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Coronavirus:Inzidenzwert in München sinkt unter 50

Dieses Schild dürfte noch eine Weile hängen bleiben, auch wenn der Inzidenzwert nun unter 50 gesunken ist.

(Foto: Stephan Rumpf)

So niedrig wie am Donnerstag war die Sieben-Tage-Inzidenz seit Mitte Oktober nicht mehr. Warum es vorerst trotzdem keine Lockerungen geben wird.

Von Max Ferstl

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München ist unter die Marke von 50 gefallen. Am Donnerstagmorgen lag sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 48,0. Damit unterschreitet die Stadt jenen Schwellenwert, der häufig als Ziel des Lockdowns ausgegeben worden ist. Ein zentrales Argument dafür lautete, dass bei einer Inzidenz von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen die Gesundheitsämter die Kontakte der Infizierten nachverfolgen könnten. Dadurch ließe sich die Ausbreitung des Coronavirus begrenzen.

So niedrig wie am Donnerstag war die Inzidenz in München seit Mitte Oktober nicht mehr. Damals stiegen die Zahlen allerdings rapide an, am 12. Oktober riss die Stadt erstmals die 50er-Marke, am 20. Dezember erreichte sie den vorläufigen Höchstwert: 300,7. Seitdem sinken die Zahlen in der Stadt kontinuierlich, wenn auch in den vergangenen Tagen etwas langsamer.

Theoretisch wären jetzt in München sogar Lockerungen der strengen Corona-Regeln möglich: Stadt und Kreisverwaltungsreferat könnten Erleichterungen beschließen, wie es in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für den Fall heißt, dass eine kreisfreie Stadt oder ein Landkreis unter der 50er-Marke liegt - und die Inzidenz tendenziell sinkt. Beide Kriterien erfüllt München nun.

Trotzdem wird es vorerst keine Lockerungen geben, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der SZ am Mittwoch mitteilte. Er freue sich darüber, dass die Maßnahmen offenbar wirkten. Die gesunkene Inzidenz sei "ein Schritt in Richtung mehr Normalität", aber "erst wenn wir diesen Wert auch in den nächsten sieben Tagen halten, können wir über etwaige Lockerungen überhaupt nachdenken".

Der derzeitige landesweite Lockdown gilt noch bis 14. Februar. Kommende Woche wollen sich Bund- und Länderchefs zu einem neuerlichen Gipfel treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. In Bayern lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 83,1, in ganz Deutschland bei 80,7.

© SZ.de/vewo, van
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