bedeckt München 24°

Nichtraucherschutz in anderen Ländern:Wo Qualmen zur Qual wird

Wer glaubt, Deutschland bevormunde seine Raucher über die Maßen, sollte einen Blick in andere Staaten werfen. Fünf Beispiele für besonders drastischen Nichtraucherschutz.

1 / 5

Australien

TOBACCO HEALTH WARNINGS CANBERRA

Quelle: dpa

Australien macht seinen Rauchern die Sucht unerschwinglich. Vor kurzem kündigte die Regierung an, die ohnehin schon extrem kostspieligen Zigaretten weiter zu verteuern. Zahlt ein Raucher heute umgerechnet 13 Euro für die Schachtel, werden es in vier Jahren 29 Euro sein. 70 Prozent des Preises fließen als Steuereinnahmen an den Staat.

Australien fiel schon 2012 mit einer Neuerung auf, die Zigaretten so unattraktiv wie möglich machen soll. Als erstes Land führte es Einheitsschachteln für Zigaretten ein. Die schlammfarbene Verpackung wird zu 80 Prozent von gruseligen Fotos und Warnhinweisen bedeckt, während der Markenname nur noch in winzig kleinen Lettern aufgedruckt wird.

2 / 5

Großbritannien

Anti-smoking-campaign UK

Quelle: Public Health England

In Großbritannien werden Zigaretten mehr und mehr in dunkle Ecken gedrängt. In den Pubs der Insel darf schon lange nicht mehr geraucht werden. Seit 2012 müssen alle englischen Supermärkte und größeren Geschäfte Zigaretten unter der Ladentheke verstecken. Indem Tabakprodukte aus dem Sichtfeld der Käufer verbannt werden, sollen vor allem Kinder davon abgehalten werden, Rauchen als normalen Bestandteil des täglichen Lebens zu betrachten.

Außerdem muten die Gesundheitsbehörden den Bürgern regelmäßig extrem unappetitliche Anti-Rauch-Kampagnen auf Fernsehschirmen und Plakaten zu. So wird allen Engländern in großer Deutlichkeit vor Augen geführt, wie die Gifte im Tabak menschliches Fleisch verfaulen lassen.

3 / 5

USA

-

Quelle: AFP

Auch das Land der großen Tabakkonzerne macht Rauchern das Leben nicht überall leicht. In vielen öffentlichen Gebäuden der USA gilt ein sehr striktes Rauchverbot. Hawaii und nun auch Kalifornien erlauben den Zigarettenkauf erst ab einem Alter von 21 Jahren. Vor wenigen Tagen kündigte die Gesundheitsbehörde FDA an, dass E-Zigaretten künftig erst an Menschen verkauft werden dürfen, die mindestens 18 Jahre alt sind.

4 / 5

Singapur

-

Quelle: CC by 2.0

Singapurs Taktik lässt sich mit dem Wort Gängeln beschreiben. Die Regierung hat schon 2005 erste Rauchverbote auf öffentlichen Plätzen eingeführt. Seither werden die rauchfreien Orte Jahr für Jahr ausgeweitet und haben eine schwer zu durchschauende Detailliertheit erreicht. Rauchen ist unter anderem auf Fußgängerbrücken, unter überdachten Gehwegen, im Radius von fünf Metern um eine Bushaltestelle und in nicht klimatisierten Bereichen eines klimatisierten Gebäudes verboten. Übertretungen werden streng geahndet; umgerechnet bis zu 650 Euro werden für Rauchen am falschen Ort fällig. 17 000 Menschen erwischte es Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr.

5 / 5

Turkmenistan

Artists performs in front of a polling station during a parliamentary election in Ashgabat

Quelle: REUTERS

Am strengsten aber geht Turkmenistan gegen Raucher vor. Die Regierung hat den Verkauf von Zigaretten komplett untersagt. Nach Medienberichten droht Zigarettenverkäufern eine Geldstrafe in Höhe von zehn Monatseinkommen. Das Land hat bereits die niedrigste Raucherquote der WHO-Staaten. Nur 5,6 Prozent der Erwachsenen brauchen ihre tägliche Nikotindosis. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 21 Prozent.

© sueddeutsche.de/beu

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite