgezogen sind, und Familien. Für die Mieter, die sich selbst um Garten und Häuser kümmern, soll es auch Gemeinschaftsflächen geben. Eine ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft, wie es sie etwa in Dietramszell geben wird, sollte an der Sauerlacher Straße ebenfalls unterkommen. Diese sei zwar noch nicht ganz ausgeschlossen, wegen der begrenzten Freifläche jedoch kaum zu realisieren, sagt Schmid. Die Kombination aus Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes und Neubau ist für die Maro-Genossenschaft kein Neuland, wie Schmid sagt. Ein ähnliches Projekt habe man gerade mit dem Alten Pfarrhof in Windach realisiert - mit dem Architekturbüro Sunder-Plassmann aus Greifenberg, das auch das Wolfratshauser Projekt plant.

Einige Vorbereitungen laufen schon: So wurde etwa das Grundstück vermessen, weil die Stadt einen etwa zwei Meter breiten Streifen behalten will - um die Straße Am Floßkanal künftig zu verbreitern, wie Heilinglechner erklärt. Auch müsse das Trafo-Häuschen auf dem Grundstück für die Bebauung verlegt werden, sagt Schmid. Zudem stünden eine Bodenuntersuchung und eine Prüfung eventueller Altlasten im denkmalgeschützten Bestandsgebäude an. Weil das Baufenster vom bestehenden Bebauungsplan abweicht, müsse auch noch geklärt werden, ob ein neuer Bebauungsplan für die Fläche aufgestellt werden müsse, sagt der Projektentwickler. Bis spätestens Oktober wolle man die offenen Fragen geklärt, den Vertrag unterzeichnet und die Eingabeplanung eingereicht haben, sagt Schmid. Im Frühjahr 2020 könne dann mit den Arbeiten begonnen werden, fertig sein könnten die Häuser voraussichtlich im Herbst 2021.

Nach der Eingabeplanung, wenn Grundrisse und Mieten feststehen, soll es laut Schmid die erste Informationsveranstaltung zu dem Wohnprojekt geben - im Sommer oder Herbst kommenden Jahres. "Wir vergeben unsere Wohnungen in der Regel ein bis zwei Jahre vor Bezug", erklärt der Projektentwickler. Die künftigen Mieter sollen sich dann in monatlichen Treffen näher kennenlernen. "Bis zum Einzug ist dann eine Gemeinschaft gewachsen." Angesprochen werden sollen nicht nur Mitglieder der Genossenschaft, sondern alle Wolfratshauser. Denn das wichtigste Vergabekriterium ist laut Schmid die örtliche Verbundenheit. "Wir wollen vorrangig für Bürger aus Wolfratshausen bauen", sagt er. Das hört man auch im Rathaus gern. "Von unserer Seite aus soll der Bau so schnell wie möglich beginnen", sagt Bürgermeister Heilinglechner.