bedeckt München 22°

Freizeit - Potsdam:Jugendherbergen in Corona-Not: Insolvenz droht

Berlin (dpa) - Seit mehr als einem Monat sind Jugendherbergen in Berlin und Brandenburg für Besucher geschlossen - die Einrichtungen sind in finanzieller Not und drängen auf staatliche Hilfe. "Wenn im Sommer keine Rettung kommt, stehen wir vor der Insolvenz. Dann müssen unsere Mitarbeiter aus der Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit gehen", sagte der Sprecher des Jugendherbergsverbandes Berlin-Brandenburg, Marcus Hirschberg, am Donnerstag.

Knapp 138 000 Übernachtungen (Stand: Mittwoch) mit rund 45 000 Gästen seien seit der Schließung am 18. März storniert worden, der Verband habe dadurch Umsatzeinbußen von 4,8 Mio Euro. Die Jugendherberge an der Kluckstraße nahe am Berliner Tiergarten wird derzeit als Obdachlosenunterkunft genutzt. Für eine weitere Einrichtung sei man in Gesprächen, ob dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden könnten.

Ansonsten sind die Herbergen bis auf wenige Mitarbeiter leer. Fast alle seien in Kurzarbeit, einige kümmerten sich noch um die Stornierungen, sagte Hirschberg. "Wenn es im Sommer nicht wieder los geht, haben wir arge Probleme", sagte er. Dann sei die Idee der Jugendherbergen in Berlin und Brandenburg passé. Buchungen könnten kostenfrei storniert werden. Auch seien Umbuchungen auf die Zeit nach Corona kostenfrei möglich, sagte Hirschberg. Vor allem Stammgäste machten davon Gebrauch.

Der Bundesverband hatte am Montag eine Online-Petition gestartet. In dem Schreiben drängt er darauf, dass sich Verantwortliche in Bund und Ländern dafür einsetzen, dass die Jugendherbergen in Deutschland flächendeckend durch staatliche Rettungsmaßnahmen in ihrem Fortbestand gesichert werden. Die Stornierung fast aller bestehenden Buchungen und der Rückgang von Neubuchungen sowie laufende Kosten hätten alle Landesverbände in massive wirtschaftliche Not gebracht.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite