Moderatorenteam für TV-Duell Vier gegen zwei mit Raab und Will

Es wird in Deutschland das politische TV-Ereignis des Jahres: das Duell Merkel gegen Steinbrück vor der Bundestagswahl. Nun steht das Moderatorenteam fest. Die ARD schickt Anne Will, ProSieben Entertainer Stefan Raab. ZDF und RTL setzen auf Kontinuität.

Die Moderatorenriege für das TV-Duell von Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) steht fest. Anne Will soll für die ARD vor der Bundestagswahl das Fernsehduell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück moderieren. Dies beschlossen die Fernsehdirektoren der ARD in Frankfurt.

Neben ihr soll von der Sendergruppe ProSiebenSat.1 Stefan Raab, 46, als Moderator durchs Kanzlerduell führen. Eine mögliche Beteilung Raabs an dem politischen Fernsehereignis hatte im Februar für Kontroversen gesorgt. Ins Gespräch gebracht von Edmund Stoiber, inzwischen Beiratsvorsitzender des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1, war der Entertainer zunächst von Steinbrück als ungeeignet abgelehnt worden. Der SPD-Kanzlerkandidat lenkte dann jedoch ein. Raab hat bei ProSieben zuletzt die Polit-Talkshow Absolute Mehrheit gestartet und bereits im Vorfeld der letzten Bundestagswahlen Sendungen ko-moderiert.

Weniger Neuigkeitswert haben die übrigen beiden Personalien beim Kanzlerduell. Das ZDF schickt Maybrit Illner, 48, RTL entsendet Peter Kloeppel, 54. Diese beiden moderierten auch schon beim Fernsehduell vor der Wahl 2009 für ihre Sender. "Seitens RTL ist Chefredakteur Peter Kloeppel gesetzt", sagte ein RTL-Sprecher. Das Zweite in Mainz teilte mit: "Das ZDF sieht keinen Grund, eine Besetzung, die sich in den vergangenen drei Duellen bewährt hat, zu verändern."

Gegenstand von Diskussionen

Die ARD, das ZDF, RTL und die ProSiebenSat.1-Gruppe richten die TV-Duelle gemeinsam aus. Die Bundestagswahl findet am 22. September statt, der genaue Termin des TV-Duells ist noch nicht bekannt. Zur Wahl 2009 hatte die ARD noch Frank Plasberg in die Debatten der Kanzlerkandidaten geschickt, 2005 und 2002 Sabine Christiansen. Für Sat.1 war 2009 und 2002 Peter Limbourg im Einsatz, 2005 war es Thomas Kausch.

Die "4:2-Lösung" mit vier Fragestellern und zwei Kandidaten ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Die starre Form ist bei den beteiligten Sendern umstritten, aber dem Konsens geschuldet. Immer wieder wird auch eine Version mit allen Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien ins Spiel gebracht, vor allem weil sogenannte kleine Partein in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen haben. Die Kandidaten der Volksparteien plädieren aber für ein Duell nach Vorbild der USA und gegen ein Quartett oder gar Quintett.

Neben der Moderation für das Fernsehduell entschieden die ARD-Fernsehdirektoren auch über die Besetzung weiterer Jobs rund um die Wahl. Am Wahlabend am 22. September soll demnach der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, zusammen mit Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga durch die Wahlsendung führen. WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn wird wie zuletzt die Hochrechnungen präsentieren.