bedeckt München
vgwortpixel

Nach schwerem Unfall:Innenminister Herrmann leistet Erste Hilfe

Landtagswahl in Bayern

Joachim Herrmann war auf der A3 als Ersthelfer im Einsatz.

(Foto: dpa)
  • Auf der Autobahn 3 bei Erlangen ereignete sich am vergangenen Sonntag ein Unfall mit drei Fahrzeugen, bei dem ein Mensch ums Leben kam.
  • Bayerns Innenminister Joachim Herrmann passierte in seinem Dienstwagen unmittelbar nach dem Crash die Unfallstelle, alarmierte die Polizei und machte sich als Ersthelfer nützlich.
  • Inzwischen ist der Unfall Teil von Ermittlungen der Kriminalpolizei in Nordrhein-Westfalen. Er soll in Zusammehang stehen mit der Tötung einer 76-Jährigen bei Paderborn.

Bei einem tödlichen Unfall in Mittelfranken, der inzwischen Teil von Ermittlungen in einem Tötungsdelikt ist, war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) persönlich Ersthelfer. Das sagte Herrmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Er sei mit seinem Dienstwagen auf dem Weg zu einem Termin gewesen, sagte Herrmann. Dann sei er plötzlich Zeuge geworden, wie ein anderes Fahrzeug von der Autobahn geschleudert und schließlich zwischen Bäumen hängen geblieben sei. Er habe seinen Fahrer angewiesen, anzuhalten, und habe sofort den Notruf 112 gewählt. Zusammen mit einem anderen Autofahrer sei er dann zu dem Fahrzeug gegangen. "Es war ersichtlich, dass dort Menschen sicherlich schwer verletzt sein müssen", sagte Herrmann. "Wir haben dann eine Frau aus dem Auto gezogen und auf die Wiese legen können." Für den Mann sei dagegen jede Hilfe zu spät gekommen, dieser sei wohl sofort tot gewesen.

Gesundheit in München Erste-Hilfe-Kurs mit dem Smartphone in der Hand
Notfallhilfe

Erste-Hilfe-Kurs mit dem Smartphone in der Hand

Rettungsdienste stehen vor der Herausforderung, ihre Schulungsangebote zeitgemäß zu halten. Das neue Kurskonzept der Johanniter setzt auf Alltagsnähe durch Multimedia.   Von Philipp von Nathusius

In den Unfall am Sonntag auf der A 3 bei Erlangen waren drei Autos verwickelt. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken am Mittwoch sagte, ist der genaue Ablauf aber noch unklar. Ein Gutachter müsse den Hergang klären. Erst später stellte sich heraus, dass ein 53-Jähriger, der ebenfalls in den Unfall verwickelt war, im Verdacht steht, seine 76 Jahre alte Schwiegermutter in Borchen bei Paderborn getötet zu haben. Die Ehefrau des Verdächtigen, die mit ihm im Auto unterwegs war, stieg nach dem Unfall aus, lief auf die Fahrbahn und kletterte über die Mittelleitplanke. Danach wurde sie von einem Fahrzeug erfasst. Die Frau wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Mit der Erstversorgung des Paares hatte Minister Herrmann nichts zu tun.

Der Name des Mannes tauchte nach dem Unfall im bundesweiten System der Polizei auf, in der Nacht zu Montag nahmen Spezialkräfte den Verdächtigen in einem Hotel in der Nähe von Nürnberg fest. Dort war er laut Polizei zu Gast, um in der Nähe seiner Frau zu sein.

Ein Richter entschied dann am Dienstag, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen. Ob die Frau in das Verbrechen verwickelt war, blieb erst einmal unklar - die Polizei in Nordrhein-Westfalen wollte dazu keine Angaben machen.