Krank durch Zigaretten Zerstörte Lungen, kaputte Zähne

COPD, Krebs, Impotenz: Es hat weitreichende Folgen, dass Raucher ihre Lungen täglich mit giftigem Qualm durchfluten. Die größten Gesundheitsrisiken von Zigaretten.

Von Nina Buschek

Rauchen schädigt nicht nur die Atemwege. Über die feinen Blutgefäße der Lunge gelangen giftige Chemikalien aus dem Tabakrauch ins Blut und verteilen sich im gesamten Körper. Mit jeder Zigarette steigt das Risiko für Lungen-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Auch um Mundgesundheit, Leistungsfähigkeit und Potenz ist es bei Rauchern schlechter bestellt. Ein Überblick über die Risiken des Rauchens:

Erkrankungen der Lunge

Raucherlungen funktionieren schlechter als Nichtraucherlungen, das haben viele Studien eindeutig belegt. Je mehr und je länger ein Mensch raucht, desto weniger Luft kann er pro Atemzug in Bewegung setzen. Bei körperlicher Belastung fehlt die Reserve für tiefere Atemzüge, um Muskeln und Herz mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Die Luft wird knapp.

Auch die natürliche Abwehrfunktion der Atemwege leidet unter dem Tabakrauch. Schadstoffe, Schmutz und Staub werden weniger effektiv beseitigt. Raucher sind deshalb anfälliger für Atemwegsinfekte.

Die typische Raucherkrankheit heißt COPD. Die Abkürzung steht für "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", auf Deutsch chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Durch den Tabakrauch sind die Atemwege chronisch entzündet und verengt. Das macht sich durch Raucherhusten und vermehrten Auswurf bemerkbar. Mediziner sprechen auch von einer chronisch obstruktiven Bronchitis. Später leiden die Betroffenen zunehmend unter Atemnot, insbesondere das Ausatmen fällt schwer. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kann sich ein sogenanntes Lungenemphysem ausbilden. Dabei ist das Atmungsorgan krankhaft überbläht. Die feinen Lungenbläschen sind irreparabel zerstört und der lebensnotwendige Gasaustauch funktioniert nur noch unzureichend.

Die COPD ist fast immer Folge einer langen Raucherkarriere. 90 Prozent der Betroffenen sind Raucher oder ehemalige Raucher. Je mehr und je länger jemand qualmt, desto wahrscheinlicher steigt die Lunge irgendwann aus. COPD fordert mehr Todesopfer unter Rauchern als Lungenkrebs.

Frauen reagieren offenbar empfindlicher auf Tabakrauch. Sie erkranken häufiger an COPD als Männer, die genauso viel rauchen. Aber wenn sie aufhören, bessert sich ihre Lungenfunktion auch schneller und nachhaltiger als bei männlichen Rauchaussteigern.

COPD ist nicht heilbar. Medikamente können die Beschwerden nur teilweise lindern. Mit dem Rauchen aufzuhören, kann die Erkrankung aufhalten.

Rauchen und Passivrauchen fördern Asthma. Tabakrauch erhöht sowohl die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken, als auch einen akuten Anfall zu erleiden. Kinder, deren Eltern rauchen, sind diesem Risiko schutzlos ausgeliefert. Belegt ist auch, dass Babys häufiger unter Allergien leiden, wenn die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat. Und aus einer Allergie kann sich wiederum Asthma entwickeln.

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