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Klima-Debatte bei "Hart aber fair":Klöckner fordert 600 Millionen Euro, zu Salm-Salm 2,1 Milliarden

Rukwied ist Chef des Deutschen Bauernverbands und des Zusammenschlusses der europäischen Bauernverbände. Und damit Leiter einer der einflussreichsten Lobby-Gruppen, die es überhaupt gibt. 58 Milliarden Euro schüttet die EU jährlich an die Landwirte aus, davon gehen sechs Milliarden Euro nach Deutschland. Umweltverbände kritisieren seit Jahren, dass viel zu wenig davon nach Kriterien der Nachhaltigkeit, des Arten- und Klimaschutz überwiesen wird. Doch ein Geflecht an Funktionären in Agrarindustrie und Politik schützt diese Praxis, Rukwied und die Bauernverbände an vorderster Front. Moderator Plasberg muss einmal sogar einschreiten, weil er einen "Chorgesang" von CDU-Ministerin Klöckner und Funktionär Rukwied unterbindet. Ein echter Gegenspieler für diese Phalanx fehlt in der Runde.

Und so darf auch Klöckner vor allem Geld fordern. 600 Millionen Euro müssten sofort investiert werden in den deutschen Wald. Zu Salm-Salm fordert 2,1 Milliarden Euro. Dabei gibt es durchaus Kritiker, die den Waldbesitzern vorwerfen, seit Jahren Warnungen ignoriert zu haben und oft genug noch Monokulturen zu sehen sind. Zu Salm-Salm findet zudem, dass nur bewirtschafteter Wald guter Wald ist. Auch da gibt es andere Meinungen, die für mehr Naturschutzgebiete eintreten.

Einer Meinung ist sich der Prinz indes mit dem Meteorologen Sven Plöger und dem Ex-Journalisten und Autor Franz Alt, dass der Klimawandel ein Problem ist. Das man durchaus etwas ernster angehen könnte als die aktuelle Bundesregierung das tut. Kohleausstieg 2038? "Sorry Frau Klöckner, diese Zeit haben wir nicht", sagt Alt. Tatsächlich gibt Julia Klöckner darauf eine bemerkenswerte Antwort. Sie sagt: "Jede Zeit, die wir verstreichen lassen, ist ein Luxus der Gegenwart." Den spätere Generationen ausbaden müssten. Doch man müsse auch die Gesellschaft zusammenhalten, sagt sie. Und in Sachsen, wo einige Braunkohlereviere liegen, sei die Stimmung aufgeheizt. Themen wie Klimawandel oder Urban Gardening zögen dort nicht.

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Mit anderen Worten: Der Klimawandel bedroht zwar die Lebensgrundlagen aller Menschen und der Natur wie aktuell die mitteleuropäischen Wälder. Aber weil 20 000 Arbeitsplätze in den deutschen Braunkohletagebauen auf dem Spiel stehen, muss man damit erst einmal klarkommen. Das ist eine ehrliche Beschreibung der aktuellen Regierungspolitik. Zumal in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Herbst auch noch gewählt wird.

Während Plöger und Alt einige drohende Szenarien aus aller Welt einbringen (Eisschmelze in der Arktis und im Himalaja, Klimaflüchtlinge in Afrika) gibt Moderator Plasberg fast stolz preis, dass er einen SUV fahre. Plöger sagt darauf: Wenn ein Mensch klimaneutral lebe, aufs Fliegen verzichte, auf ein Auto, auf Fleischkonsum und sogar auf Urlaub, dann blicke er irgendwann zu seinen Mitmenschen und sehe: "Die anderen, die fahren weiter, die fliegen in Urlaub, die vergnügen sich." Und irgendwann denke er sich: "Mensch, ich alleine kann die Welt wirklich nicht retten. Also mach ich auch nichts mehr." Am Ende bewege sich gar nichts. Das gleiche gelte auch auf Ebene der Staaten.

Alt plädiert für Verbote von fossilen Brennstoffen als eine Art letzte Rettung, denn die Sklaverei wurde auch nicht deshalb abgeschafft, weil die Steuer auf Sklavenhandel erhöht wurde. Verbote? Oh Gott, oh Gott, das Reizwort. Das geht nun wirklich nicht. "Politik ist nicht der Erziehungsberechtigte seiner Bürger", sagt Klöckner, als hätte Politik den Bürgern eines Landes noch nie etwas verboten. Zu Salm-Salm fürchtet Planwirtschaft, also die DDR. Und Plasberg ruft fast empört aus, dass nun eine Mehrheit für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen sei. "Hätten Sie das je gedacht in Deutschland?" Ministerin Klöckner antwortet: "Dann brauchen sie Ihren SUV auch nicht mehr."

Um den Wald geht es längst nicht mehr. Der stirbt vermutlich weiter traurig vor sich hin. Mit ein paar Millionen Euro wird sich das schon irgendwie regeln lassen.

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