Reichersbeuern:T-Shirts für Draußenbiesler

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Thomas Steyerer Grafiker

Mode mit Heimatgefühl: Thomas Steyerer vertreibt unter dem Label "Bambisla" selbst desingte T-Shirts und Kappen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Unter dem Label "Bambisla" vertreibt der Reichersbeurer Thomas Steyerer außergewöhnliche Mode

Von Inga-Maria Glahn, Reichersbeuern

Die T-Shirts zeigen die Benediktenwand, ein oberbayerisches Panorama mit Kirche vor den Alpen oder einen Waldschrat mit Hut und Vollbart, der aus Fichten besteht. Dazu gibt es Stirnbänder, auf denen der Umriss des Walchensees abgedruckt ist. Unter dem Label "Bambisla" vertreibt Thomas Steyerer hippe Mode und Accessoires mit ungewöhnlichen Designs, die er selbst entworfen hat. "Ich hab' für mich gedacht, es wäre doch schön, Motive zu machen, die vielleicht ein bisschen mehr regional sind", sagt er.

Der Name seiner Firma ist mit einem Augenzwinkern zu sehen: "Gwand für echte Buam & Madl, de gern drauß in da Natur san und de a no hintern Bam zum Bisln gengan", steht auf der Homepage seines Online-Shops. Für alle Kunden, die des Bairischen nicht mächtig sind, erklärt er dort die Zielgruppe als all jene, die "im übertragenen Sinne so kernig sind, dass sie bei Nicht-Vorfinden einer öffentlichen WC-Anlage hinter dem nächsten Baum zum Pinkeln gehen würden". Er wollte einen Namen finden, der den Leuten im Gedächtnis bleibt, sagt Steyerer grinsend.

Den Online-Shop rief der 39-Jährige vor zwei Jahren ins Leben. Steyerer kommt ursprünglich aus dem Berchtesgadener Land und zog vor einem Jahr mit seiner Freundin in Reichersbeuern zusammen. Er arbeitet als selbständiger Mediengestalter und Grafiker mit seiner eigenen Firma, die unter anderem Motive und Webseiten designt. Die Idee zu seinem Shop kam ihm, als er Motive für Bergsporunternehmen gestaltete. Mit seinen Eigenkreationen baute sich Steyerer ein zweites Standbein auf. Ohne die Unterstützung anderer schaffte er sich seine "Ein-Mann-Firma". Und so soll es für ihn auch bleiben. Außer dem Bedrucken übernimmt Steyerer alle Aufgaben selbst. Die Produktion findet unter fairen Bedingungen in Bayern statt. Die angebotenen T-Shirts bestehen aus Biobaumwolle, das Polyester für die Stirnbänder kommt aus Südtirol. Gelagert werden die Fabrikate in einem Zimmer bei ihm zu Hause in Reichersbeuern.

Angefangen hat alles mit drei T-Shirts, die er online anbot. Zum aktuellen Sortiment gehören etwa auch Basecaps und Stirnbänder, die mit Höhenlinien bedruckt sind - von der Benediktenwand, dem Walchen- und Tegernsee über das Brauneck bis hin zur Zugspitze. "Es ist halt jetzt kein Stirnband von der Stange", sagt Steyerer. Eines seiner Shirts zeigt auch einen grimmigen Krampus. Das Angebot der Motive soll sich sporadisch vergrößern. Steyerer bekommt viele Anregungen und Vorschläge von Kunden. "Es gibt einfach so massenhaft viele Regionen", sagt er. Aber genau das mache seine Produkte so besonders. Es seien eben nicht nur Motive, die für die "Touri-Schiene" interessant seien, sondern auch für Einheimische. "Ein bissl spezieller, ein bissl regionaler", sagt Steyerer. Gerade das jüngere Publikum finde seine außergewöhnlichen Produkte "cool und lässig". Viele kauften die bedruckte Ware als Präsent oder Mitbringsel: "Ich glaub', jede dritte Bestellung ist mittlerweile ein Geschenk."

Neben seiner Mode und den Accessoires bietet Steyerer außerdem das Magazin "Loavnschau" online zum Verkauf an, das wohl einzige Krampus- und Perchtenmagazin, das Steyerer 2008 initiiert hat. Zweimal pro Jahr erscheint eine gedruckte Ausgabe. Trotz kleiner Auflage ist "Loavnschau" das Szenemagazin für alle, die mit Perchten und Krampusmasken zu tun haben. Etwas Ähnliches gebe es nicht, betont Steyerer. Das Heft, das Fotostrecken mit Reportagen und Berichten kombiniert, dient als Informationsquelle für die aktuelle Szene. Die Fotos und Artikel bekommt Steyerer von verschiedenen Gruppen aus dem Alpenland zugeschickt. Der Mediengestalter und Grafiker verantwortet die Gestaltung und schreibt auch kleinere Texte.

Seine Produkte auch in einem Geschäft anzubieten, kommt für Steyerer vorerst nicht infrage. Er wolle seine Artikel auch künftig nur online im eigenen Webshop vertreiben, sagt er - und fügt dann doch an: "Man weiß nie, wie sich etwas entwickelt."

Den Webshop von Thomas Steyerer findet man im Internet unter bambisla.de

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