Adventszeit:München startet in die Weihnachtsmarkt-Saison

Adventszeit: Eisstockschießen auf dem "Winter Wunder Werk" im Werksviertel.

Eisstockschießen auf dem "Winter Wunder Werk" im Werksviertel.

(Foto: Robert Haas)

Einige Märkte haben schon jetzt geöffnet, zwei Dutzend weitere folgen bald. Der Budenzauber dürfte wieder Millionen Menschen anziehen.

Von Andreas Schubert

Ob Christkindlmarkt, Weihnachts- oder gar Wintermarkt: Die fleißigen Elfen, die jedes Jahr übers Stadtgebiet verteilt diverse Budenzauber organisieren, werden bei der Namensgebung immer kreativer, denn die Konkurrenz ist groß. Etwa zwei Dutzend Jahresendmärkte sind heuer wieder in München zu finden - da gilt es, sich auch namentlich voneinander abzugrenzen.

Letztendlich geht es den meisten Besuchern aber darum, schon mal auf Weihnachten vorzuglühen. Der große städtische Christkindlmarkt fängt am 27. November an, eine knappe Woche vor dem ersten Advent. Weil die Vorweihnachtszeit gefühlt von Jahr zu Jahr schneller vorbeizieht, ziehen einige Veranstalter ihren Budenzauber einfach in den November vor.

Schon seit vergangenem Donnerstag sind zum Beispiel das "Winter Wunder Werk" im Werksviertel am Ostbahnhof, der "Alpenwahn" am Viktualienmarkt, der "Moosacher Hüttenzauber" am St.-Martins-Platz und der "Weihnachtszauberwald" am Cosimabad in Bogenhausen geöffnet. Vor der Motorworld in Freimann gibt es seit Freitag die "Winterworld", am Flughafen den "Weihnachts- und Wintermarkt". Die anderen Märkte öffnen nach und nach von dieser Woche an, die Stadt listet sie auf ihrer Internetseite muenchen.de auf. Gute Nachricht für Romantiker: Auch den Markt am Chinesischen Turm gibt es heuer wieder.

Ganz offensichtlich haben die Münchnerinnen und Münchner sehnsüchtig darauf gewartet, wie etwa ein Besuch am ersten Samstag im Winter Wunder Werk zeigt. Der von moderner Architektur umgebene Budenzauber gibt sich der Umgebung entsprechend cool und zeitgemäß. Hier werden in Foodtrucks vorweihnachtliche Snacks feilgeboten. Für sechs Euro bekommt man etwa eine vegane Leberkässemmel oder für acht Euro eine vegane Currywurst. Freilich kommen auch Fleischesser mit der klassischen Bratwurstsemmel für fünf Euro auf ihre Kosten, moderner wiederum ist die Pulled-Pork-Semmel, die es für sechs Euro gibt.

Ein Tipp ist die köstliche koreanische Beef Bowl für 11,50 Euro, die mit scharfer Soße so richtig von innen wärmt, sodass es eigentlich gar keinen Glühwein mehr braucht. Aber gut: Die sechs Euro hat man dann auch noch übrig, für einsfünfzig mehr darf es dann auch ein heißer Gin sein.

Die Stimmung auf dem kleinen Markt im Werksviertel ist am ersten Samstag schon recht ausgelassen. Auf der dicht gefüllten Eisfläche drehen jede Menge Mütter mit Kindern oder Teenagern ihre Runden. Die Eisstockbahn wird auch gut genutzt - die Eventisierung der Vorweihnachtszeit macht den Leuten offensichtlich Spaß.

Auch am Alpenwahn, der streng genommen eher ein Miniatur-Weihnachtsmarkt ist, drängeln sich die Menschen. Den weißen oder roten Glühwein namens Alpenglüher schenken sie hier für 6,50 Euro aus, für vier Euro gibt es einen süßen heißen Shot namens Apfelstrudel, der tatsächlich auch so schmeckt. Wie der Bierpreis auf der Wiesn steigen auch die Glühweinpreise alle Jahre wieder ordentlich. Wer es noch ein bisserl münchnerischer mag: Die Flasche Schampus kostet beim Alpenwahn 89 Euro.

Adventszeit: Der Weihnachtsmarkt vor der Motorworld in Freimann,...

Der Weihnachtsmarkt vor der Motorworld in Freimann,...

(Foto: Robert Haas)
Adventszeit: ...wo Santa Claus in einem ungewöhnlichen "Schlitten" daherkommt.

...wo Santa Claus in einem ungewöhnlichen "Schlitten" daherkommt.

(Foto: Robert Haas)

Recht US-amerikanisch mutet die Gaudi vor der Motorworld in Freimann an. Hier schwebt ein "Flying Santa Claus" in einem Rentierschlitten über die Köpfe der Besucher hinweg, außer einer großen Eisbahn haben sie auch ein respektables Riesenrad aufgebaut. Und weil sich Santa vermutlich nicht für ein einziges Verkehrsmittel entscheiden konnte, hockt er als Pappkamerad auch noch in einem roten Fünfzigerjahre-Chevrolet auf dem Beifahrersitz - ein beliebtes Fotomotiv.

Allein der offizielle Christkindlmarkt vor dem Rathaus lockte vergangenes Jahr nach zwei Jahren Corona-Pause drei Millionen Besucher an. Bei den anderen Märkten wird der Andrang aller Voraussicht nach ebenfalls groß sein. Wenn die Tage grau und kurz sind, sind Lichtlein, ein heißes Süßgetränk und jede Menge Kitsch einfach gut fürs Gemüt.

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