Geplante Groß-Kundgebung am Sonntag:90 Organisationen unterstützen "Lichtermeer"-Demo - alle Infos im Überblick

Geplante Groß-Kundgebung am Sonntag: Andrang bei der Demo "gegen rechts" am 21. Januar in München: Nun soll es eine Neuauflage auf der Theresienwiese geben.

Andrang bei der Demo "gegen rechts" am 21. Januar in München: Nun soll es eine Neuauflage auf der Theresienwiese geben.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Als Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus sollen viele Lichter auf der Theresienwiese leuchten.

Von Isabel Bernstein und Bernd Kastner

Die für Sonntag geplante Demonstration für Demokratie auf der Theresienwiese in Form eines "Lichtermeers" wird nach Angaben der Veranstalter von derzeit mehr als 90 Gruppen und Institutionen unterstützt. Die Versammlung richtet sich gegen Hass und Hetze, Rassismus und Antisemitismus und beginnt um 18 Uhr. Hauptrednerin wird die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal sein.

Die Organisatoren - "Fridays for Future", Lichterkette, Bellevue di Monaco, München ist bunt und "Morgen" - rufen dazu auf, Lichtquellen aller Art mitzubringen, allerdings wegen des Brandschutzes auf offene Kerzen zu verzichten. "Wir lassen nicht zu, dass Menschen in unserem Land ausgegrenzt und verfolgt werden", heißt es in einer Mitteilung der Veranstaltenden. "Wir stehen gemeinsam gegen Rechtsextremismus und widerwärtige Deportationsphantasien."

Bei der Demonstration am Siegestor im Januar habe man Wut und Empörung Luft gemacht. "Mit dem Lichtermeer wollen wir als breite Gesellschaft zusammenkommen und Debatten anstoßen. Wir alle müssen uns fragen, was unsere Rolle im Einsatz für Demokratie ist."

Unterdessen kommt - wie vor der "Demonstration gegen rechts" vor drei Wochen - vorab Kritik an Veranstalter "Fridays for Future" aus Reihen der CSU. "Für mich ist 'Fridays for Future' als Organisator derart wichtiger Demonstrationen fehl am Platz", sagt Bayerns Justizminister Georg Eisenreich. "Fridays" versuche, CSU und CDU aus Kalkül in eine rechte Ecke zu schieben und spalte damit die Solidarität der Demokraten im Kampf gegen den Rechtsextremismus. "Erst vor wenigen Tagen hat Luisa Neubauer in einem BR-Interview versucht, die Union in diffamierender Weise in die Nähe der AfD zu rücken. Das ist für mich inakzeptabel."

Auch ist aus Sicht Eisenreichs das Verhältnis von Vertretern von Fridays for Future zur antisemitischen Gedankenwelt von Greta Thunberg ist ungeklärt: "Um beim Kampf gegen Antisemitismus glaubwürdig zu sein, fehlt eine Brandmauer zu Greta Thunberg." Dabei hatte sich Klimaaktivistin Luise Neubauer von entsprechenden antisemitischen Aussagen abgegrenzt: "Dass Greta Thunberg bisher nichts Konkretes zu den jüdischen Opfern des Massakers vom 7. Oktober gesagt hat, enttäuscht mich", sagte sie im Oktober 2023.

"Dialog für Demokratie und gegen Rechtsextremismus" im Münchner Rathaus

Das Rathaus hat bekannt gegeben, wen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zum "Dialog für Demokratie und gegen Rechtsextremismus" am 19. Februar eingeladen hat. Dazu gehören neben der Stadtspitze und den Fraktionen unter anderem Vertreterinnen und Vertretern des Migrationsbeirats, der großen Religionsgemeinschaften, zivilgesellschaftlicher Organisationen wie München ist bunt, Lichterkette, Fridays for Future, Bellevue di Monaco, von Sportvereinen wie Alpenverein, FC Bayern und TSV 1860, städtischer Theater und der größten Arbeitgeber in München, BMW, MAN und Siemens.

Laut einer Rathaus-Mitteilung wolle Reiter "ins Gespräch kommen" und die Organisationen "vernetzen". Es gehe ihm vor allem darum, "eine möglichst breite Wirkung in unsere Stadtgesellschaft zu entfalten und hoffentlich auch in viele Bereiche, die bisher noch schwer für dieses Thema zu erreichen waren".

Zugleich bittet er um Verständnis, dass die Zahl der Einladungen auf etwa 40 Personen begrenzt sei, um eine Diskussion zu ermöglichen. Er versichere allen, die sich für die Stadtgesellschaft engagieren und nicht eingeladen sind, "dass ich jedes zivilgesellschaftliche Engagement unterstütze, das sich deutlich gegen Rechtsextremismus positioniert". Er nehme gerne Vorschläge an, wie der Dialog weitergeführt werden könne.

Mit der Einladung reagiert Reiter auf die Demonstration am Siegestor am 21. Januar, zu der um die 200 000 Menschen kamen.

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