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Landkreis Starnberg:Die Ungeduld der über 80-Jährigen wegen der Corona-Impfung

Corona-Impfaktion im Caritas-Altenheim

Corona-Impfaktion im Caritas-Altenheim Krailling Im Caritas-Altenheim Maria Eich in Krailling impfte Richard Aulehner am Sonntag das Personal und die Bewohnerinnen und Bewohner. Als Erste an der Reihe war die 83-jährige Annemarie Eckl. Ein Gläschen enthält fünf Impfdosen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Landrat Stefan Frey erklärt in einer Videokonferenz des Seniorenbeirats die Ursachen für das Warten - und bis wann die höchste Risikogruppe versorgt sein könnte.

Von Michael Berzl

Wann kommen wir an die Reihe? Wann sind wir endlich dran mit dem Impfen? Das sind die Fragen, die alte Menschen auch im Fünfseenland derzeit am meisten beschäftigen. Das ist auch am Freitagnachmittag in einer vom Starnberger Seniorentreff organisierten Videokonferenz mit Landrat Stefan Frey und Klinikchef Thomas Weiler wieder sehr deutlich geworden. Beim Seniorentreffleiter Helmut Kilian sind fast 130 Anmeldungen eingegangen, 50 haben die Zugangsdaten für die Teilnahme erhalten. "Wir sind ganz überwältigt von dieser Resonanz", sagte Kilian, der das Gespräch auch moderierte.

Landrat Frey bekam dabei die Gelegenheit, seinem Vater, dem ehemaligen Landrat Heinrich Frey, der 82 Jahre alt ist, via Bildschirm die schon oft gestellte Frage nach der Wartezeit zu beantworten: "Ich kann hier nur um Geduld bitten", sagte er. Es werde bestimmt bis in den März hinein dauern, bis alle Menschen, die über 80 Jahre alt sind, einen Impftermin bekommen.

Doch die Geduld von Senioren, die daheim wohnen, wird arg auf die Probe gestellt: weil nicht genügend Impfdosen geliefert werden und wegen der besonderen Situation im Landkreis Starnberg, wo es besonders viele Krankenhäuser und Altenheime gibt. Und weil Klinikpersonal und Heimbewohner zuerst die Impfspritze erhalten.

Auch auf diese Konstellation machte Stefan Frey nochmals aufmerksam, der nach eigenen Worten täglich Zuschriften mit Fragen zu Impfterminen bekommt oder zur Möglichkeit, jemanden vorzuziehen. "Die Ungeduld ist groß", bekräftigte er auch in der Videokonferenz. Eine Vorzugsbehandlung sei aber nicht möglich, weil man sich nach den staatlichen Vorgaben richten müsse.

Mit einem Blick in die Statistik erläuterte Klinikchef Weiler, wie es zu der jetzt getroffenen Auswahl der Altersgruppen gekommen ist. Von den bundesweit mehr als 50 000 Corona-Toten sei fast die Hälfte im Alter von 80 bis 89 Jahren gewesen; die Gruppe der 70- bis 79-Jährigen mache lediglich 19 Prozent aus: "Das ist ein gewaltiger Sprung."

Impf-Chat

Klinikchef Thomas Weiler bei der Videokonferenz des Starnberger Seniorentreffs. Auch Landrat Stefan Frey hat an dem Gespräch teilgenommen.

(Foto: SZ)

Wie hochbetagte Menschen, die nicht selbst Auto fahren können, zum Impfzentrum in Gauting kommen, war ein weiteres Thema. Über einen Shuttle-Service habe man im Landratsamt zwar nachgedacht, die Idee sei aber wegen der Nähe der Insassen in so einem Fahrzeug verworfen worden. Daher sei die Anfahrt per Taxi ratsam. Überlegt werde aber, die Schranke am Eingang zum Gelände der Asklepios-Klinik zu öffnen, um denjenigen den Weg vom Parkplatz zum Impfzentrum zu ersparen, die schlecht zu Fuß sind.

Das Gespräch mit Frey und Weiler hätten gerne noch viel mehr Starnberger Senioren verfolgt; 78 konnten nicht teilnehmen. So kam aus der Runde der Teilnehmerinnen der Vorschlag, so ein Gespräch aufzunehmen und den Interessenten zukommen zu lassen.

© SZ vom 30.01.2021
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