Gewinner der Oscar-Nacht:Wer zuletzt lacht

Die Oscars 2013 hatten Potenzial für so manchen Rekord: Nie war eine jüngere oder ältere Hauptdarstellerin nominiert, und das Epos "Lincoln" hatte für manche schon vorher gewonnen. Einiges kam dann doch überraschend.

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Michelle Obama bei den Oscars 2013

Quelle: REUTERS

Die Oscars 2013 hatten Potential für so manchen Rekord: Nie war eine jüngere oder ältere Hauptdarstellerin nominiert, und das Epos "Lincoln" hatte für manche schon vorher gewonnen. Einiges kam dann doch überraschend. Die Gewinner des Abends.

Die Oscars verlangen nach Superlativen, und das war tatsächlich eine Überraschung: Keine geringere als First Lady Michelle Obama verkündete, welcher Film dieses Jahr in den Augen der Academy der "Beste Film" war. Da hätte es eigentlich gepasst wie Deckel auf Topf, hätte die Präsidentengattin das Historiendrama "Lincoln" aus dem Umschlag gezaubert. Oder zumindest "Zero Dark Thirty", der die Tötung von Osama Bin Laden unter dem Oberbefehl ihres Mannes nacherzählt. Doch nein, stattdessen ...

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Film: "Argo"

Ben Affleck und George Clooney - "Argo" bekommt Oscar

Quelle: REUTERS

... durften sich immerhin zwei prominente Obama-Unterstützer beglückwünschen. Regisseur Ben Affleck und Produzent George Clooney lagen sich in den Armen, als die First Lady "Argo" als Gewinner verkündet hatte.

Der Agententhriller, der auf einer wahren Episode beruhend die Befreiung von US-Bürgern am Rande der eigentlichen großen Geiselnahme in Teheran 1979/80 erzählt, setzte sich damit gegen ein weitgefächertes Feld an Konkurrenten durch. In der Königskategorie waren außer den Genannten noch "Liebe", "Beasts of the Southern Wild", "Django Unchained", "Les Miserables", Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" und "Silver Linings" nominiert gewesen.

Ein Wermutstropfen für Affleck dürfte bleiben, dass er für die Regie nicht einmal in Betracht gezogen wurde. Die Trophäe in dieser Kategorie ...

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Gewinner der Oscar-Nacht:Beste Regie: Ang Lee

Ang Lee bekommt Oscar für die Beste Regie

Quelle: AFP

... ging an Ang Lee für sein "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger"

Der 58-Jährige überflügelte damit den Österreicher Michael Haneke, der für "Liebe" nominiert war, sowie Steven Spielberg ("Lincoln"), Benh Zeitlin (für das Debüt "Beasts of the Southern Wild") und David O. Russell ("Silver Linings Playbook").

"Danke, Filmgott", sagte Lee, der bereits 2006 für "Brokeback Mountain" den Regie-Oscar gewonnen hatte. Sein "Schiffbruch" heimste am Ende insgesamt vier Oscars ein - und war damit an einem Abend ohne den großen Abräumerfilm am erfolgreichsten.

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Gewinner der Oscar-Nacht:Beste Nebendarstellerin: Anne Hathaway

Anne Hathaway bekommt Oscar als Beste Nebendarstellerin für "Les Miserables"

Quelle: AFP

Die Oscars sind ein Fernsehspektakel und Anne Hathaway darf allerspätestens jetzt als Idealbesetzung für eine emotionale Preisverleihung gelten. "Es ist also wahr geworden", so die Schauspielerin - das Wort "Traum" musste da gar nicht mehr ausgesprochen werden. Eine zitternde Stimme, die maximale Rührung, der Dank an den gütigen Kollegen (Hugh Jackman) in der Musicalverfilmung "Les Misérables" und natürlich die Liebeserklärung an den Mann ("der mit Abstand schönste Moment meines Lebens war, als du hineingetreten bist") - Hathaway gab alles.

Und zur Krönung den Wunsch nach Frieden und Glückseligkeit auf Erden: Sie hoffe, dass in nicht allzu ferner Zukunft Geschichten wie "Les Miserables" nur noch Erzählung anstatt Realität sein würden. Fast überflüssig zu sagen, dass Hathaway auch die artigen Komplimente an die Unterlegenen nicht vergaß: An Sally Field ("Lincoln"), Amy Adams ("The Master"), Helen Hunt ("The Sessions") und Jacki Weaver ("Silver Linings").

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz

Christoph Waltz bekommen Oscar als Bester Nebendarsteller für "Django"

Quelle: AFP

Jeder der Nominierten in dieser Kategorie hatte schon einen Oscar im Schrank - Tommy Lee Jones (diesmal im Rennen für "Lincoln"), Robert De Niro ("Silver Linings"), Philip Seymour Hoffman ("The Master") und Alan Arkin ("Argo"). Einen weiteren durfte sich nun - nach "Inglorious Basterds" - wie von vielen erwartet Christoph Waltz abholen.

Zuvor war er bereits als Favorit gehypt worden, in den Augen mancher zu sehr. Seine Dankesrede konzentrierte sich auf Quentin Tarantino, der bei "Django Unchained" bekanntlich Regie führte. "Du bist durchs Feuer gegangen und es war's wert", so Waltz, um sich sofort dafür zu entschuldigen, dass er sich der Worte seines Filmcharakters Dr. King Schultz bediene.

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bestes Original-Drehbuch: Quentin Tarantino

Quentin Tarantino - Oscar für das Beste Drehbuch für "Django"

Quelle: AP/dpa

Quentin Tarantino setzte in Los Angeles seinen Lauf fort: Nach dem britischen Bafta-Award und dem Golden Globe ging nun auch ein Oscar an sein Drehbuch für den Sklavereikracher "Django Unchained".

Bestätigung auf ganzer Linie also für das Team Tarantino-Waltz. Dass er - wie Ben Affleck - in der Regie-Kategorie diesmal von vornherein übergangen worden war, dürfte für Tarantino damit etwas leichter zu verschmerzen sein.

Weitere Oscars für "Django" kamen nicht mehr hinzu - der Film zieht damit gleich mit "Lincoln" und "Skyfall", die beide ebenfalls zwei Preise erhielten.

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Gewinner der Oscar-Nacht:Beste Hauptdarstellerin: Jennifer Lawrence

Jennifer Lawrence Oscar als Beste Hauptdarstellerin für "Silver Linings"

Quelle: REUTERS

"Sie stehen wahrscheinlich nur auf, weil Sie gesehen haben, dass ich gestolpert bin": Die erst 22-jährige Jennifer Lawrence fegte mehr auf die Bühne, als dass sie schritt. So wurde die kurze Treppe auf dem Weg zum frühen Triumph ihrer noch jungen Karriere zur Falle. Doch halb so schlimm, Standing Ovations gab es trotzdem oder gerade deshalb.

Und der Jungstar muss sich nun endgültig keine Sorgen mehr machen, auf die Rolle im Teenie-Blockbuster "Tribute von Panem" festgelegt zu werden. Stattdessen gefiel die Rolle als durchgeknallte Tiffany an der Seite von Bradley Cooper in "Silver Linings" der Academy noch besser als die Leistungen der Kolleginnnen Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") und Naomi Watts ("The Impossible"). Die Sensation eines Oscars für eine Neunjährige (für Quvenzhané Wallis in "Beasts of the Southern Wild") verhinderte Lawrence damit ebenso wie einen späten Triumph von Emmanuelle Riva ("Liebe"), die in der Oscarnacht ihren 86. Geburtstag feierte.

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis

Daniel Day-Lewis Oscar als Bester Hauptdarsteller für "Lincoln"

Quelle: AP/dpa

"Lincoln" hatte mit 12 Nominierungen im Vorfeld als der Favorit schlechthin bei den diesjährigen Oscars gegolten. Der Politthriller um den legendären US-Präsidenten, der mit allen Mitteln für das Ende der Sklaverei kämpft, fiel nun aber recht überraschend in fast allen Kategorien durch.

Zum Ausgleich trat zumindest am Ende des Abends ein, was fast alle erwartet hatten: Daniel Day-Lewis erhielt - aus den Händen von Meryl Streep - den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Damit setzte er auch einen Rekord in der Geschichte des Preises: Keiner vor ihm wurde drei Mal mit dieser Ehre bedacht. Je nach Sichtweise Trost oder zusätzlicher Anlass zum Neid für Day-Lewis' unterlegene Konkurrenten (Bradley Cooper für "Silver Linings", Hugh Jackman für "Les Miserables", Joaquin Phoenix für "The Master" und Denzel Washington für "Flight").

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester fremdsprachiger Film: "Liebe"

Michael Haneke Oscar für "Liebe"

Quelle: REUTERS

Michael Haneke hat mit "Liebe" in den vergangenen Monaten so gut wie alles gewonnen, was möglich ist - von der Goldenen Palme in Cannes über den Europäischen Filmpreis bis zum Golden Globe und nun auch noch den Oscar. Das Drama über Liebe an der Schwelle zum Tod wurde in Los Angeles als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Das war jedoch die einzige von fünf Kategorien, die er gewann.

Der Rede des österreichischen Regisseurs war kurz aber gerührt, seinen Dank drückte er unter anderem seinen Hauptdarstellern Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant aus, sowie seiner Frau: "Du bist der Mittelpunkt meines Lebens".

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Song: "Skyfall"

Adele bekommt Oscar für besten Song "Skyfall"

Quelle: AP/dpa

Die Oscar-Nacht war durchzogen von Showeinlagen, die mal mehr, mal weniger gelangen. Britin Adele sang den 007-Song "Skyfall" aus dem gleichnamigen Film auf der Bühne gewohnt souverän. Als "Skyfall" dann tatsächlich den Oscar für den besten Song bekam, schwankte sie zwischen Lachen und Tränen der Begeisterung.

In der Kategorie Filmmusik gewann Mychael Danna für "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger".

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Dokumentarfilm: "Searching for Sugarman"

"Searching for Sugarman" Oscar für Beste Dokumentation

Quelle: AFP

Bevor er von seinem eigenen Glück mit "Argo" wusste, überreichte Ben Affleck den Oscar für die Beste Dokumentation an die Regisseure von "Searching for Sugarman", Malik Bendjelloul und Simon Chinn. Die beiden erzählen im Film die schier unglaubliche Geschichte des Folk-Sängers Rodriguez, der in den Siebziger Jahren in den USA den Durchbruch völlig verpasste, aber ohne eigenes Wissen in Südafrika zum Kultstar wurde.

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Gewinner der Oscar-Nacht:Bester Animationsfilm: "Merida"

Oscar für "Merida" Bester Animationsfilm

Quelle: AP/dpa

So sieht es aus, wenn das Outfit dem Film angepasst wird: Mark Andrews erschien im Schottenrock zu den Oscars und durfte diesen dann prompt auf der Bühne präsentieren. Nämlich als er tatsächlich zusammen mit Brenda Chapman den Preis für "Merida" als Besten Animationsfilm bekam.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/Reuters/ihe/cag
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