Umwelt - Potsdam:Ausgaben für Schutz vor Wolfsattacken auf Nutztiere gesunken

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Umwelt - Potsdam: Ein Pyrenäenberghund bewacht eine Herde Ziegen und Schafe. Die Hunde sind ein guter Schutz gegen Wölfe. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild
Ein Pyrenäenberghund bewacht eine Herde Ziegen und Schafe. Die Hunde sind ein guter Schutz gegen Wölfe. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Potsdam (dpa/bb) - Mit Ausgaben von knapp einer Million Euro hat das Land Brandenburg die Förderung von Schutzmaßnahmen vor Wolfsangriffen auf Nutztiere innerhalb eines Jahres fast halbiert. Die Zahlungen beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 996.300 Euro, das waren 825.500 Euro weniger als im Jahr 2020, wie das Agrarministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion mitteilte.

Nach Auskunft des Vorsitzenden des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, haben mittlerweile viele Tierhalter Schutzzäune errichtet und sich Schutzhunde zugelegt. Da sich die Hunde mittlerweile vermehrt hätten, seien auch weniger Hilfen beantragt worden, sagte er der dpa.

Wie den Angaben des Ministeriums zu entnehmen ist, war die Summe von 1,82 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen im Jahr 2020 zugleich die bislang höchste für den vorbeugenden Tierschutz vor Wolfsattacken in Brandenburg. Erstmals hatte Brandenburg im Jahr 2008 Schutzvorkehrungen vor Wölfen mit einem Betrag von 6337 Euro unterstützt.

Die Ausgleichszahlungen für Schäden nach Angriffen auf Tiere wie Schafe, Ziegen und Rinder stiegen laut Ministerium von 556 Euro im Jahr 2007 auf die bislang höchste Summe von 186.576 Euro im Jahr 2021.

Im vergangenen Jahr gab es den Angaben zufolge 165 Übergriffe auf Nutztiere, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit festgestellt wurde. Gegenüber 2020 waren das 15 Fälle weniger. Die Zahl der Tiere, die attackiert wurden, erhöhte sich allerdings im Jahresvergleich um 136 auf 776.

Zudem erhöhte sich die Zahl der Vorfälle, bei denen der Wolf als Verursacher zwar nicht nachgewiesen wurde, aber auch nicht ausgeschlossen werden konnte, von 94 auf 212. Bei den Rindern schnellte die Fallzahl von 52 auf 150 hoch. Mehr als 140 Tiere waren Kälber, wie das Ministerium auf dpa-Anfrage mitteilte.

Nur wenige Rinderhalter hätten entgegen den Empfehlungen des Ministeriums wolfsabweisende Abkalbe-Koppeln eingerichtet, in denen die Mutterkühe ihre Kälber geschützt zur Welt bringen können, sagte ein Sprecher. Dadurch sei es einigen Wölfen erleichtert worden, leicht greifbare Jungtiere zu reißen.

© dpa-infocom, dpa:221021-99-205384/2

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