CDU-Chefin und Kanzlerin – Friedrich Merz: Der Geschasste

Friedrich Merz wurde 1989 für die CDU ins Europaparlament gewählt, 1994 in den Bundestag. Führte von 2000 an zwei Jahre lang die Fraktion und brachte sich selbst als Kanzlerkandidaten ins Spiel. Verantwortete eine "Leitkultur"-Debatte im Wahlkampf und schlug sich auf die Seite des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber. Er hatte auf den falschen gesetzt. Gerhard Schröder blieb Bundeskanzler.

Merkel beanspruchte anschließend den Fraktionsvorsitz für sich, Merz verlor den Machtkampf. Erholte sich von der Demütigung nicht wieder. Ließ sich zur Stellvertreterrolle überreden. Wollte erreichen, dass jeder Bürger seine Steuererklärung auf einem Bierdeckel machen kann und machte sich mit seinem Reformeifer unbeliebt.

Kündigte 2007 an, eine Pause von der Politik zu machen. Die hielt lange an. Nun ist Merz als eines von 40 Mitgliedern in eine von drei Programmkommissionen der CDU berufen worden, nämlich in die sogenannte Zukunftskommission. Stieg als Rechtsanwalt bei einer amerikanischen Großkanzlei ein, ist Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke und sitzt in mehreren Aufsichts- und Verwaltungsräten.

(kbb)

Bild: REUTERS 14. Oktober 2014, 10:302014-10-14 10:30:02 © SZ.de/Munzinger/kler