Erneuerbare Energie:Weg frei für Solaranlagen

Erneuerbare Energie: Eine Freiflächen-Solaranlage, wie sie in Münsing entstehen soll.

Eine Freiflächen-Solaranlage, wie sie in Münsing entstehen soll.

(Foto: Manfred Neubauer)

Münsing billigt Bebauungspläne für Freiflächenmodule.

Von Benjamin Engel, Münsing

Für die beiden ersten Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen in Münsing an der Autobahnabfahrt sowie bei Degerndorf ist die Basis gelegt. Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung die Änderungen am Flächennutzungsplan. Ebenso stimmte das Gremium für die vorhabenbezogenen Bebauungspläne und fasste dafür den Satzungsbeschluss.

In der Mulde unterhalb der frei stehenden Eiche (dem sogenannten "Tree of Münsing") bei der Münsinger Autobahnausfahrt will das Unternehmen Actensys auf 2,7 Hektar Module errichten. Die Anlage soll eine Leistung von 2,5 Megawatt haben. Die Fläche soll eingezäunt, mit Hecken und Sträuchern eingegrünt werden. In einer Stellungnahme zweifelte der Ostuferschutzverband (OSV) allerdings daran, ob die Hecke entlang des Waldwegs im Süden ausreiche, um das Landschaftsbild zu schützen. "Aus unserer Sicht sollte daher auch im Süden eine Eingrünung erfolgen", so der OSV.

Laut der Kommune gebe es nur auf den östlichsten circa 30 Metern und dem nach Nordnordosten verlaufenden Stück keine bestehende Eingrünung. Auf den östlichen 50 Metern entlang der Südgrenze der PV-Anlage sei eine fünf Meter tiefe Hecke vorgesehen. Die Planung wurde gemäß dem Beschlussvorschlag ergänzt. Einwände von behördlicher Seite gab es nicht.

Die PV-Anlage bei Degerndorf soll auf fünf Hektar Fläche entstehen

Zur bei Degerndorf geplanten PV-Freiflächen-Anlage hatte der OSV ebenso die aus dessen Sicht mangelnde Eingrünung kritisiert. In einer Senke nördlich von Degerndorf - 200 bis 250 Meter vom Futtermittelhersteller Agrobs entfernt - plant die Starnberger Firma Greenvest Solar eine knapp fünf Hektar große Freiflächenanlage mit 4,8 Megawatt Leistung für die Agrobs-Inhaber-Familie Berger.

Die Module sollen 3,80 Meter hoch werden. Dass die Pflanzstreifen im Norden, Westen und Osten daher nur drei Meter hoch wachsen sollten, schütze aus Sicht des OSV das Landschaftsbild zu wenig. Ebenso forderte der Umweltverband, dass die PV-Anlage auch auf der Südseite eingegrünt werden sollte. Das vorhandene Feldgehölz verdecke die Sicht zum Betriebsgelände des Unternehmens Agrobs nicht.

Die Verwaltung hielt es allerdings nicht für nötig, das Gelände nach Süden einzugrünen. In dessen Nähe führe in mehr als hundert Metern Entfernung lediglich ein Stichweg aus Richtung Osten, so hieß es. Um das Firmengelände von Agrobs abzugrenzen, seien einige Sträucher und Bäume gepflanzt, die allerdings noch ergänzt werden müssten. Laut der Abwägung sei allerdings tatsächlich versäumt worden, die Eingrünung an den PV-Modulen auf eine Mindesthöhe von 3,3 Metern festzusetzen. "Dies wird nachgeholt und entsprechend angepasst", so hieß es.

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