Bildung:Junge Liberale wollen Schulbeginn in Bayern um 9 Uhr

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Bildung: Revolution im Stundenplan? Geht es nach den Liberalen in Bayern, müsste der Unterrichtsbeginn um eine Stunde verschoben werden.

Revolution im Stundenplan? Geht es nach den Liberalen in Bayern, müsste der Unterrichtsbeginn um eine Stunde verschoben werden.

(Foto: Jens Kalaene/dpa)

Die Nachwuchsorganisation der FDP argumentiert, dass ein früher Start der Gesundheit und dem Lernklima schadet. Auch die Liberalen im Landtag zeigen sich offen.

Die Schule in Bayern soll nach dem Willen der Jungen Liberalen (Julis) künftig eine Stunde später losgehen. "Schlafexperten kritisieren bereits seit Längerem, dass ein Schulbeginn um 8 Uhr morgens nicht in den Tagesrhythmus junger Menschen passt. Vor allem im Winter sind Sinnesleistungen, Koordination und Sprachfähigkeit noch auf das Schlafen eingestellt", sagte der Juli-Landeschef Felix Meyer am Donnerstag in München. Ein Schulstart um 9 Uhr lasse ein effektiveres Lernklima erwarten.

"Die Forderung nach einem späteren Unterrichtsbeginn ist nicht neu, sie bedenkt aber nicht alle Aspekte", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Die Schulen könnten den Unterrichtsbeginn jetzt schon flexibel gestalten, also etwa auch um 9 Uhr beginnen. Eine allgemeine Vorgabe gebe es nicht, allerdings habe sich der an vielen Schulen übliche Start um 8 Uhr vielerorts bewährt.

"Berufstätige Eltern haben die Gewissheit, wenn sie morgens zur Arbeit müssen, dass ihre Kinder an der Schule gut aufgehoben sind und betreut werden", sagte Piazolo. Je später der Unterricht beginne, desto länger reiche er bis in den Nachmittag hinein. "Zeit für Sport, Musik und andere Freizeitmöglichkeiten wäre dann knapp bemessen."

"Schülerinnen und Schüler sollen im Mittelpunkt stehen und bereits im Unterricht möglichst viel Wissen mitnehmen können. Wir sollten unser Schulsystem entsprechend an die Anforderungen derjenigen anpassen, die in die Schule gehen, um etwas zu lernen", betonte Meyer. Vor allem Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klasse gingen häufig übermüdet in den Unterricht. "Das schadet nicht nur dem Lernerfolg, sondern auf Dauer auch der Gesundheit."

Insbesondere für Menschen mit langem Weg zur Schule sei der Unterrichtsbeginn um 8 Uhr eine riesige Bürde, hieß es weiter. Lange Fahrzeiten in die Stadt mit Bus und Bahn und eine innere Uhr, die den Körper erst später am Tag wirklich hochfahren ließen, könnten auf Dauer nicht zu guten Ergebnissen führen.

Auch die Landtags-FDP steht einem späteren Schulstart offen gegenüber. In einem Antrag, der am Donnerstag auch im Bildungsausschuss auf der Tagesordnung stand, fordert die Fraktion zumindest eine Prüfung, "inwieweit der in der Regel praktizierte Schulbeginn in Bayern von 8 Uhr auf 9 Uhr verschoben werden sollte". Dazu solle es einen Modellversuch an mehreren Schulen in einigen Städten und Landkreisen geben. Als Beleg verweist die FDP auf andere EU-Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien, wo ein späterer Schulstart bereits jetzt üblich ist.

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