Klimakrise:Wasser soll in Bayern effizienter verteilt werden

Klimakrise: Ministerpräsident Söder hat am Mittwoch mit Umweltminister Glauber und Landwirtschaftsministerin Kaniber zum runden Tisch in Sachen Wassermangel eingeladen. Umweltverbände waren nicht willkommen.

Ministerpräsident Söder hat am Mittwoch mit Umweltminister Glauber und Landwirtschaftsministerin Kaniber zum runden Tisch in Sachen Wassermangel eingeladen. Umweltverbände waren nicht willkommen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Nach einem Treffen zum Wassermangel kündigt Ministerpräsident Söder eine überregionale Fernversorgung an und ruft zum Sparen auf. Die Grünen kritisieren, dass die Regierung das Thema zu lange ignoriert habe.

Wegen der sich auch in Bayern verschärfenden Wasserknappheit soll es künftig nicht nur einen sparsameren Umgang damit, sondern auch ein überregionales Verteilsystem geben. Das teilten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Mittwoch nach einem runden Tisch zum Wassermangel mit Experten, Behörden und Kommunen in München mit. Umweltverbände waren zu dem Treffen nicht eingeladen.

"Das Ziel muss sein, einen effizienteren Umgang mit Wasser zu haben. Nicht einfach gedankenlos mit Wasser umzugehen, sondern dies eben bewusst zu nutzen und natürlich auch Friede ums Wasser zu haben", sagte Söder. Es gebe grundlegende Konfliktlinien zwischen den wirtschaftlichen Nutzern und regionale Verteilungskämpfe. "Und da braucht es einen wirklich klugen, ausbalancierten Mix an Ideen."

Konkret kündigte Söder zudem erneut für das kommende Jahr die Einführung des sogenannten Wassercents an. Diese Abgabe für die Entnahme von Grundwasser sollte eigentlich bereits in der laufenden Legislaturperiode eingeführt werden, war dann aber von der Regierung immer wieder verschoben worden, da ihrer Meinung nach die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht durch zusätzliche Kosten belastet werden sollten.

Um insbesondere die Regionen besser mit Wasser zu versorgen, soll eine überregionale Fernwasserversorgung entstehen. Sie soll ausgehend vom Bodensee über die fränkischen Regierungsbezirke bis nach Niederbayern unter Einbeziehung der Trinkwassertalsperren Mauthaus in Oberfranken und Frauenau in Niederbayern führen. Ziel sei es, dadurch die öffentliche Wasserversorgung vor Ort weiter zu stärken, so Glauber.

Die Grünen im Landtag kritisierten das Treffen als "Hauruckverfahren". Seit Jahren sei bekannt, dass Grundwasser und Trinkwasser in Bayern besser geschützt werden müssten. Die Söder-Regierung habe die Dringlichkeit bislang ignoriert. Die Grünen forderten unter anderem, mehr Wasserschutzgebiete auszuweisen und die Entnahme von Tiefengrundwasser bis auf wenige Ausnahmen zu verbieten.

Der Vorsitzende des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz, Norbert Schäffer, erklärte in einer Mitteilung, Bayern habe großen Nachholbedarf beim Gewässerschutz. Ein Programm zur Renaturierung von 10 000 Kilometern Bächen in Bayern müsse kommen, denn natürliche Bäche würden das Wasser viel länger in der Fläche halten als begradigte Bäche. Er forderte zudem die Wiederbewässerung trockengelegter Moore, die sowohl für den Klima- als auch den Artenschutz wichtig seien.

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