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Nationalsozialismus:Das papierne Erbe der Nazis

Bibliotheksleiter Daniel Schlögl vor dem blauen Schrank in der Bibliothek des IfZ - dem "Giftschrank".

(Foto: Catherina Hess)

Ausgerechnet im Institut für Zeitgeschichte in München hat sich ein Buch als Raubgut herausgestellt. Die rechtmäßigen Erben haben es schließlich als Dauerleihgabe hinterlassen. Doch fraglich ist, ob es in der Bibliothek mit mehr als 200 000 Bänden der einzige Fall bleiben wird.

Von Jakob Wetzel

Mit den Verbrechen der Nationalsozialisten haben sie ständig zu tun am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) - doch dass sie selbst so unmittelbar von einem betroffen sind, das gab es noch nie. Zum ersten Mal in der Geschichte des Instituts hat dessen Bibliothek jetzt ein Buch restituiert. Ausgerechnet hier, in dieser weltweit renommierten Forschungsstätte zur deutschen Geschichte, in der Historikerinnen und Historiker aus dem In- und Ausland zur Nazizeit und zum Holocaust forschen, haben diese Wissenschaftler also offenbar jahrzehntelang und ohne es zu ahnen, selber ein von den Nazis geraubtes Buch genutzt.

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