Harald Jähners Dekadenporträt "Höhenrausch":Alles neu, neu, neu

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Harald Jähners Dekadenporträt "Höhenrausch": Frauen, befreit aus ihren kaiserzeitlichen Bonbonverpackungen, bestimmten die Szene: Aufnahme von 1926.

Frauen, befreit aus ihren kaiserzeitlichen Bonbonverpackungen, bestimmten die Szene: Aufnahme von 1926.

(Foto: Scherl/SZ Photo)

So wurde dieses Jahrzehnt noch nicht beschrieben: "Höhenrausch" von Harald Jähner ist eine brillante, rasende Ereignisgeschichte der Zwanzigerjahre.

Von Gustav Seibt

Was an Harald Jähners Buch zur Weimarer Republik so gut, so neu und aufregend ist, muss man, der Methode des Autors folgend, mit einem Beispiel vorführen. Jähner analysiert den neuen großstädtischen Autoverkehr mit einem sozialen Gleichnis: "Tatsächlich gleicht das Vermögen, gelassen einen Kreisverkehr zu absolvieren, sich einzutakten, sich rasch zu verständigen mit knappen Gesten und Blicken, um sanft die Fahrspuren zu wechseln, in vieler Hinsicht einer Party, auf der man unablässig die Gesprächspartner wechselt und beim geselligen Smalltalk die Menschen in angenehmer Nähe und zugleich auf Distanz hält."

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