SZ-Klimakolumne:Die beste Klimakunst

SZ-Klimakolumne: Die Klima-Kunstinstallation "Gaia" des britischen Künstlers Luke Jerram hing im vergangenen Jahr in der Dresdner Frauenkirche.

Die Klima-Kunstinstallation "Gaia" des britischen Künstlers Luke Jerram hing im vergangenen Jahr in der Dresdner Frauenkirche.

(Foto: Robert Michael/dpa)

Welche Kulturprodukte, die sich mit der Klimakrise beschäftigen, sind zu empfehlen?

Von Vera Schroeder

Als Leserin oder Leser dieses Newsletters kennen Sie das sicher: Manchmal hat man einfach keine Lust mehr auf Klima-Nachrichten. All die weiter eskalierenden Temperaturen und Messwerte, diese Woche hat etwa die Weltwetterorganisation Rekorde für sämtliche Klimaindikatoren vermeldet. Oder die deutsche CO₂-Bilanz, außen hui und innen dann doch eher pfui.

Was meiner Stimmung bei zu viel düsteren Nachrichten immer hilft, ist Ablenkung. Nicht in dem Sinne, nicht mehr hinzuschauen und den Klimawandel als Thema am liebsten ganz aus dem Bewusstsein zu drängen. Aber manchmal tut es einfach gut, die Wahrnehmungsebene zu wechseln. Am besten eignet sich dafür Kultur; Bücher, Filme, Theater, Kunst. Und weil seit gestern auch die Leipziger Buchmesse stattfindet, auf der zahlreiche neue Klima-Bücher vorgestellt werden, gibt es an dieser Stelle ausnahmsweise mal Kulturtipps statt Klimanachrichten.

Mein Kollege Christoph von Eichhorn empfiehlt zum Beispiel in der aktuellen SZ Literaturbeilage das Buch "Moment der Entscheidung. Wie wir mit Lehren aus der Erdgeschichte die Klimakrise überleben können" von Michael E. Mann. Ich selbst durfte den Soziologen Jens Beckert zu seinem Buch "Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht" interviewen, das für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist. Und meine Kollegin Christiane Lutz hat sich zuletzt angesehen, mit welcher erzählerischen Wucht Polykrisen derzeit im Theater erzählt werden.

Losgelöst von der Aktualität empfehle ich allen, die es interessiert, stets drei "Kulturprodukte" zur Klimakrise, die mich in den vergangenen Jahren besonders bewegt haben. Das Buch "Das Ministerium für die Zukunft" von Kim Stanley Robinson. Ein sogenannter Cli-Fi (Climate Fiction) Roman von 2020, der anhand einer fiktiven UN-Behörde die Klimazukunft einmal von Anfang bis Ende durchdenkt und dabei richtig gut und spannend unterhält. Dann den Film "Don't Look Up" von 2021 mit Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence in den Hauptrollen: eine schwarze Komödie über das Ende der Erde und warum die Menschen einfach zu blöd sind, es abzuwenden. Und noch schwärzer, der Zombiefilm "Die Toten sterben nicht" von Jim Jarmusch aus dem Jahr 2019. Von Bill Murray über Adam Driver, Selena Gomez bis Tilda Swinton reicht die Starbesetzung in diesem Meisterstück über die hemmungslose Zerstörung des Planeten durch Rassismus, Korruption, Konsumsucht und, klar, gruselige und sehr lustige Untote.

Was sind Ihre liebsten Kulturprodukte, in denen es im näheren oder entfernteren Sinne um den Klimawandel geht? Kennen Sie Kunstwerke, die für Sie das Sujet besonders gut treffen? Ich freue mich über Empfehlungen an klimafreitag@sz.de.

(Dieser Text stammt aus dem wöchentlichen Newsletter Klimafreitag, den Sie hier kostenfrei bestellen können.)

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