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Elektroauto im Test:Das E-Mobil, das günstiger ist als ein Benziner

Der neue Renault Zoe.

Der neue Renault Zoe ist für 24 900 Euro erhältlich - wenn man die Batterie für mindestens 69 Euro im Monat mietet.

(Foto: Renault)

Doch das ist nicht der einzige Vorteil des aufgefrischten Renault Zoe. Denn im Test präsentiert sich das Elektroauto dank neuer Batterie sogar langstreckentauglich.

Früher als andere Autohersteller in Europa hat Renault die Zeichen der Zeit erkannt. Die Franzosen schufen bereits 2012 mit dem Kleinwagen Zoe nicht nur das erste Großserien-E-Auto der Marke, das von Grund auf als solches konzipiert wurde. Es stand auch zu einem volksnahen Preis bei den Händlern. Beides führte dazu, dass heute jeder vierte Stromer in Deutschland den Zoe-Schriftzug am Heck trägt. Renault verkauft hierzulande doppelt so viele Zoe wie BMW vom i3 und gleich dreimal so viele wie VW vom e-Golf.

Das dürfte sich in Zukunft noch verstärken. Denn den Entwicklern gelang es nun, die Kapazität der Batterie nahezu zu verdoppeln, von 22 auf 41 kWh. Entsprechend steigt die Reichweite. Laut der realitätsfernen NEFZ-Norm sind es statt 240 jetzt 400 Kilometer. Doch Renault nennt auch realistische Werte: "280 bis 300 Kilometer sollten kein Problem sein, selbst mit eingeschalteter Klimaanlage nicht", sagt Produktmanager Reginar von Schönau.

Eine Ruhe zum Genießen

Auf der Testfahrt schafft der Zoe eine Strecke von 270 Kilometern - und das, obwohl er nicht im Eco-Trödelmodus dahinrollt. Auf knapp der Hälfte der Tour ging es sogar mit Dauertempo 120 über die Autobahn, gewöhnlich ein Kapazitäten-Killer für jede Batterie. Der Verbrauch steigt dann leicht auf 18 kWh pro 100 Kilometer. Nach Norm zieht der Zoe 13,3 kWh. Bei zurückhaltender Fahrweise sind mit ihm also locker 300 Kilometer drin, was den Kleinen schon fast langstreckentauglich macht.

Um das zu schaffen, hat der koreanische Lieferant der Lithium-Ionen-Zellen die chemischen Prozesse geändert. Zudem haben die Renault-Ingenieure es geschafft, die Zellplatten dichter zu stapeln. Auf das Fahrerlebnis im Zoe wirkt sich das kaum aus: Nach wie vor fährt der 4,09 Meter lange Franzose leise und entspannt und federt komfortabel. Schon nach wenigen Kilometern genießt man die Ruhe und fragt sich: Warum sind da draußen immer noch so viele laute Verbrenner unterwegs?

Allein die Batterie kostet 8000 Euro

Renault verlangt für den Zoe mindestens 24 900 Euro. Das hört sich im Vergleich zu einem e-Golf oder BMW i3, die gut 10 000 Euro mehr kosten, verlockend an. Doch hat der Käufer hier die Rechnung ohne den Akku gemacht - denn der Energiespeicher ist im Kaufpreis nicht enthalten. Er wird gemietet. Das kostet - abhängig von Fahrleistung und Vertrag - monatlich zwischen 69 und 119 Euro. Vorteil: Zoe-Besitzer müssen sich um nichts kümmern. Sollte der Akku kaputtgehen oder weist er nur noch eine Kapazität von 75 Prozent auf, gibt es kostenfrei Ersatz.

Mit der Modellpflege bietet Renault das Auto auch komplett zum Kauf an, wobei die Batterie mit 8000 Euro zu Buche schlägt. Entscheidet sich der Kunde, wie die meisten, dann noch für die Ausstattungslinie Intense, klettert der Preis auf 34 700 Euro und kommt so fast an den BMW i3 heran. Für den durchschnittlichen Alltag ist die größere Reichweite ohnehin nur bedingt von Vorteil. "Es gibt genügend Kunden, denen reichen 150 Kilometer", sagt Schönau. Für die hat Renault weiterhin die 2800 Euro günstigere 22-kWh-Variante im Programm.

Günstiger als ein Benziner

Die leistungsfähigere Batterie erhöht auch die Ladezeit. Beim Zoe steigt sie von neun auf 16 Stunden. Am nächsten Morgen steht mitunter also nicht der volle Aktionsradius zur Verfügung.

Wer die reinen Fahrkosten ins Verhältnis zu einem gleichwertigen Benziner setzt, kommt zu folgender Überschlagsrechnung: Das Füllen der 41-kWh-Batterie erfordert aufgrund normaler Ladeverluste mindestens 45 kWh Strom. Dieser kostet 12,60 Euro (bei einem Preis von 0,28 Euro je kWh). Kommt der Zoe damit 300 Kilometer weit, entspräche dies 4,20 Euro je 100 Kilometer. Der Benziner müsste somit bei einem Spritpreis von 1,35 Euro lediglich 3,1 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen, um gleichzuziehen. Der Zoe fährt also deutlich günstiger. Hinzu kommen geringerer Verschleiß, niedrigere Wartungskosten und der Wegfall der Kfz-Steuer. Gegenzurechnen ist die Batteriemiete. Und man sollte die Förderprämie einkalkulieren: 2400 Euro gibt's vom Händler, 2000 Euro vom Staat. Ein Basis-Zoe mit kleiner Batterie steht so für weniger als 18 000 Euro vor der Tür, und das 41-kWh-Modell kostet 20 500 Euro.