Stadtplanung:Diese Hochhäuser sollen die Silhouette der Stadt prägen

Blick auf das SZ-Hochhaus und die Baustelle der Bavaria Towers am Vogelweideplatz

In ihrem äußeren Erscheinungsbild sind die vier sogenannten Bavaria Towers am Vogelweideplatz fast fertig. Dahinter steht seit zehn Jahren das Gebäude des Süddeutschen Verlags.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Münchner Osten hat sich zu einem städtebaulichen Höhepunkt entwickelt.
  • Es wird in die Höhe gebaut, bald werden am Vogelweideplatz die Bavaria Towers fertig gestellt. Keines der Hochhäuser überschreitet aber die 100-Meter-Marke.
  • Proteste gegen große Bauprojekte wie 2004, als es zu einem Anti-Hochhaus-Entscheid kam, gibt es nicht.

Von Alfred Dürr

Das Stadttor des 21. Jahrhunderts ist ein Ensemble mit vier mächtigen Türmen aus Beton, Stahl und Glas. Die Bauten mit ihren geneigten Dachflächen und geschwungenen Formen sind zwischen 46 und 84 Meter hoch.

Am Vogelweideplatz und an der Einmündung der Prinzregenten- und Einsteinstraße in die Autobahn in Richtung Riem geht die modernste Hochhausgruppe Münchens ihrer Fertigstellung entgegen. Die Glasfassaden des Neubau-Komplexes sind zwar noch nicht vollständig geschlossen, aber es zeigt sich bereits jetzt, wie stark die sogenannten Bavaria Towers den Stadteingang im Osten prägen.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich kaum einer vorstellen können, dass sich der verkehrsumtoste Vogelweideplatz mit den großteils wenig attraktiven Gewerbeflächen in der Umgebung zu einem städtebaulichen Höhepunkt entwickelt. Der ein paar hundert Meter entfernte Turm des Süddeutschen Verlags mit seinen 100 Metern Höhe habe eine architektonisch prominente Vorlage für den Trend zur neuen Urbanität in dieser Stadtregion geliefert, sagt Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

Im Jahr 2008 sind Verlag und Redaktion der Süddeutschen Zeitung aus der Innenstadt an die Hultschiner Straße gezogen. Damals nannte der frühere Oberbürgermeister Christian Ude die Gegend süffisant ein "städtebauliches Wildschweingehege". Ferdinand Spies vom Immobilienunternehmen Art-Invest Real Estate, der vor Kurzem das Hochhaus gekauft hat, bezeichnet den Turm nun als ein Landmark-Gebäude im "aufstrebenden Münchner Osten".

In den vergangenen Jahren richtete sich der Fokus der Stadtplaner hauptsächlich nach Westen - speziell auf den neuen Stadtteil Freiham und auf die Flächen entlang der Bahnachse vom Hauptbahnhof nach Pasing. Hier ist eine enorme Baudynamik zu beobachten, wobei allerdings Hochhäuser vor allem wegen der Sichtbeziehungen auf die Altstadtsilhouette oder das Nymphenburger Schlossrondell keine große Rolle spielten.

Nun ist der Osten stark im Kommen. "Hier gibt es Spielräume für die Stadtentwicklung", sagt die Stadtbaurätin. "Neue Kompositionen" könnten sich gut in bestehende Strukturen einfügen. Die Achse in Richtung Osten, hauptsächlich im Umfeld der Bahnlinie nach Rosenheim, mit bislang sehr heterogenen Nutzungen - von kleinen Werkstätten bis hin zu großen Unternehmen -, ist für Investoren interessant geworden.

Stadtplanung: Ein Stück südlich vom Gebäude des Süddeutschen Verlags wird derzeit das Haus "Neo" gebaut.

Ein Stück südlich vom Gebäude des Süddeutschen Verlags wird derzeit das Haus "Neo" gebaut.

(Foto: Unstudio)

Die Stadtteile wandeln sich mit ihren kleinteiligen, klassischen Gewerbezonen hin zum verdichteten Büro- und Wohnstandort. Viele Anwohner betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Sie fürchten den Verkehrskollaps in ihrem Viertel. Stadtbaurätin Merk sieht das nicht so dramatisch. Die Autobahn sowie die neue Straßenbahn-Linie und die S-Bahn sind für sie wichtige Bestandteile der Infrastruktur.

Wie dieser Veränderungsprozess aktuell aussieht, zeigt zum Beispiel das Projekt Baumkirchen-Mitte auf dem ehemaligen Bahn-Betriebsgelände am S-Bahnhof Berg am Laim, in unmittelbarer Nachbarschaft zum SV-Hochhaus und nicht weit vom Vogelweideplatz. Das neue Quartier mit Hunderten Wohnungen und Arbeitsplätzen ist bereits in großen Teilen fertig. Gebaut wird zurzeit das Projekt Neo, ein 60-Meter-Hochhaus, das zu einem architektonischen Ausrufezeichen des Quartiers werden soll.

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