Cannes-Siegerin Julia Ducournau:"Ob es uns gefällt oder nicht, Monster gehören zu uns"

Lesezeit: 8 min

"Titane" von Julia Ducournau

Agathe Rousselle im Doppelspiel mit einem Cadillac, der gleich sehr lebendig werden wird: Filmszene aus "Titane" von Julia Ducournau.

(Foto: Verleih)

Sex mit Autos und eine Frau mit einer Wirbelsäule aus Titan: Julia Ducournau wird mit ihrem zweiten Film erneut als Provokateurin gefeiert. Ein Gespräch über schaurige Märchen, nackte Körper und warum ihr "Titane" eine Geschichte über bedingungslose Liebe ist.

Interview von Tobias Kniebe und Annett Scheffel

Als die französische Regisseurin Julia Ducournau im Juli die Goldene Palme in die Luft reckte, war sie die Sensation der Filmfestspiele von Cannes. Mit ihrem zweiten Spielfilm "Titane" zog die 37-Jährige an allen männlichen Favoriten vorbei. Erst als zweite Frau in der Geschichte des Festivals gewann sie den Hauptpreis für den besten Film. "Titane" handelt von einer jungen Frau (Agathe Rousselle), die am Anfang alle Menschen, die ihr zu nahe kommen, umbringt. Dann hat sie Sex mit einem Cadillac, durchlebt eine Schwangerschaft und bringt unter unvorstellbaren Schmerzen ein Baby zur Welt bringt, dessen Wirbelsäule aus Titan ist. Zugleich verwandelt sie sich und gewinnt die Liebe eines alternden Macho-Mannes (Vincent Lindon), der sie schließlich als das undefinierbare Wesen akzeptiert, das sie geworden ist. In ihrer Siegesrede freute sich Ducournau, Cannes habe endlich die "Mauern der Normativität" gesprengt und die "Monster hineingelassen". Beim Gespräch in Berlin ist ihre Begeisterung für die ungewöhnlichen Kreaturen, die ihr Kino prägen, sofort ansteckend.

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