Popkultur in der Corona-Krise:"Wo getanzt wird, wo geschwitzt wird, wird es verdammt schwer"

Rote Sonne

So leer wie nie: Der Münchner Club "Rote Sonne", in dem jetzt Kunst gezeigt werden wird.

(Foto: Tina Weber)

Clubbetreiber und Partyveranstalter sind große Verlierer der Krise. Doch statt aufzugeben, suchen sie nach neuen Möglichkeiten, kreieren Pop-up-Lokale oder Ausstellungen und hoffen auf Schnelltests.

Von Michael Zirnstein und Cora Wucherer

Der oberste Virenbekämpfer im Freistaat, Markus Söder, hat die Messlatte für Bewegungsarten zur Musik extrem niedrig gehängt, als er im Juli zum Ausgehdrang des Nachtvolks sagte: "Aber Sie können ja zum Beispiel zu Hause mit Ihrer Partnerin tanzen." Die Club-Szene reagierte empört bis entsetzt - aber es geht noch intimer: In einer Performance von Ari Benjamin Meyers tanzt man am heutigen Samstag im Münchner Blitzclub nicht paarweise, sondern ganz einsam. Von 19.30 Uhr an bis Mitternacht mixt der DJ Basti Schwarz im Zehn-Minuten-Takt zwei Vinylplatten jeweils für einen einzigen Gast zusammen, der so einen Track lang eine "kompakte Reise durch eine ganze Clubnacht" nacherleben kann. Das ist eine interessante Kunst-Erfahrung, aber keine wirkliche Ersatzbefriedigung.

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