Grafing:Grün auf grau: Grafinger Mauerdenkmal in Nachtaktion übermalt

Grafinger Mauer - 1.tes Graffiti auf dem CSU-Denkmal

Ein Reim auf einem Stück Mauer in Grafing.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Das Denkmal des CSU-Kreisverbands zur deutschen Wiedervereinigung hat Tage nach der Enthüllung ein neues Antlitz.

Von Thorsten Rienth, Grafing

Dass das Denkmal des CSU-Kreisverbands zur Deutschen Einheit im Grafinger Stadtpark nicht auf ewig wie am ersten Tag aussehen würde, gehörte durchaus zum Ansinnen der CSU. Jugendliche könnten die nachgebildete Mauer mit Graffiti besprühen, hatte der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber am Rande der Einweihung am vergangenen Freitag gesagt. Mitglieder der Grünen Kreisjugend Ebersberg haben ihn in der Nacht zum Dienstag beim Wort genommen - aber wohl nicht ganz so, wie sich die CSU das vorstellte.

Die Ebersberger Kreis-CSU hatte vier Bäume in Grafings Stadtpark gepflanzt und eine Betonmauer aufgestellt. In Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Und die Mitglieder der Grünen Kreisjugend nutzten die Nacht auf Dienstag, um grüne Farbe auf der Mauer zu hinterlassen. Samt Schriftzug: "Herr Bauer, wir sind sauer über ihre Mauer".

Dass das Denkmal des CSU-Kreisverbands zur Deutschen Einheit im Grafinger Stadtpark nicht auf ewig wie am ersten Tag aussehen würde, gehörte durchaus zum Ansinnen der CSU. Jugendliche könnten die nachgebildete Mauer mit Graffiti besprühen, hatte der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber am Rande der Einweihung am vergangenen Freitag gesagt. Mitglieder der Grünen Kreisjugend Ebersberg haben ihn in der Nacht zum Dienstag beim Wort genommen - aber wohl nicht ganz so, wie sich die CSU das vorstellte.

Grafinger Mauer - 1.tes Graffiti auf dem CSU-Denkmal

Die Rückseite der Mauer haben die Aktivisten in Duktus, Stil und Farbton der Vorderseite angeglichen.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Die Ebersberger Kreis-CSU hatte vier Bäume in Grafings Stadtpark gepflanzt und eine Betonmauer aufgestellt. In Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Und die Mitglieder der Grünen Kreisjugend nutzten die Nacht auf Dienstag, um grüne Farbe auf der Mauer zu hinterlassen. Samt Schriftzug: "Herr Bauer, wir sind sauer über ihre Mauer".

Anschließend nahmen sie per Smartphone Fotos auf und verschickten sie samt einer Pressemitteilung. "Da wir auch ein Teil der Grafinger Jugend sind, haben wir das Angebot von Landtagsabgeordneten Thomas Huber, die Mauer mit Graffiti zu verschönern dankend angenommen, einen ersten Schritt gemacht und die gestern noch triste, graue Betonmauer grundiert", heißt es darin. "Wir hoffen, dass sich noch viele junge Grafinger an der Verschönerung des Denkmals beteiligen. Nichtsdestotrotz hoffen wir auch, dass es im Grafinger Stadtrat noch zu einer parteiübergreifenden Lösung kommt."

Die Aktivisten betonen, kein grundsätzliches Problem mit einem Grafinger Einheitsdenkmal zu haben. "Wir hätten uns aber ein parteiübergreifendes Zeichen gewünscht, das dem Gedanken der Wiedervereinigung würdig ist." Die vier zusammenwachsenden Bäume sehe man als passende Symbolik. "Aber wir wundern uns, warum gerade zum Gedenken an die Wiedervereinigung eine neue Mauer gebaut wird." Zudem stelle man die Vorgehensweise in Frage, weil die Mauer "nicht mal im Grafinger Stadtrat genehmigt wurde".

Grafings Bürgermeister Christian Bauer (CSU) zufolge sei dies nicht nötig gewesen. "Es war weder für die Bäume noch für die Mauerstele eine baurechtliche Genehmigung erforderlich", bekräftigte er am Dienstagvormittag auf Nachfrage. Den Stadtrat habe er wegen der Kürze der Zeit leider nicht mehr einbinden können. Er sei jedoch entsetzt über den "Shitstorm", mit dem einige Grünen-Kreisräte ihn nun auf Facebook anfeindeten. Konkrete Beispiel-Posts nannte Bauer zwar nicht, nur so viel: "Es würde mir nicht in den Sinn kommen, mich so in die Angelegen einer anderen Gemeinde einzumischen."

Die Kritik aus dem Kreistag hatte sich unter anderem darauf bezogen, dass der städtische Grafinger Bauhof die CSU-Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit - und damit womöglich unzulässigerweise eine parteipolitische Veranstaltung - beim Bäumepflanzen und bei der Errichtung der Stehle unterstützte. Bauer sieht es anders: "Das war keine politische Veranstaltung."

Die Einladung zu den Feierlichkeiten hinterlässt einen anderen Eindruck: Unterzeichnet ist sie vom CSU-Kreisvorsitzenden Thomas Huber höchstselbst. Absender ist die Ebersberger CSU-Kreisgeschäftsstelle. Thorsten Rienth

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