Gastronomie Heizpilze müssen im Winter aus bleiben

SPD und CSU hatten beantragt zu prüfen, ob nicht auch an kälteren Tagen die Heizpilze strahlen dürfen.

(Foto: dpa)

Münchner Gastronomen dürfen die Heizstrahler nur während der Sommerzeit verwenden. Und das hat nicht nur etwas mit dem Umweltschutz zu tun.

Kolumne von Dominik Hutter

Achtung, nicht nachmachen! Denn was da in den städtischen Richtlinien für Sondernutzung steht, wäre bei privaten Heizungen ein ruinöser Anschlag auf die empfindliche Bausubstanz. Auf Münchner Freischankflächen, so steht in dem Papier, dürfen Heizstrahler nicht im Winter, sondern nur während der Mitteleuropäischen Sommerzeit verwendet werden.

Also gerade dann nicht, wenn die Luft besonders kalt und daher heizbedürftig ist. Das klingt zunächst paradox, ist es aber nicht. Der Stadt geht es schlicht darum, in den Übergangszeiten das Draußensitzen ein wenig zu verlängern, bei Frost das direkte Erwärmen der Atmosphäre aber zu unterlassen.

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Das funktioniere gut in München, findet Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle und schlägt deshalb vor, es dabei zu belassen - SPD und CSU hatten im Sommer beantragt zu prüfen, ob nicht auch an kälteren Tagen die Heizpilze strahlen dürfen.

Bitte nicht, flehten die Umweltschützer, denen das ausgiebige Beheizen großer Mengen freier Winterluft als suspekt erscheint. Dem Klima zuliebe, das sich andernfalls auf lange Sicht so verändern könnte, dass irgendwann auch im Winter keine Heizstrahler mehr notwendig wären (oder wegen starker Unwetter erst gar nicht aufgestellt werden können).

Das Kreisverwaltungsreferat bangt zudem, ob die genehmigte Zahl der Stellplätze und Gästetoiletten noch ausreicht, wenn draußen und drinnen parallel getafelt wird. Ein Phänomen, das auch auf die Küchen und Zapfhähne zutrifft, wie es jeder Münchner aus den Übergangszeiten kennt.

Denn bei Temperaturen, bei denen alle Angeber draußen und alle Memmen drinnen sitzen, versinkt nahezu jede Wirtschaft im Chaos, weil sie nicht auf so viele volle Tische ausgerichtet ist. Der Stadtrat zeigte am Dienstag Einsehen mit Klima, Gästekomfort und Kreisverwaltungsreferenten und segnete ab, dass alles beim Alten bleibt: Heizen nur zur Sommerzeit.

Nicht dass noch passiert, was etwa in Südfrankreich zu beobachten ist: Dort wird die Freischankfläche nicht nur beheizt, sondern auch mit Glaswänden und Mobiliar derart zugekastelt, dass sie allwettertauglich ist. Dort speisen dann alle, auch bei grimmiger Kälte. Das Innere der Gaststätte steht derweil leer.

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