Erdgasantrieb im Test Der A5 g-tron ist sauberer als jeder Benziner und Diesel

Der neue Audi A5 Sportback g-tron kostet mindestens 43 000 Euro.

(Foto: Audi AG)

Schnell und sparsam ist Audis Erdgasauto außerdem. Der Test zeigt: Vielfahrer und Fuhrparkleiter sollten die Technologie nicht länger ignorieren.

Von Joachim Becker

Langstrecke, linke Spur: Das ist der Härtetest auf deutschen Autobahnen. Für viele Außendienstler mit Firmenwagen gehört das Kilometerschrubben zum Berufsalltag. Öko-Blütenträume haben hier keinen Platz. Sehr wohl aber Autos, die effizient sind, selbst wenn es pressiert.

Viele Fuhrparkleiter verfolgen die realen Verbrauchswerte sehr genau und stehen daher fest zum Diesel. Bisher gab es kaum eine langstreckentaugliche Alternative. Auch die tollsten Elektroautos müssen im Autobahneinsatz alle 300 Kilometer an die Ladedose. Im Außendienst ist das verlorene Zeit. Benziner sind auch kein Lichtblick, weil sie oberhalb der Richtgeschwindigkeit anfangen zu saufen. "Anfetten" für den Bauteilschutz und für die interne Kühlung nennen das die Experten.

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Nun haben umweltbewusste Vielfahrer mehr Auswahl: Audi hat den Verkauf des A5 g-tron und des A4 Avant g-tron gestartet. Beide sind vor allem als TDI-Diesel keine Unbekannten auf der Überholspur. Erdgasautos konnten mangels Leistung bisher nicht mithalten.

Nach mehr als 1000 Kilometern zügiger Autobahnfahrt kann man dem A5 g-tron jedoch die volle Autobahntauglichkeit attestieren: Er ist mit 125 kW (170 PS) nicht nur zügig unterwegs, sondern auch wohltuend leise. Weder die rahmenlosen Scheiben noch der leise Motor stören den Langstreckenkomfort. Mit dem voll ausgestatteten Testwagen für 69 100 Euro (Grundpreis: 43 000 Euro) wähnt man sich in einem viertürigen Coupé der Oberklasse. Und das Beste an dem eleganten Cruiser: An der Tankstelle ist kein Expresszuschlag fällig. Vielmehr fährt der g-tron günstiger als ein Diesel.

Nur der Toyota Prius ist sparsamer und sauberer

"Die CO₂-Emissionen des Audi A4 g-tron sind mindestens so gut wie die eines Dieselmodells", bestätigt Axel Friedrich. Der Autoexperte und frühere Abteilungsleiter im Umweltbundesamt hat den neuen Audi g-tron (der A4 und der A5 sind technisch nahezu identisch) bei ausgiebigen Emissionstests auf der Straße unter die Lupe genommen. Sein Urteil: Besser geht es zur Zeit kaum, nur der aktuelle Toyota Prius ist beim Realverbrauch und den Abgaswerten noch voraus.

Die beiden Erdgasmodelle erfüllen auch ohne Hybridtechnik die Emissionsanforderungen für das Jahr 2020. Das gilt nicht nur aufgrund des extrem niedrigen Partikelausstoßes, sondern auch wegen der Stickoxid-Werte von durchschnittlich 33 Milligramm pro Kilometer. Derzeit schneidet nur der BMW 520d als einziger Diesel etwas besser ab, das Gros der Selbstzünder trägt mit mehr als dem zehnfachen Praxiswert massiv zur schlechten Luft in den Städten bei. Unübertroffen sind die Erdgasautos nach wie vor bei den CO₂-Emissionen. Die Straßenmessungen von Axel Friedrich für die Deutsche Umwelthilfe ergeben einen Durchschnittswert von 110 Gramm je Kilometer. Auch diesen Praxiswert kann außer den Plug-in-Hybriden eigentlich nur der Toyota Prius toppen.