Vegane Ernährung Bessere Haut, bessere Figur, bessere Laune

Die Probleme mit dem Veganismus waren für mich andere, zumindest zum Einstieg: Käse ist eines davon. Ich liebe Käse. Und Käse macht geradezu süchtig. Kein Lebewesen trinkt die Milch einer anderen Rasse - außer dem Menschen. Kuhmilch ist dazu gedacht, ein kleines Kalb zu einem riesigen Tier zu machen. Diesen Weg wollte ich nicht gehen.

Nun gehöre ich nicht gerade zur Fraktion Hungerwahn. Bis zum Alter von 25 konnte ich essen, soviel ich wollte, ohne auch nur ein Gramm zuzulegen - und tat das auch ausgesprochen gerne. Jetzt, zwischen viel Arbeit, noch mehr Familie und kaum Zeit zum Selberkochen geschweige denn für regelmäßigen Sport, passen mir meine Kleider nicht mehr. Die vegane Ernährung gibt mir die Möglichkeit zurück, jederzeit so viel zu essen, wie ich möchte. Dafür verzichte ich inzwischen gerne auf ein paar Dickmacher, so gut sie mir vorher auch geschmeckt haben.

Veganer sind sehr strenge Vegetarier

Zumal ich mich damit einer Bewegung anschließe, die sich der Abkehr von einer Nahrungsmittelindustrie widmet, die außer Kontrolle zu geraten sein scheint, wenn man diverse Nahrungsmittelskandale und den Umgang damit einigermaßen aufmerksam verfolgt. Mitten in einem Land, das Exportweltmeister in Sachen Fleisch ist - auf Kosten von Umwelt und Tieren, die oft genug eben nicht artgerecht gehalten werden. Und ist sie nicht auch nur eine Form der Gewissenberuhigung, die angeblich artgerechte Tierhaltung?

Ich wollte nicht länger, dass für mich ein Tier sterben muss, wenn es auch anders geht - soweit meine Überlegungen im zarten Alter von 16, meiner ersten vegetarischen Phase. Sie dauerte zwei Jahre. Obwohl ich den Genuss von Fleisch liebte. Weil ich damals schon wusste: Ich will mir nichts verbieten. Wenn mich die ungezügelte Lust auf Fleisch wieder überfällt, werde ich nachgeben. Wenn mein Körper das braucht und ich lange genug fleischabstinent geblieben bin, schlage ich wieder zu, dachte ich - und tat es später, ohne schlechtes Gewissen. Denn für mein Alter, so dachte ich, hätte ich mein Soll erst mal erfüllt.

Fleischabstinenz ist das geringste Problem

Schon mal daran gewöhnt, fiel es mir 15 weitere Jahre später nicht schwer, wieder auf Fleisch zu verzichten, als ich vor drei Jahren das Vegan-Experiment startete. Im Gegensatz zu früher gibt es inzwischen so viele Ersatzlebensmittel - und im Gegensatz zu früher schmecken einige davon sogar sehr gut. Manche besser als Fleisch. Zumal wenn man sie richtig zubereitet.

Wenn Fleischweglassen also nicht das Problem ist, und man es außerdem schafft, auf Fisch, Milchprodukte (mochte ich noch nie, also auch kein Problem - außer eben Käse, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles) sowie alle möglichen weiteren Verlockungen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zu verzichten (Fertigprodukte sind tabu, weil zu viel Industriezucker und Ersatzsstoffe, Alkohol als Nervengift ebenfalls, geraucht habe ich nie, Süßigkeiten mag ich nicht wirklich). Wenn man all das beachtet, um den gesunden Lebensstil zu komplettieren, auf den Veganer schwören, und alles kein unlösbares Problem ist, und wenn es so viele Vorteile bringt - was ist dann das größte Hindernis für eine vegane Lebensweise?