Filmfestspiele:Das sind die Wettbewerbsfilme der Berlinale 2017

Den politisch schwierigen Zeiten setzt die Berlinale in diesem Jahr einen Wettbewerb entgegen, der Mut machen soll.

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(Foto: Festival)

Ana, mon amour Rumänien, Deutschland, Frankreich 2016. Regie: Călin Peter Netzer. Darsteller: Mircea Postelnicu, Diana Cavallioti, Carmen Tănase, Vasile Muraru, Tania Popa Toma und Ana sind ein junges Paar, es steht nicht gut um ihre Beziehung. Sie hat psychische Probleme, er wertet sich selbst dadurch auf. Anas Genesung führt bei ihm zum Schwinden seiner Kraft. Ein Film nicht nur über Machtstrukturen in der Liebe, sondern auch in der rumänischen Politik.

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(Foto: Festival)

Bamui haebyun-eoseo honja / On the Beach at Night Alone Südkorea 2017. Regie: Hong Sangsoo. Darsteller: Kim Minhee, Seo Younghwa, Jung Jaeyoung, Moon Sungkeun, Kwon Haehyo Hauptdarstellerin Kim Min war vor Kurzem in Park Chan-wooks "Die Taschendiebin" zu sehen. Dort spielte sie eine einsame Frau auf der Suche nach der wahren Liebe. 2015 hatte Regisseur Hong Sang-soo sie bereits für sein Liebesdrama "Right Now, Wrong Then" besetzt. In seinem neuen Film spielt sie abermals eine Frau auf der Suche, nach sich selbst und natürlich der Liebe. Dafür reist sie auch in die Ferne - nach Hamburg.

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(Foto: Festival)

El Bar / The Bar (außer Konkurrenz) Spanien 2017. Regie: Álex de la Iglesia. Darsteller: Blanca Suárez, Mario Casas, Carmen Machi, Secun de la Rosa, Jaime Ordóñez Das Detektiv-Brettspiel "Cluedo" auf der Leinwand: Regisseur Álex de la Iglesia verarbeitet diese Idee in seinem tragikomischen Thriller, der die tiefsten Abgründe menschlichen Verhaltens und Miteinanders offenbart. Schauplatz: Madrid.

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(Foto: Festival)

Beuys Deutschland 2017. Regie: Andres Veiel Jeder Mensch ein Künstler, die Gesellschaft eine "soziale Skulptur" - die Ideen von Joseph Beuys, der Skulpturen aus Filz schuf und Fettecken in Museen platzierte, polarisieren noch immer. In seiner Doku puzzelt Regisseur Andres Veiel aus Archivmaterial ein dokumentarisches Porträt des Mannes zusammen, der die bildende Kunst bis heute prägt. Dokumentarfilme haben es in Spielfilmwettbewerb naturgemäß schwer, doch 2016 gewann der Italiener Gianfranco Rosi den Goldenen Bären für seine Doku "Seefeuer".

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(Foto: Festival)

Colo Portugal, Frankreich 2017. Regie: Teresa Villaverde. Darsteller: mit João Pedro Vaz, Alice Albergaria Borges, Beatriz Batarda, Clara Jost, Tomás Gomes Das portugiesische Kino befasste sich zuletzt immer wieder mit den wirtschaftlichen Nöten der Menschen, in die sie seit der Finanz- und Bankenkrise von 2008 geraten sind. Teresa Villaverdes Wettbewerbsbeitrag "Colo" zeigt eine Familie, die nur noch in ihrer Erinnerung reich ist. Optimistisch bleiben, heißt die Devise in der Misere.

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(Foto: Festival)

The Dinner USA, 2016, Regie: Oren Moverman. Darsteller: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloë Sevigny In dieser Romanverfilmung bittet Regisseur Movermann, dessen "The Messenger" eine Berlinale-Entdeckung war, erstklassige Schauspieler zu Tisch, um beim Abendessen in elitärer Umgebung über die Schandtaten der Söhne und abgründige Familiengeheimnisse zu reden. Ein Gemetzel im Restaurant.

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(Foto: Festival)

Django Frankreich, 2017. Regie: Etienne Comar. Darsteller: Reda Kateb, Cécile de France, Beata Palya, Bim Bam Merstein, Gabriel Mirété Der Eröffnungsfilm dieses Jahres ist ein Regiedebüt, eine Filmbiografie über den Gypsy-Swing-König Django Reinhardt (Reda Kateb) im besetzten Paris der Vierzigerjahre. Der geniale Musiker wird von den Nazis dazu aufgefordert, in Deutschland gegen den Jazz anzuspielen. Er weigert sich und bekommt zu hören, dass dies der einzige Weg sein könnte, sich selbst zu retten.

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(Foto: Festival)

Félicité Frankreich, Senegal, Belgien, Deutschland, Libanon, 2017. Regie: Alain Gomis. Darsteller: Véro Tshanda Beya, Gaetan Claudia, Papi Mpaka Der in nur sechs Wochen gedrehte Film zeigt eine starke Frau, ihren desozialisierten Sohn und einen Barhocker-Stammgast namens Tabu in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Sie beweisen, dass die Hoffnung immer zuletzt stirbt, egal wie auswegslos alles erscheint. Die karge Wohnung der Protagonistin Félicité (Véro Tshanda Beya) mit dem permanent kaputten Kühlschrank wird zum utopischen Ort in einem Land, das für die meisten seiner Einwohner keine Perspektive bereithält.

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(Foto: Parisa Taghizadeh; Festival)

Final Portrait (außer Konkurrenz) Großbritannien, Frankreich, 2017. Regie: Stanley Tucci. Darsteller: Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, James Faulkner In seiner fünften Regiearbeit widmet sich Stanley Tucci dem stets unzufriedenen Künstler Alberto Giacometti. Der Kritiker James Lord, auf dessen Giacometti-Biografie das Drehbuch beruht, saß dem Meister in den Sechzigerjahren Modell. Oder versuchte es zumindest, denn es kamen immer etliche Café- und sonstige Besuche dazwischen. Künstler halt.

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(Foto: Festival)

Hao ji le / Have a Nice Day / Einen schönen Tag noch China, 2017. Regie: Liu Jian. Darsteller: Yang Siming, Cao Kou, Ma Xiaofeng, Zhu Changlong, Cao Kai Eine Tasche voller Geld wandert zwischen Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten umher und offenbart die jeweiligen Sehnsüchte und Abgründe. Der einzige Animationsfilm im Wettbewerb.

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(Foto: Festival)

Helle Nächte / Bright Nights Deutschland, Norwegen, 2017. Regie: Thomas Arslan. Darsteller: Georg Friedrich, Tristan Göbel, Marie Leuenberger, Hanna Karlberg Österreichs Lieblingsstriezi Georg Friedrich lernt erst durch den Tod seines Vaters, Verantwortung für seinen eigenen Sohn zu übernehmen. Im kargen Norwegen finden zwei Generationen nach Jahren der Trennung zueinander.

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(Foto: Festival)

Joaquim Brasilien, Portugal, 2017. Regie: Marcelo Gomes. Darsteller: Julio Machado, Isabél Zuaa, Rômulo Braga, Welket Bungué, Nuno Lopes Während einer Reise durch das korrupt-kolonialistisch regierte Brasilien des 18. Jahrhunderts steigt dem Leutnant Joaquim José da Silva Xavier alles zu Kopf. Der Zahnzieher, so die Bedeutung seines Spitznamens "Tiradantes", ist wegen seines Kampfes gegen die portugiesische Kolonialherrschaft zum Nationalhelden geworden. Der Film erzählt einen Teil seiner Biografie.

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(Foto: Festival)

Logan (außer Konkurrenz) USA, 2017, Regie: James Mangold. Darsteller: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Richard E. Grant, Boyd Holbrook, Stephen Merchant James Mangold legt den dritten Teil der Saga um Superheld Wolverine vor. Der Actionfilm zeigt den Titelhelden Logan in Alltagsnöten: Er ist alt, Alkoholiker, und seine Superkräfte schwinden. Vielversprechende Ausgangsbasis für das Abenteuer, das ihm bevorsteht.

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(Foto: Festival)

Mr. Long Japan, Hongkong, China, Taiwan, Deutschland, 2017. Regie: Sabu. Darsteller: Chen Chang, Sho Aoyagi, Yiti Yao, Runyin Bai, Masashi Arifuku Vom Profikiller zum Suppenkoch. Auftragsmörder Long vermasselt einen Job und findet Unterschlupf bei einer Problemfamilie. Dort entdeckt er sein Kochtalent, und es sieht kurz so aus, als könnten nun alle ein besseres Leben führen.

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(Foto: Festival)

The Party Großbritannien, 2017. Regie: Sally Potter. Darsteller: Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer, Cillian Murphy Eine kultivierte, linksliberale Partygesellschaft feiert den Karrieresprung der Gastgeberin. Weil aber ein Partygast explosive Enthüllungen dem üblichen Partysmalltalk vorzieht, ist die Feierstimmung bald dahin. Aus der gepflegten Unterhaltung wird ein schmutziger Krieg.

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(Foto: Palka Robert; Festival)

Pokot / Spoor Polen, Deutschland, Tschechien, Schweden, Slowakei, 2017. Regie: Agnieszka Holland. Darsteller: Agnieszka Mandat, Wiktor Zborowski, Miroslav Krobot, Jakub Gierszał, Patricia Volny House of Cards-Regisseurin Agnieszka Holland kehrt zu ihren Ursprüngen zurück: Polen und das Kino. Ist die Heldin von "Pokot", die Vegetarierin Duszejko, Zeugin einer Mordserie, oder ist sie womöglich sogar die Täterin? Ein feministischer Krimi aus der polnischen Provinz.

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(Foto: c) Wild Bunch, Foto: Ann Ray; Festival)

Return to Montauk / Rückkehr nach Montauk Frankreich, Deutschland, Irland, 2017. Regie: Volker Schlöndorff. Darsteller: Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff, Niels Arestrup, Isi Laborde Volker Schlöndorff hat das Drehbuch zu diesem Liebesdrama gemeinsam mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín ("Brooklyn") geschrieben. Ein Film über das Scheitern einer großen Liebe, mit vielversprechender Besetzung und Kulisse: Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff und Montauk, dem Küstendorf an der Spitze Long Islands.

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(Foto: Festival)

Sage femme / The Midwife (außer Konkurrenz) Frankreich, Belgien, 2017. Regie: Martin Provost. Darsteller: Catherine Frot, Catherine Deneuve, Olivier Gourmet, Quentin Dolmaire, Mylène Demongeot Eine zielstrebige und hilfsbereite Hebamme, die gerade ihren Job verloren hat, trifft auf eine Ehebrecherin, die sich von niemandem etwas vorschreiben lässt. Die Begegnung ist gut für beide und besonders für Provost, der am liebsten Filme über Frauen macht.

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(Foto: Festival)

T2 Trainspotting (außer Konkurrenz) Großbritannien, 2017. Regie: Danny Boyle. Darsteller: Ewan McGregor, Ewen Bremner, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle, Kelly Macdonald Hat der drogensüchtige Renton aus Danny Boyles Kultfilm die Kurve gekratzt und inzwischen eine Familie gegründet, so wie er es am Ende des ersten Teils angekündigt hat? Zwanzig Jahre später kehrt er nach Edinburgh zurück und muss erkennen, dass sich manche Dinge nie ändern.

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(Foto: Festival)

Teströl és lélekröl / On Body and Soul Ungarn, 2017. Regie: Ildikó Enyedi. Darsteller: Alexandra Borbély, Géza Morcsányi, Réka Tenki, Zoltán Schneider, Ervin Nagy Die schönsten Liebesgeschichten ereignen sich an den unmöglichsten Orten, zum Beispiel in einem Schlachthaus in Budapest. Mária und Erdre sind beide am liebsten allein, das ist schon die erste Gemeinsamkeit. Als sie aber auch entdecken, dass sie nachts die gleichen Träume träumen, ist klar, dass aus den Einsamkeiten eine Zweisamkeit werden muss. Zuvor müssen sie aber ihre Ängste überwinden, sich zu öffnen und sich auf einen anderen Menschen einzulassen.

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(Foto: Festival)

Toivon tuolla puolen / The Other Side of Hope Finnland, Deutschland, 2017. Regie: Aki Kaurismäki. Darsteller: Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Janne Hyytiäinen, Ilkka Koivula, Nuppu Koivu Schon lange bevor Angela Merkel "Wir schaffen das" gesagt hat, hatte der finnische Regisseur Aki Kaurismäki es mit seinen Filmen erzählt. Wie schon in "Le Havre" erzählt auch "Toivon tuolla puolen" von einem illegalen Flüchtling, der Furchtbares erleben muss, am Ende aber doch absoluter, aufrichtiger Menschlichkeit in die Arme stolpert.

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(Foto: Festival)

Una mujer fantástica / A Fantastic Woman Chile, USA, Deutschland, Spanien, 2017. Regie: Sebastián Lelio. Darsteller: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Kuppenheim, Nicolas Saavedra Marina ist eine Transfrau und Orlando ihr zwanzig Jahre älterer Geliebter. Die beiden haben sich ihr Glück erkämpft. Als Orlando plötzlich stirbt, geht der Kampf von vorne los: Vor seiner Familie ringt Marina um ihr Recht auf Trauer. Wie schon mit "Gloria" von 2013 präsentiert Regisseur Lelio einen Film auf der Berlinale, bei dem die Suche nach individuellem Glück jenseits gesellschaftlicher Konventionen im Mittelpunkt steht.

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(Foto: kerry monteen; Festival)

Viceroy's House (außer Konkurrenz) Indien, Großbritannien, 2016. Regie: Gurinder Chadha. Darsteller: Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Manish Dayal, Huma Qureshi, Om Puri 1947 in Indien: Die Liebe des jungen Hindus Jeet und der muslimischen Angestellten Aalia muss sich gegen den Glaubenskonflikt behaupten. Ein Historiendrama über die Teilung des Landes in das säkulare Indien und das muslimische Pakistan.

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(Foto: Petro Domenigg FILMSTILLS.AT KG ; Festival)

Wilde Maus Österreich, 2017. Regie: Josef Hader. Darsteller: Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Jörg Hartmann, Denis Moschitto Einem Wiener Musikkritiker wird überraschend gekündigt. Nach dem ersten Schock kommt die Wut, und dann ein Rachefeldzug. Das Regiedebüt des österreichischen Kabarettisten und Schauspielers Josef Hader, ein Film über die ganz großen Themen des Lebens und die Freuden des Achterbahnfahrens auf dem Prater.

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